Ökologische Landwirtschaft

Die Begriffe ökologische Landwirtschaft, biologische Landwirtschaft, organische Landwirtschaft, Ökolandbau oder alternative Landwirtschaft bezeichnen die Herstellung von Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf der Grundlage bestimmter Produktionsmethoden, die eine umweltschonende Produktion sowie artgerechte Haltung von Tieren ermöglichen sollen. Die ökologische Landwirtschaft verzichtet weitgehend auf den Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger. Der Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen ist generell nicht gestattet. Den Erzeugnissen der ökologischen Landwirtschaft dürfen vor dem Verkauf als Bio-Lebensmittel keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, künstliche Farb- oder künstliche Konservierungsstoffe zugefügt werden.

Die ökologische Landwirtschaft ist laut einer 2017 veröffentlichten Meta-Analyse europäischer Daten generell umweltfreundlicher pro Flächeneinheit als konventionelle Landwirtschaft. In Kombination mit dem Verzicht auf Kraftfutter, einer entsprechenden Reduktion des Konsums tierischer Produkte und mit der Reduktion von Nahrungsmittelabfällen kann der Biolandbau eine wichtige Rolle in einem nachhaltigen Ernährungssystem spielen. Dabei wäre die Ernährung der Weltbevölkerung auch bei über 9 Milliarden im Jahre 2050 gesichert, der Landverbrauch würde nicht zunehmen, die Treibhausgasemissionen würden vermindert und die negativen Auswirkungen des heutigen intensiven Ernährungssystems wie große Stickstoffüberschüsse oder hohe Pestizidbelastung würden stark reduziert werden. Die Umstellung auf Biolandbau bei sonst gleichbleibenden Konsummustern würde hingegen zu einem erhöhten Flächenverbrauch führen.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Baldur Springmann stirbt in Lübeck. Baldur Springmann war ein deutscher ökologischer Landwirt, Publizist und Politiker des rechtsextremen Spektrums mit völkischem Hintergrund. Der Erbe einer Industriellenfamilie studierte Landwirtschaft, baute in den 1950er Jahren einen Hof in Schleswig-Holstein mit biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise auf und gehörte zu den Pionieren der Ökologiebewegung in der Bundesrepublik. Er war seit den 1970er Jahren unter anderem in der Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher (AUD) und im Weltbund zum Schutz des Lebens (WSL-D) aktiv, 1978 Gründungsmitglied der Grünen Liste Schleswig-Holstein und im Januar 1980 der Partei Die Grünen. Im Juni 1980 trat er nach Richtungsstreitigkeiten aus und beteiligte sich 1982 an der Konstituierung der Ökologisch-Demokratischen Partei. 1983 zog er sich auch dort zurück und engagierte sich in den Folgejahren verstärkt im WSL-D Schleswig-Holstein und anderen Gruppierungen mit rechtsextremen Verbindungen und Hintergründen.
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Gestorben: Eve Balfour stirbt in Dunbar. Lady Evelyn Barbara „Eve“ Balfour war Agrarwissenschaftlerin und Farmerin und eine der Schlüsselfiguren in der Entwicklung des ökologischen Landbaus im Commonwealth of Nations.
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Gestorben: Alwin Seifert stirbt in Dießen am Ammersee. Alwin Seifert war ein deutscher Gartenarchitekt, Hochschullehrer, Landschaftsgestalter und Naturschützer. Er gilt als früher Vertreter der Ökologiebewegung und des ökologischen Landbaus auch in der Zeit des Nationalsozialismus.
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Gestorben: Jerome Irving Rodale stirbt in New York. Jerome Irving Rodale war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Verleger. Er war einer der Mitbegründer der „Organic Food“-Bewegung und einer der ersten engagierten Fürsprecher für Ökologische Landwirtschaft, die er durch die von ihm geschriebenen bzw. bei ihm verlegten Bücher bekannt machte.
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Geboren: Norwich Rüße wird in Burgsteinfurt geboren. Norwich Rüße ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und ökologisch wirtschaftenderLandwirt. Seit 2010 ist er Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen.

Sonstige Ereignisse

2010

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Anneliese Schmeh, Landwirtschaftsmeisterin und Biobäuerin aus Überlingen (Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis)

Tagesgeschehen

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Oldenburg/Deutschland: Die Staatsanwaltschaft Oldenburg deckt Betrügereien bei der Hühnerhaltung auf Biohöfen bei der Kennzeichnung von Bio-Eiern auf.
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Deutschland: Bundesverbraucherschutzministerin Künast gibt bekannt, dass der Ökolandbau weiter auf dem Vormarsch sei. Es gebe jetzt etwa 15.000 ökologisch wirtschaftende Betriebe.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1999

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Gründung: Die zotter Schokoladen Manufaktur ist ein 1999 gegründeter Hersteller von fair produzierter Schokolade mit Sitz im Ortsteil Bergl der steirischen Gemeinde Kornberg. Rund 250 Tonnen biologischerKakaobohnen werden dort mit vielen weiteren Zutaten jährlich zu über 15 Millionen Tafeln Schokolade, verteilt auf 150 Sorten, sowie zu Trinkschokolade und weiteren Schokoladenprodukten veredelt. Knapp die Hälfte des Umsatzes erzielt das österreichische Unternehmen über 3500 Vertriebsstellen im weltweiten Ausland.

1997

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Gründung: Die basic AG ist eine Handelskette von Bio-Supermärkten mit Sitz in München, die 1997 gegründet wurde und ausschließlich Produkte aus ökologischem Anbau verkauft.

1988

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Gründung: Die Firma Sonnentor ist ein österreichisches Unternehmen mit Sitz in Sprögnitz (Gemeinde Großgöttfritz), das auf die Herstellung und Vermarktung von Naturprodukten aus biologischem Anbau spezialisiert ist.

1975

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Gründung: Rapunzel Naturkost ist ein 1975 von Joseph Wilhelm und Jennifer Vermeulen gegründetes Unternehmen, das vegetarischbiologischeProdukte herstellt und vertreibt. Die Firma hat 2010 ihren Firmensitz im oberschwäbischen Legau im Landkreis Unterallgäu. Das Unternehmen ist ein anerkannter Demeter-Hersteller und einer der größten Betriebe der Öko-Branche in Deutschland.

1955

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Gründung: Die Landmaschinenfabrik Köckerling GmbH & Co. KG ist ein auf Landtechnik für die pfluglose Bodenbearbeitung spezialisierter Hersteller von Bodenbearbeitungsgeräten und Sämaschinen mit Hauptsitz in der ostwestfälischen Stadt Verl in Deutschland. Die international vertriebenen Produkte von Köckerling werden vor allem bei Mulch- oder Direktsaatverfahren und im ökologischen Landbau eingesetzt.

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