Österreich-Ungarn

Die Österreichisch-Ungarische Monarchie, ungarischOsztrák-Magyar Monarchia, kurz Österreich-Ungarn, informell auch k. u. k. Doppelmonarchie genannt, war eine Realunion in der letzten Phase des Habsburgerreiches in Mittel- und Südosteuropa für den Zeitraum zwischen 1867 und 1918. Sie bestand nach dem Umbau des Kaisertums Österreich zu einem Staatenverband auf der Grundlage des österreichisch-ungarischen Ausgleiches vom 8. Juni 1867 (in Österreich am 21. Dezember 1867 verfassungsmäßig implementiert) bis zum 31. Oktober 1918 (Austritt Ungarns aus der Realunion).

Die Österreichisch-Ungarische Monarchie setzte sich aus zwei Staaten zusammen: aus den im Reichsrat vertretenen Königreichen und Ländern, inoffiziell Cisleithanien (erst ab 1915 amtlich Österreich genannt), und den Ländern der Heiligen Ungarischen Krone, inoffiziell Transleithanien (vulgo Ungarn). Hinzu kam das seit 1878 von Österreich besetzte Gebiet Bosniens und der Herzegowina, das 1908 als Kondominium nach langen Verhandlungen der Monarchie einverleibt wurde. Die verfassungsrechtlichen Ausgleichsvereinbarungen sicherten im Sinne einer Realunion die Gleichberechtigung der beiden (Teil-)Staaten im Verhältnis zueinander. Gemeinsames Staatsoberhaupt war der Kaiser von Österreich und Apostolische König von Ungarn aus dem Haus Habsburg-Lothringen. Von 1867 bis 1916 herrschte Franz Joseph I., danach bis 1918 sein Großneffe Karl I./IV.

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Historische Kondominien

1866

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Schleswig-Holstein als preußisch-österreichisches Kondominium von 1864 bis

Österreich-Ungarn

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In Neudörfl beginnt, als vertrauliche Besprechung ausgegeben, der Gründungsparteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Österreich. Richtungskämpfe lassen die Partei jedoch erst durch das Wirken Viktor Adlers auf dem Hainfelder Parteitag ab dem Jahr 1889 entstehen.
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Der Begriff Kaisertum Österreich wird durch die Bezeichnung Österreichisch-Ungarische Monarchie per Handverfügung des Kaisers Franz Joseph I. ersetzt.

1867

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15. März: Vertragsunterzeichnung des österreichisch-ungarischen Ausgleichs, Gründung von Österreich-Ungarn

Balkan/Osmanisches Reich

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Österreich-Ungarn beginnt im Okkupationsfeldzug die Besetzung von Bosnien und der Herzegowina gemäß dem beim Berliner Kongress getroffenen Frieden.
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bis 13. Juli: Berliner Kongress unter dem Vorsitz Otto von Bismarcks: Rumänien, Serbien und Montenegro werden unabhängig, Rumänien erhält zudem die Dobrudscha, muss dafür jedoch einen Teil von Bessarabien an Russland abtreten. Bulgarien erhält einen Sonderstatus, bleibt jedoch dem Osmanischen Reich gegenüber tributpflichtig. Österreich-Ungarn darf Bosnien und die Herzegowina besetzen, Großbritannien erhält Zypern pachtweise, während Raszien, Albanien, Makedonien und Rumelien beim Osmanischen Reich verbleiben.

1878

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3. März: Frieden von San Stefano: Das Osmanische Reich muss sich einem für Russland günstigen Diktatfrieden beugen. Da der Machtzuwachs Russlands den Großmächten Österreich-Ungarn, Großbritannien und Frankreich zu weit geht, wird es noch im gleichen Jahr zum Berliner Kongress kommen. Bulgarien wird nach fast 500 Jahren osmanischer Herrschaft wieder unabhängig.

Neuzeit

1882

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Italien tritt dem bisherigen Zweibund (Deutsches Reich und Österreich-Ungarn) bei und macht ihn damit zum Dreibund (Zeittafel Rom)

Natur & Umwelt

1886

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In Österreich-Ungarn wird das Edelweiß unter Naturschutz gestellt.

Historische Behörden

1895

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Osterreich-Ungarn? Österreich-Ungarn: Provisorisches Beamtenministerium (Ministerium für öffentlichen Dienst)

Wirtschaft

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In Österreich-Ungarn wird die Österreichische Krone ausschließliches Zahlungsmittel. Die neue Goldwährung ersetzt den Gulden, der seit 1892 langsam aus dem Verkehr gezogen wurde.

1892

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Bei einer Währungsumstellung in Österreich-Ungarn wird der Gulden von der Krone abgelöst. Der Gulden bleibt aber noch bis 1900 in Umlauf.

1885

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11. März: In Österreich-Ungarn werden gesetzliche Arbeitsregelungen erlassen. Die maximale Arbeitszeit wird auf elf Stunden festgelegt. Verboten sind Nachtarbeit für Frauen und Jugendliche sowie Kinderarbeit.
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Die ersten postamtlich-offiziellen Postkarten erscheinen in Österreich-Ungarn.

1867

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15. März: In Österreich wird im Zahlungsverkehr die Postanweisung eingeführt.

Ereignisse > Wirtschaft

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Ein Handelsvertrag zwischen Österreich-Ungarn und Serbien wird in Wien unterzeichnet und beendet zumindest den im Rahmen der Bosnischen Annexionskrise entstandenen Handelskrieg. (14. März)
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In Österreich-Ungarn werden gesetzliche Arbeitsregelungen erlassen. Die maximale Arbeitszeit wird auf elf Stunden festgelegt. Verboten sind Nachtarbeit für Frauen und Jugendliche sowie Kinderarbeit. (11. März)
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In Österreich wird im Zahlungsverkehr die Postanweisung eingeführt. (15. März)

Balkan

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Österreich-Ungarn gibt dem annektierten Bosnien und Herzegowina eine Verfassung (Landesstatut). Darin ist eine Landesregierung mit Landeschef und ein Landtag vorgesehen.

Europa

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Europa & Mittelmeerraum: Bei der Londoner Botschafterkonferenz wird die Loslösung Albaniens vom Osmanischen Reich von Europas Großmächten Russland, Österreich-Ungarn, Italien, Deutschland und Großbritannien anerkannt.
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Europa & Mittelmeerraum: Der Dreibund zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und dem Königreich Italien wird um sechs Jahre verlängert.
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Bosnische Annexionskrise. Österreich-Ungarn proklamiert die Annexion Bosnien und Herzegowinas, was zu einer europäischen Krise führt.
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Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien verlängern ihren Dreibund um weitere sechs Jahre.
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Weitere Ereignisse in Europa: In Prag folgen Arbeiter einem Aufruf der Sozialdemokraten und streiken, um das allgemeine Wahlrecht in der Donaumonarchie zu erlangen.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1912

Werk > Theaterstücke:
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Androklus und der Löwe (Original: Androcles and the Lion), Komödie (George Bernard Shaw)

1910

Werk:
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Mosaik des kleinen Wappens der k. u. k. Monarchie für die Wiener Jagdausstellung; zusammen mit Györgyfaloy (Leopold Forstner)

Friedensschlüsse

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bei Padua, zwischen Österreich-Ungarn und den Alliierten

Geschichte > Wappen

1919

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Als Teil des Wappens von Österreich-Ungarn von 1857 bis (Siebenbürgen)

Österreichisch-Ungarische Nachfolgestaaten

1919

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23. März: Der letzte Monarch Österreich-Ungarns, Karl I. verlässt mit seiner Familie Österreich und begibt sich ins Exil in der Schweiz. Im Feldkircher Manifest widerruft er vor dem Grenzübertritt seinen Verzicht auf die Ausübung der Regierungsgeschäfte, was alsbald Anlass für das Habsburger-Gesetz wird.

Geschichte des Wahlrechts > Österreich

1919

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Nach dem Untergang Österreich-Ungarns und dem Gesetz vom 12. November 1918 über die Staats- und Regierungsform in Deutschösterreich erlangten auch die Frauen das Wahlrecht.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1993

Preisträger > Übersetzung in eine Fremdsprache:
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Josef Balvin (Tschechien) / Bernard Kreiss (Deutschland) (Staatspreis für literarische Übersetzung)

Ereignisse

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Der Vertrag von Saint-Germain, der die Auflösung der k.u.k. Doppel-Monarchie Österreich-Ungarn und die Bedingungen für die neue Republik Österreich regelt, tritt in Kraft.
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Der geheim gehaltene Dreikaiserbund zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Russland verpflichtet die Vertragsparteien zur Neutralität im Konfliktfall mit einer vierten Partei. Das Bündnis hat eine Laufzeit von drei Jahren und ersetzt das von Russland aufgekündigte Dreikaiserabkommen von 1873.
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Mit der mündlich vereinbarten Konvention von Reichstadt werden sich die Großmächte Österreich-Ungarn und das Russische Reich in der Orientalischen Frage einig. Unter anderem wird auf dem Balkan die Einflusssphäre der beiden Mächte mit fast völligem Einvernehmen abgegrenzt.
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Österreich-Ungarn und das Königreich Bayern vereinbaren in einem Staatsvertrag den Bau einer Eisenbahnlinie durch den Bayerischen Wald/Böhmerwald und den Bau eines gemeinsamen Bahnhofs direkt auf der bayerisch-böhmischen Grenze.

Politik & Weltgeschehen

1975

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Bei der Nationalratswahl in Österreich erringt die SPÖ mit Bundeskanzler Kreisky neuerlich die absolute Mehrheit in Stimmen und Mandaten. (5. Oktober)

1972

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Der ehemalige König Mwami Ntaré V. kehrt – möglicherweise nach Amnestiezusicherung – aus dem ugandischen Exil nach Burundi zurück und wird sofort verhaftet. Wenig später wird er im Zuge von Unruhen ermordet. (30. März)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Der letzte Monarch Österreich-Ungarns, Karl I. verlässt mit seiner Familie Österreich und begibt sich ins Exil in der Schweiz. Im Feldkircher Manifest widerruft er vor dem Grenzübertritt seinen Verzicht auf die Ausübung der Regierungsgeschäfte, was alsbald Anlass für das Habsburger-Gesetz wird. (23. März)
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Erster Weltkrieg: Unterzeichnung des Waffenstillstands von Villa Giusti zwischen Italien (Pietro Badoglio) und Österreich-Ungarn (Viktor Weber Edler von Webenau)
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Erster Weltkrieg: Beginn der Schlacht von Vittorio Veneto, die zur Niederlage Österreich-Ungarns führt

Kunst & Kultur

2003

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Ausstellung > Einzelausstellung: „Cuixart Ara“ Sala Verdaguer- Generalitat de Catalunya-, Barcelona / „Cuixart Antológica“ M.A.C.U.F, La Coruña / Galeria Canals, Sant Cugat del Vallès (Modest Cuixart)

1908

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Bildende Kunst: Der österreichischeArchitekt Adolf Loos veröffentlicht seinen Aufsatz Ornament und Verbrechen, in dem eine klare Forderung nach dem Ende des Jugendstils zum Ausdruck kommt
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Kultur: In den Behörden von Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz wird die geänderte deutsche Rechtschreibung eingeführt. Es werden damit Ergebnisse der II. Orthographischen Konferenz umgesetzt. Die Änderung der „th“-Schreibung ist eines ihrer wesentlichen Merkmale.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2013

Hörspiele:
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Ein Zeichen von Großzügigkeit von Chris Ohnemus - Regie: Martin Zylka (SR/RB/WDR) (Marc Hosemann)

1945

"Österreich-Ungarn" in den Nachrichten