4-mal-100-Meter-Staffel

Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2007 in Osaka: Athleten verschiedener Nationen bei der Übergabe des Staffelstabes
Bild: Eckhard Pecher (Arcimboldo)

Der 4-mal-100-Meter-Staffellauf (kurz 4 × 100-m-Staffel) ist ein olympischer Wettbewerb der Leichtathletik, bei dem vier Läufer (die Stafette) nacheinander jeweils 100 Meter, also zusammen eine ganze Stadionrunde zurücklegen. Der Wechsel zwischen den Läufern erfolgt durch Übergabe eines Staffelstabes.

Bei den Männern erzielen die schnellsten Staffeln eine Zeit unter 37 Sekunden (Weltrekord: 36,84 s, Stand 11. August 2012; das entspricht 10,86 m/s oder 39,09 km/h).



Geschichte




Die ersten Staffelläufe von Leichtathleten gab es nach dem Vorbild von Wettbewerben von Feuerwehrleuten um 1880 oder 1890 in den USA, die jeweils 300 Meter liefen und einen Wimpel übergaben. Der Wimpel wurde später durch einen Holzstab von einem Fuß Länge (30,48 cm) ersetzt.In Deutschland gab es ab 1895/96 Staffelläufe über 5-mal 100 Meter und 4-mal 100 Meter, anfangs noch ohne fliegenden Wechsel (bis 1922) und mit Übergabe durch Handschlag. Die Einführung des fliegenden Wechsels wurde im Februar 1912 beschlossen. Erstmals ins Programm der Deutschen Meisterschaften kam die 4-mal-100-Meter-Staffel am 23./24. August 1919.Den ersten inoffiziellen Weltrekord stellte eine deutsche Staffel vom SC Nordwest Berlin im Jahr 1896 mit einer Zeit von 48,2 s auf. Der erste inoffizielle Weltrekord mit registrierten Staffelteilnehmern wurde am 14. Juli 1901 durch die Läufer Lindemann, Graßmann, Kutscher und Frank vom Akademischen SC Berlin aufgestellt. Offizielle deutsche Rekorde wurden erst ab 1921 registriert. Der Lauf musste dazu in Deutschland stattgefunden haben, weshalb auch der von der deutschen Staffel im olympischen Vorlauf 1912 in Stockholm erzielte erste offizielle Weltrekord zunächst nicht als deutscher Rekord geführt wurde.Im englischsprachigen Raum waren auch Staffelläufe über 4-mal 110 Yards (4-mal 100,548 Meter = 402,336 Meter) üblich. Bis 1970 wurde die Strecke bei den Commonwealth-Spielen gelaufen.Der erste registrierte Rekord der deutschen Frauen ist die Zeit von 56,4 s, am 25. Mai 1918 vom TSV 1860 München (Läuferinnen: Kießling, Krom, Rädler, Rodder) erzielt. Bereits bei der erstmaligen Teilnahme von Frauen an den Deutschen Meisterschaften, am 14./15. August 1920, gehörte die 4-mal-100-Meter-Staffel zum Wettkampfprogramm (zusammen mit 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen).Bei den Olympischen Spielen 1908 wurde zunächst die Olympische Staffel ins Programm genommen, bei der zweimal 200 Meter und je einmal 400 und 800 Meter zu laufen waren. Die bis in die Gegenwart üblichen Streckenlängen, 4-mal 100 Meter und 4-mal 400 Meter wurden bei den Olympischen Spielen 1912 eingeführt. Dort liefen im Finale nur drei Mannschaften, von denen die deutsche Mannschaft disqualifiziert und deshalb keine Bronzemedaille vergeben wurde....

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Bekannte Einzelfälle

1964

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Ewa K?obukowska, eine polnische Athletin, die bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio bei den Frauen die Bronzemedaille in der 4-mal-100-Meter-Staffel gewann. Sie wurde 1967 als erste bekannte Athletin international nach einem angeordneten Geschlechtstest von weiteren Wettkämpfen ausgeschlossen. (Geschlechtsüberprüfung beim Sport)

Sport

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Leichtathletik: Jamaika lief die 4 x 100 Meter in 37,10 Sekunden.

1987

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Höhepunkte der sportlichen Karriere (nur Meistertitel): Weltmeisterschaften: Platz 5 mit der 4 × 100-m-Staffel (Fritz Heer)

1987

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Höhepunkte der sportlichen Karriere (nur Meistertitel): Weltmeisterschaften: Platz 5 mit der 4-mal-100-Meter-Staffel (Fritz Heer)

1980

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Höhepunkte der sportlichen Karriere: Deutscher Meister in der 4-mal-100-Meter-Staffel (Bernd Sattler)

1974

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Sportliche Karriere: wurde sie Europameisterin im 4-mal-100-Meter-Staffellauf (42,51? s, zusammen mit Christina Heinich, Bärbel Eckert und Renate Stecher). Sie startete bei diesen Titelkämpfen auch im 200-Meter-Lauf, schied jedoch im Halbfinale aus. (Doris Maletzki)

Teilnahme an internationalen Höhepunkten

1982

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Europameisterschaften: Platz 3 mit der 4-mal-100-Meter-Staffel (38,71? s: Christian Zirkelbach, Christian Haas, Peter Klein, Erwin Skamrahl); 200-Meter-Lauf: im Vorlauf ausgeschieden (Peter Klein (Leichtathlet))

1982

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Europameisterschaften: Platz 3 mit der 4-mal-100-Meter-Staffel (38,71? s: Christian Zirkelbach, Christian Haas, Peter Klein, Erwin Skamrahl); 100-Meter-Lauf: im Zwischenlauf ausgeschieden (Christian Haas (Leichtathlet))

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2012

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Erfolg: 1. Platz: Europameisterschaften (Tatjana Pinto)

2012

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Erfolg: 1. Platz: Europameisterschaften (4 × 100 m) (Tatjana Pinto)

2010

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Erfolg: Deutscher Meister mit der 4 × 100-m-Staffel des TV Wattenscheid 01 (Jan Quade)

2010

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Erfolg: Deutscher Meister mit der 4x100m Staffel des TV Wattenscheid 01 (Jan Quade)

2009

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Erfolg: Schweizer Meisterin 100-Meter-Lauf und 200-Meter-Lauf; 2. Rang European Youth Olympic Festival 100-Meter-Lauf und 1. Rang mit der 4-mal-100-Meter-Staffel; 6. Rang U18-Weltmeisterschaften 200-Meter-Lauf; 2. Rang Schweizer Hallenmeisterschaften 60-Meter-Lauf und 200-Meter-Lauf (Mujinga Kambundji)

Einsätze bei internationalen Höhepunkten

1994

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Junioren-Weltmeisterschaften: Platz 2 mit der 4-mal-100-Meter-Staffel (44,78? s); beim 100-Meter-Einzelrennen im Halbfinale ausgeschieden (Esther Möller)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2014

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Statistik > Weltbestenliste > Männer: Schweizer Rekord: 38,54 s, SUI (Pascal Mancini, Reto Amaru Schenkel, Suganthan Somasundaran, Alex Wilson), Zürich, 16. August

2014

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Statistik > Weltbestenliste > Frauen: Schweizer Rekord: 42,94 s Nationalmannschaft (Mujinga Kambundji, Marisa Lavanchy, Ellen Sprunger, Lea Sprunger), Lausanne, 3. Juli

2012

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Statistik > Weltbestenliste > Frauen: Schweizer Rekord: 43,51 s Nationalmannschaft (Michelle Cueni, Jacqueline Gasser, Ellen Sprunger, Lea Sprunger), Helsinki, 30. Juni

2012

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Statistik > Weltbestenliste > Männer: Deutscher Rekord: 38,02 s, (Julian Reus, Tobias Unger, Alexander Kosenkow, Lucas Jakubczyk), Weinheim, 27. Juli

2010

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Statistik > Weltbestenliste > Männer: Schweizer Rekord: 38,69 s, SUI (Pascal Mancini, Aron Beyene, Reto Amaru Schenkel, Marc Schneeberger), Barcelona, 1. August

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