Abbasiden

Die Dynastie der Abbasiden (arabisch العبّاسيّون, DMGal-‘Abbāsiyyūn) löste 750 die Umayyaden in der Regierung des Kalifats ab. Sie wurde wie die Umayyaden und später die Osmanen von fast allen Sunniten anerkannt. Der Name der Abbasiden geht zurück auf al-ʿAbbās ibn ʿAbd al-Muttalib, einen Onkel des Propheten Mohammed. Die Familie gehört zur Sippe der Haschimiten. Das Kalifat der Abbasiden in Bagdad wurde 1258 mit der Eroberung von Bagdad durch die Mongolen und der Hinrichtung des Kalifen Al-Musta'sim beendet.

Die Dynastie der Abbasiden bestand durch Einsetzungen durch den mamlukischen Sultan Baibar fort. In der Folge existierte ein durch die Mamluken erhaltenes abbasidisches Ersatz-Kalifat in Kairo, welches die realpolitische Machtausübung an die Mamluken formal übertrug und unter Muslimen außerhalb des Herrschaftsgebietes nur noch geringere Anerkennung erhielt. Mit der Eroberung Kairos durch die Osmanen 1517 wurde die Dynastie der Abbasiden endgültig beendet. Nach mehreren Migrationsbewegungen leben Abbasiden heutzutage vorwiegend in Palästina.

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Geboren & Gestorben

1857

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Gestorben: Baz Khan stirbt. Baz Khan oder Sardar Sherbaz Khan war der oberste Fürst (Sardar) der Dhund-Abbasiden von Hazara, heutiges Pakistan. Er regierte in der Zeit des Kolonialreichs von Britisch Indien.

1258

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Gestorben: um den 20. Februar: al-Musta'sim bi-'llah, 37. Kalif der Abbasiden (* 1212)
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Gestorben: Al-Mustansir (Abbasiden) stirbt. Al-Mustansir war 1226–1242 der sechsunddreißigste Kalif der Abbasiden.
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Gestorben: Az-Zāhir bi-amri 'llāh stirbt in Bagdad. az-Zāhir bi-amri 'llāh, arabisch? ‏الظاهر بأمر الله، محمد بن الناصر‎, DMG aẓ-Ẓāhir bi-amri ’llāh, Muḥammad b. an-Nāṣir, war der fünfunddreißigste Kalif der Abbasiden (1225–1226).
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Gestorben: An-Nāsir li-Dīni 'llāh stirbt. Abu l-Abbas Ahmad ibn al-Mustadi an-Nasir li-Dini llah war von 1180 bis 1225 der vierunddreißigste Kalif aus der Dynastie der Abbasiden.

Islamische Expansion

749 n. Chr.

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Abu l-Abbas as-Saffah lässt sich in Kufa zum Kalifen ausrufen und begründet die Dynastie der Abbasiden, mit Bagdad als Hauptstadt. Er kämpft gegen den amtierenden (letzten) Kalifen der Umayyaden, Marwan II..

Umayyadenreich

750 n. Chr.

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16.–25. Januar: Islamische Expansion: Die Umayyaden werden von den Abbasiden in der Schlacht am Großen Zab im Nordirak entscheidend geschlagen und gestürzt. Die Abbasiden setzen sich als Kalifen durch und töten die Angehörigen der Umayyaden-Familie. Lediglich Abd ar-Rahman I., Enkel des Kalifen Hischam, entkommt dem Massaker und flieht zu den Berbern in den Maghreb.

Ereignisse > Byzanz und die muslimische Welt

750 n. Chr.

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Nach ihrem Sieg in der Schlacht am Zab lösten die Abbasiden die Umayyaden als Kalifen ab. (8. Jahrhundert)

Zeitleiste

750 n. Chr.

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Die Abbasiden stürzen im Kalifat die Umayyaden. (Spätantike)

Ereignisse > Asien

751 n. Chr.

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In der Schlacht am Talas siegte das Abbasiden-Kalifat über ein Heer des chinesischen Tang Kaisers. Damit verloren die Chinesen die Herrschaft über Zentralasien zugunsten muslimischer Herrscher. (8. Jahrhundert)

Afrika & Asien

776 n. Chr.

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Aufstand des al-Muqanna in Chorassan gegen die Abbasiden (bis 779).

771 n. Chr.

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Die Muhallabiten verteidigen als Statthalter der abbasidischen Kalifen in der Provinz Ifriqiya deren Herrschaft gegen rebellierende Berber.

771 n. Chr.

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Sulayman wird Wali der Abbasiden.

Asien & Afrika

787 n. Chr.

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Das Kalifat der Abbasiden in Bagdad erkennt die Unabhängigkeit der Herrschaft der Rustamiden in Algerien an.

Vorderasien

899 n. Chr.

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Aufständische gegen das BagdaderAbbassidenkalifat, die nach einem ihrer Anführer Qaramitah genannt werden, gründen in Bahrain einen Staat.

816 n. Chr.

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Der Aufstand des Babak gegen die Abbasiden beginnt in Aserbaidschan und dauert bis 837 an.

Europa

1055

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Ereignisse > Mittelmeerraum und Naher Osten: Tughrul Beg erobert Bagdad und bekommt vom Abbasiden-Kalifen al-Qa'im den Titel Sultan verliehen. Die Seldschuken sind fortan die eigentlichen Herrscher über das Kalifat in Bagdad. (11. Jahrhundert)

777 n. Chr.

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Abd ar-Rahman I., erster Emir von Córdoba, wehrt einen Eroberungsversuch der Abbasiden ab. Im Winter 777/778 wendet sich außerdem der Statthalter von Saragossa, Ibn Arabi, an Karl den Großen in Paderborn, um von diesem Unterstützung gegen seinen Herren Abd ar-Rahman zu erlangen. Dies ist Anlass für Karls Feldzug über die Pyrenäen im nächsten Jahr.

755 n. Chr.

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August: Abd ar-Rahman I., letzter Überlebender der Umayyaden, der vor den Nachstellungen der Abbasiden-Kalifen nach Nordafrika geflohen war, setzt nach Andalusien über, wo er eine eigene Herrschaft errichten will.

Anfänge 711 bis 975

929 n. Chr.

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Abd ar-Rahman III. ruft sich selber zum Kalifen von Cordoba aus und bricht mit den Abbasidenkalifat in Bagdad. (Zeittafel Reconquista)

Politik & Weltgeschehen

1058

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Al-Basasiri, ein General der Abbasiden, rückt mit seinen Truppen erneut in den Irak ein.

883 n. Chr.

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Al-Muwaffaq schlägt den Aufstand der Zandsch im Südirak gegen die Herrschaft der Abbasiden nieder.

865 n. Chr.

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Al-Mutazz wird Kalif der Abbasiden.

837 n. Chr.

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Der Aufstand des Babak in Aserbaidschan und dem Westiran wird von den Abbasiden niedergeschlagen.

761 n. Chr.

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Den Abbasiden gelingt es, Ibn Rustam in der Provinz Ifriqiya zu besiegen; er flieht nach Westalgerien; Abu l-Chattab al-Maafiri, der Ibn Rustam als Statthalter eingesetzt hatte, kommt im Kampf ums Leben.

Die Großseldschuken (1038–1194)

1055

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vernichtete die Buyiden und ließ sich nach dem Einzug in Bagdad vom Abbasidenkalifen zum Sultan und „König des Ostens und Westens“ (Malik al-mašriq wa-’l-ma?rib) ernennen (Liste der Seldschuken-Fürsten)

Arabien

1094

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Al-Mustazhir wird 28. Kalif der Abbasiden.

Naher Osten

1118

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Al-Mustarshid wird 29. Kalif der Abbasiden.

Bemerkenswertes

Exponierte Ereignisse:
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Bagdad wird nach kurzer Belagerung von den Mongolen unter Hülegü eingenommen, womit das Kalifat der Abbasiden endet.
Exponierte Ereignisse:
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Bagdad wird als neue Hauptstadt des Kalifats der Abbasiden gegründet.

Afrika

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Al-Hakim I. wird nach dem Tod von Al-Mustansir II. der zweite Kalif der Abbasiden, der in Kairo residiert.

793 n. Chr.

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Erneuter (erfolgloser) Aufstand in Ägypten gegen die Herrschaft der Abbasiden.

772 n. Chr.

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Ein Aufstand der Charidschiten unter Abu Quna und Ibn Rustam gegen die Abbasiden bzw. ihre Statthalter im heutigen Tunesien, die Muhallabiten, scheitert bei Kairuan; Ibn Rustam, Begründer der Dynastie der Rustamiden, zieht sich nach Tahert (heute Algerien) zurück.

772 n. Chr.

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Marokko wird dem Reich der arabischen Abbasiden angegliedert.

Asien

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Den Mongolen gelingt nach wenigen Tagen die Eroberung von Bagdad. Im darauf folgenden Massaker werden zwischen 100.000 und einer Million Menschen getötet oder versklavt. Das Haus der Weisheit und alle anderen Bibliotheken der Stadt werden zerstört. Wenige Tage später, vermutlich am 20. Februar, wird Kalif al-Musta'sim bi-'llah, der sich geweigert hat, die Stadt zu übergeben, hingerichtet. Damit endet die Herrschaft des Kalifengeschlechts der Abbasiden in Bagdad, das auf mehrere Jahre hinaus entvölkert ist.

974 n. Chr.

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Nach dem Tod seines Vaters wird At-Tāʾiʿ der 24. abbasidische Kalif.

945 n. Chr.

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Die persischen Buyiden besetzen Bagdad und übernehmen für über einhundert Jahre die Schutzherrschaft über die Kalifen. Damit sind die Abbasiden politisch entmachtet und nur noch das geistige Oberhaupt der sunnitischen Muslime.

890 n. Chr.

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Hamdan ibn Hamdun wird von den Abbasiden zum Statthalter in Mardin gemacht; er ist der Begründer der Dynastie der Hamdaniden.

868 n. Chr.

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Begründung der Tuluniden-Dynastie durch Ahmad ibn Tulun, Loslösung von den Abbasiden in Bagdad.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1978

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Werkausgaben nach Erscheinungsjahr: Teil 3 behandelt die Abbasiden bis zum Kalifat von al-Mahdi. Herausgegeben von ʿAbdal-ʿAzīz ad-Dūrī. Bibliotheca Islamica. 28c. Wiesbaden (al-Balādhurī)

1936

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Werk: Die Regentschaft Al-Muwaffaqs: Ein Wendepunkt in d. 'Abbâsidengeschichte, Dissertation, in Neue deutsche Forschungen, Bd. 1, Berlin, Junker & Dünnhaupt (Walther Hellige)

1522

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Werk: Tercüme-i en-nüzhe es-seniyye fi zikr el-hulefa ve'l-mülük el-m?sriyye (dt. “Übersetzung der erhabenen Ausgabe in der Erwähnung der Kalifen und der ägyptischen Könige”) ist sein wichtigstes Werk. Es ist die türkisch geschriebene Version der arabischen Chronik nuzha saniya, 1477/78 in Kairo von Hasan ben al-Tulun? (1432–1517) verfasst. Der erste Teil umfasst die Geschichte des Propheten und der vier “wahren” ersten Kalifen, sowie die der Umayyaden und Abbasiden. Im zweiten Teil wird die Geschichte Ägyptens von der vorislamischen Zeit bis zur Herrschaft des Mamluken-Sultans Qaytbay (1468–1496). Der dritte Teil beinhaltet die Zeit von 1496 bis (Abdussamed Diyarbekri)

1522

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Werk: Tercüme-i en-nüzhe es-seniyye fi zikr el-hulefa ve'l-mülük el-mısriyye (dt. “Übersetzung der erhabenen Ausgabe in der Erwähnung der Kalifen und der ägyptischen Könige”) ist sein wichtigstes Werk. Es ist die türkisch geschriebene Version der arabischen Chronik nuzha saniya, 1477/78 in Kairo von Hasan ben al-Tulunı (1432 - 1517) verfasst. Der erste Teil umfasst die Geschichte des Propheten und der vier “wahren” ersten Kalifen, sowie die der Umayyaden und Abbasiden. Im zweiten Teil wird die Geschichte Ägyptens von der vorislamischen Zeit bis zur Herrschaft des Mamluken-Sultans Qaytbay (1468-1496). Der dritte Teil beinhaltet die Zeit von 1496 bis (Abdussamed Diyarbekri)

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