Ablass

Ablass (Indulgenz, lateinischindulgentia, veraltet auch römische Gnade) ist ein Begriff aus der römisch-katholischen Theologie und bezeichnet einen von der Kirche geregelten Gnadenakt, durch den nach kirchlicher Lehre zeitliche Sündenstrafen erlassen (nicht dagegen die Sünden selbst vergeben) werden. Es gibt Teilablässe oder vollkommene Ablässe, die die Gläubigen unter von der Kirche bestimmten Bedingungen erlangen können. Ablässe können den Lebenden und den Verstorbenen zugewendet werden.

Um einen Ablass zu gewinnen, müssen Katholiken meist ein bestimmtes frommes Werk (z. B. Wallfahrt, Kirchen- oder Friedhofsbesuch, besonderes Gebet) in angemessener Disposition vollbringen. Deshalb gehört zu den Voraussetzungen für die Ablassgewinnung die sakramentale Beichte, der Empfang der heiligen Kommunion und das Gebet in der Meinung (das heißt, in den Anliegen) des Heiligen Vaters. Ablässe kann der Gläubige nicht nur für sich selbst, sondern auch für das Seelenheil eines Verstorbenen gewinnen. Die Gewinnung eines Ablasses kann von der zuständigen kirchlichen Behörde in einem sogenannten Ablassbrief bestätigt werden.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Thomas Cajetan stirbt in Rom. Thomas Cajetan war von 1508 bis 1518 Ordensgeneral der Dominikaner, Kardinal der Titelkirche Santa Prassede und Begründer des Neuthomismus in der Renaissance. Er wurde berühmt wegen seiner zweitägigen Unterredung mit Luther, bei der er ihn aufforderte, seine 95 Thesen über den Ablass zu widerrufen, da Cajetan diese, mit Bezug auf die Päpstliche Bulle Unigenitus dei filius von Papst Clemens VI., für ketzerisch hielt und er selbst als Theologe das Papsttum für unfehlbar erklärte.
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Geboren: Thomas Cajetan wird in Gaëta, daher Gaëtanus, Cajetan geboren. Thomas Cajetan war von 1508 bis 1518 Ordensgeneral der Dominikaner, Kardinal der Titelkirche Santa Prassede und Begründer des Neuthomismus in der Renaissance. Er wurde berühmt wegen seiner dreitägigen Unterredung mit Luther, bei der er ihn aufforderte, seine 95 Thesen über den Ablass zu widerrufen, da Cajetan diese, mit Bezug auf die Päpstliche Bulle Unigenitus dei filius von Papst Clemens VI., für ketzerisch hielt und er selbst als Theologe das Papsttum für unfehlbar erklärte.

Antike

Heiliges Römisches Reich:
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In Prag werden drei Männer hingerichtet, die sich öffentlich gegen den Ablasshandel gewehrt haben.

Ereignisse

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In der Enzyklika Superiore anno unterstreicht Papst Leo XIII. sein Anliegen, den Rosenkranz mit unveränderter Intensität zu beten und erneuert die Ablässe für an bestimmten Tagen Betende.

1517

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Martin Luther veröffentlicht seine 95 Thesen (der Überlieferung nach durch Anschlag an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg). Er will eine Diskussion über die Beicht- und Ablasspraxis der katholischen Kirche anregen, bewirkt aber letztlich die Abspaltung der evangelischen von der römisch-katholischen Kirche. (1510er)

Religion

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Martin Luther veröffentlicht seine 95 Thesen (der Überlieferung nach durch Anschlag an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg). Er wollte eine Diskussion über die Beicht- und Ablasspraxis der katholischen Kirche anregen, bewirkt aber durch die ignorante Reaktion der päpstlichen Kurie die Aufspaltung in evangelische und römisch-katholische Kirche.
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In der Bulle Unigenitus dei filius verkürzt Papst Clemens VI. die Frist für ein Jubeljahr mit besonderem Ablass der Sünden von 100 auf 50 Jahre. Die Bulle ist entscheidend für die Entwicklung des Ablasswesens.
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Papst Bonifatius VIII. verkündet in Rom von der Loggia des Lateran herab (s.o.) das erste Heilige Jahr nebst Jubelablaß, das ab dem Weihnachtsfest erstmals begangen wird. In der päpstlichen Bulle Antiquorum habet wird festgelegt, dass allen Römern, die die Basiliken St. Peter und St. Paul dreißigmal, und allen auswärtigen Pilgern, die diese Stätten fünfzehnmal besuchen, vollkommene Sündenvergebung gewährt wird. Die fünffache Menge der üblichen Pilger kommt in diesem Jahr nach Rom (insgesamt 200.000 nach Angabe des Chronisten Giovanni Villani), so dass sich der Papst gezwungen sieht, eine Regelung für die Nutzung der Engelsbrücke vorzugeben: die Pilger haben Linksverkehr einzuhalten. Die Stadt leidet durch den großen Ansturm der Pilger an zwei Hungersnöten, eine im späten Frühjahr, eine im Herbst.

Europa

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Im Vertrag von Hitzkirchen verzichtet der insbesondere durch seinen Ablasshandel bekannte Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg gegenüber dem Landgrafen Philipp endgültig auf die geistliche Gerichtsbarkeit in Hessen.

Musik

1994

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„Solingen… Wilkommen Im Jahr IV nach der Wiedervereinigung“ von Anarchist Academy (Brandanschlag von Solingen)

Geschichtliche Entwicklungen > Moderne

2008

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Zu bestimmten Anlässen kann ein vollkommener Ablass gewährt werden: so bei den römischen Jubiläen, dem Heiligen Compostelanischen Jahr, beim 20. Weltjugendtag in Köln oder zum 150. Jahrestag der Marienerscheinungen in Lourdes im Jahr

2000

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Der Papst kann einen Ablass für die gesamte Kirche gewähren, so geschehen etwa im Heiligen Jahr

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