Abodriten

Die Abodriten oder Obodriten (auch Abotriten, Obotriten oder Bodrizen) waren ein elbslawischer Stammesverband, der vom 8. bis zum 12. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Mecklenburg und des östlichen Holstein siedelte. Der Name leitet sich vom Stamm der Abodriten ab, der um Wismar und Schwerin ansässig war und innerhalb des Verbandes eine Führungsrolle einnahm.

Ende des 7. Jahrhunderts wanderten Slawen in das Gebiet zwischen Elbe und Oder ein, aus denen sich im Nordwesten der abodritische Stammesverband bildete. Diesem gehörten zu unterschiedlichen Zeiten die Wagrier, Travnjanen, Polaben, Kessiner, Warnower, Zirzipanen, Smeldinger, Bethenzer und Linonen an. Trotz seiner exponierten geopolitischen Lage behauptete der Stammesverband der Abodriten seine politische, kulturelle und religiöse Eigenständigkeit gegenüber Franken, Sachsen und Dänen. Unter dem christlichen Fürstengeschlecht der Nakoniden erstreckte sich das Herrschaftsgebiet der Abodriten bis an Oder und Havel. Nach dem Tod des letzten Samtherrschers Knud Lavard begann das Abodritenreich Anfang des 12. Jahrhunderts zu zerfallen. Den westlichen Teil mit Wagrien und Polabien gliederte Heinrich der Löwe ab 1138/39 in sein Herrschaftsgebiet ein. Im östlichen Landesteil etablierten sich die Nachkommen des abodritischen Fürsten Niklot dauerhaft als Herren von Mecklenburg.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Karl Wilhelm Struve stirbt in Schleswig. Karl Wilhelm Struve war ein deutscher Vor- und Frühgeschichtler, der sich um die Erforschung der jungsteinzeitlichen und slawischen Vergangenheit Schleswig-Holsteins und insbesondere der von den Wagriern aus dem Stammesverband der Abodriten hinterlassenen Ringwälle in Ostholstein verdient gemacht hat.
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Geboren: Karl Wilhelm Struve wird in Elmshorn geboren. Karl Wilhelm Struve war ein deutscher Vor- und Frühgeschichtler, der sich um die Erforschung der jungsteinzeitlichen und slawischen Vergangenheit Schleswig-Holsteins und insbesondere der von den Wagriern aus dem Stammesverband der Abodriten hinterlassenen Ringwälle in Ostholstein verdient gemacht hat.

1160

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Gestorben: Niklot, Fürst der Abotriten, Kessiner und Circipaner (Elbslawen), Herr zu Schwerin, Quetzin und Malchow, Stammvater der Herzöge von Mecklenburg (* 1096)
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Gestorben: Knud Lavard stirbt in Ringsted, Dänemark. Knud Lavard, auch Knut Laward, war von 1119 bis 1130 Jarl und vielleicht auch erster Herzog im späteren Herzogtum Schleswig sowie von 1129 bis zu seinem Tod letzter Samtherrscher des westslawischen Stammesverbandes der Abodriten.

Frankenreich

794 n. Chr.

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Die slawischen Abodriten verbünden sich mit Karl dem Großen gegen die Wilzen und die aufständischen Sachsen.

Skandinavien

1066

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Aufstand des westslawischen Stammes der Abodriten, dabei unter anderem Vernichtung der Wikingersiedlung Haithabu; bis dahin wurde ein Großteil des Austauschs zwischen Skandinavien und dem Frankenreich in dieser Wik (Bucht, Handelsort) abgewickelt.

Europa

1139

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Die Holsten (Holsteiner, Stormarner und Dithmarscher) erobern das Land der Wagrier (Abodriten).

798 n. Chr.

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Schlacht bei Bornhöved: Die mit den Franken verbündeten Abodriten besiegen die Sachsen.

Politik & Weltgeschehen

1032

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Unter ihrem Fürsten Gottschalk überfallen die Abotriten erneut Stormarn und Holstein

983 n. Chr.

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Wenden unter dem christlichen Abodritenfürsten Mistewoi verwüsten Stormarn und Holstein und brennen Hamburg nieder
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In der Schlacht an der Raxa setzt sich Otto der Große gegen die slawischen Abodriten durch. Dem Abodriten-Fürsten Stoignew wird angeblich vom sächsischen Ritter Hosed der Kopf abgeschlagen.

810 n. Chr.

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Karl der Große ist zum letzten Mal selbst in Norddeutschland, er rechnet mit einem Angriff des dänischen Königs nach Süden zur Elbe hin. Vermutlich wird bei dieser Gelegenheit eine neue Grenzziehung zwischen Franken und Abotriten vereinbart, der Limes Saxoniae. Damit wird das 804 zunächst an die Abotriten übergebene nordelbische Gebiet in das Frankenreich übernommen.

804 n. Chr.

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Karl der Große trifft Gesandte des dänischen Königs Göttrik und wahrscheinlich auch den Fürsten der Abotriten in Hollenstedt südöstlich von Stade, wo er sein Hauptquartier im Kampf gegen die nordelbischen Sachsen aufgeschlagen hat. Er übergibt den Abodriten die überelbischen (nordelbischen) Gaue zur Herrschaft, nachdem er die vorher dort ansässigen, zu den Sachsen gehörenden Nordalbingier (nach Hessen?) deportiert hat.

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