Abu Sajaf

Abu Sajaf oder Abu Sayyaf (أبو سيّاف, DMGAbū sayyāf ‚Schwertkämpfer‘), auch Abu Seif oder al-Harakat al-Islamiyya („Die Islamische Bewegung“), ist eine islamistische militante Untergrundorganisation im muslimischen Süden der Philippinen, die seit 1991 besonders im Bereich der Inseln Jolo, Basilan und Mindanao operiert. Ziel der Abu Sajaf ist die Errichtung eines islamischen Gottesstaates auf den Südinseln der Philippinen. Die Organisation steht auf der US-amerikanischen Liste der Terrororganisationen.

Die Gruppe ist benannt nach dem Beinamen „Abu Sajaf“, den Abdurajik Abubakar Janjalani (Abd al-Raziq Abu Bakr Janjalani), der spätere Anführer der Gruppe, in den 1980er Jahren als Mudschahed in Afghanistan führte. Der Name setzt sich aus dem häufigen arabischen Beinamen „Abu“ (أبو = Vater) und „Sayyaf“ (سياف = Schwertträger oder Schwertkämpfer) zusammen.



Geschichte




Die Terrorgruppe ging aus der Gruppe Moro National Liberation Front (MNLF) auf Mindanao hervor. Abdurajik Abubakar Janjalani lehnte die gemäßigte Linie der MNLF ab und gründete 1991 die islamistische Organisation Abu Sajaf, die er bis zu seinem Tod 1998 führte. Die Gruppe erklärte, dass sie die Christen aus dem Süden der Philippinen durch Gewaltakte vertreiben will. Einer der ersten Gewaltakte wurde 1991 auf eine Veranstaltung des christlichen Hilfs- und MissionsschiffsDoulos verübt.Die Gruppe zog muslimische Jugendliche an, die politisch unzufrieden und islamistisch eingestellt waren. Zu ihren anfänglichen Aktionen zählten Entführungen, Bombenanschläge und Granatenangriffe. 1995 erreichte die Gruppe internationale Aufmerksamkeit durch einen seegestützten Angriff auf die mehrheitlich von Christen bewohnte Stadt Ipil auf Mindanao, an dem mehr als 200 bewaffnete Terroristen beteiligt waren. Dabei wurde das wirtschaftliche Zentrum der Stadt zerstört, die sieben Banken der Stadt beraubt und 53 Einwohner getötet. Die Terroristen flohen mit Geiseln in die Wälder; viele der Geiseln wurden später mit Messern zu Tode gehackt.Die Aktivitäten der Abu-Sajaf-Gruppe werden durch Raub, Erpressung und Entführung, besonders von Ausländern, finanziert. Es gibt Berichte, nach denen Abu Sajaf auch in Malaysia und Indonesien arbeitet.1995 unterstützte die Gruppe zusammen mit anderen islamistischen Organisationen die Vorbereitungen der al-Qaida bei der Operation Bojinka, welche einen Großanschlag während des Weltjugendtags in Manila vorsah. Dabei sollten durch die Sprengung von elf Verkehrsflugzeugen über dem Pazifik etwa 4000 Passagiere getötet werden und durch den Einsatz von zwanzig Selbstmordattentätern am Weltjugendtag Papst Johannes Paul II. und so viele Gläubige wie möglich getötet werden.Am 18. Dezember 1998 wurde Abdurajik Abubakar Janjalani bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Die Führung wurde nach Informationen der philippinischen Armee anschließend von seinem Bruder Khadaffy Janjalani übernommen....

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Geboren & Gestorben

Gestorben:
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Jainal Antel Sali junior stirbt auf der Insel Jolo. Abu Sulaiman war ein philippinischer Extremist und Terrorist und galt als einer der fünf Top-Leute der islamistischen Extremistenorganisation Abu Sayyaf.
Geboren:
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Jainal Antel Sali junior wird in Zamboanga City, Mindanao als Jainal Antel Sali junior geboren. Abu Sulaiman war ein philippinischer Extremist und Terrorist und galt als einer der fünf Top-Leute der islamistischen Extremistenorganisation Abu Sayyaf.

Tagesgeschehen

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Patikul/Philippinen: Bei Gefechten zwischen der Moro National Liberation Front und der militanten muslimischen Terrororganisation Abu Sayyaf sterben auf der Insel Jolo 30 Menschen.
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Basilan/Philippinen: Bei schweren Kämpfen zwischen der Armee und Kämpfern der radikalislamischen Abu Sajaf werden nach Militärangaben mindestens 43 Menschen getötet.
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Washington, D.C./Vereinigte Staaten: George W. Bush will mehrere hundert Mann aus Spezialeinheiten der US-Armee auf die Philippinen schicken um die muslimischen Rebellen der Abu Sayyaf auszuschalten.
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Philippinen: Auf der Insel Sipadan entführen Mitglieder der Abu Sajaf 22 Urlauber und Hotelangestellte und verschleppen sie auf die südphilippinische Insel Jolo.

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