Aitolischer Bund

Der Aitolische Bund war ein Zusammenschluss von Städten in der antiken griechischen Landschaft Aitolien.

Bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. hinein war Aitolien eine eher unbedeutendere Region Griechenlands, auch wenn ein Zusammenschluss der dortigen Poleis zu einem Bund (koinon) bereits für das Jahr 367 v. Chr. dokumentiert ist. Angesichts der Auseinandersetzungen der Diadochenkriege ab 321 v. Chr., bei denen Makedonien und andere Diadochenreiche ihre Konflikte auch auf griechischem Boden austrugen, sowie angesichts des Einfalls der Kelten (von den Griechen Galater genannt) ab etwa 280 v. Chr. gewannen die Städtebünde Griechenlands an Bedeutung und verwandelten sich in Bundesstaaten, deren Mitglieder vor allem eine gemeinsame Außenpolitik verfolgten. Neben den beiden alten Großpoleis Athen und Sparta sowie der Insel Rhodos erlangten so vor allem der Achaiische Bund (u. a. mit Sikyon und Korinth) auf der Peloponnes und der Aitolische Bund, dessen Gebiet sich zwischen Epirus, Akarnanien und Böotien erstreckte, die Rolle neuer Regionalmächte. All diesen hellenistischen Mittelmächten war gemeinsam, dass sie bemüht waren, sich im Schatten der Großmächte nicht nur zu behaupten, sondern auch auf Kosten ihrer Nachbarn zu expandieren. Bald gehörten dem Aitolischen Bund so auch viele Griechen an, die keine Aitoler waren.

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Europa

217 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Philipp V. schließt in Naupaktos Frieden mit dem Aitolischen Bund und beginnt auf Anraten des Demetrios von Pharos mit dem Bau einer gegen Rom gerichteten Flotte.

217 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Einfall der Aitolier in das Gebiet des Achaiischen Bundes.

218 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Philipp V., König von Makedonien, fällt in das mit dem Aitolischen Bund verbündete Elis ein, erobert und annektiert das benachbarte Triphylien. Er attackiert die Insel Kephallenia und rückt schließlich in Aitolien ein, wo er die Festung Thermos erobert und verwüstet.

219 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Angriff des Aitolischen Bundes auf Aigira und Dyme auf der Peloponnes und Plünderung der makedonischen Stadt Dion, während die Makedonier die Stadt Ambrakos in Epiros belagern und erobern und anschließend in Aitolien einfallen. Der aitolische Feldherr Dorimachos zieht daraufhin gegen das Heiligtum von Dodona in Epiros. Der Ort wird verwüstet.

220 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Der Aitolische Bund beginnt mit Plünderungszügen gegen Messenien, den Achaiischen Bund, Akarnanien und Epiros. Die Aitolier besiegen die Achaier bei Kaphyai nahe Orchomenos in Arkadien und erobern Kynaitha, einen Stützpunkt der Achaier. Philipp V., König von Makedonien schließt sich dem Achaiischen Bund an und erklärt den Aitoliern den Krieg (Bundesgenossenkrieg).

Ereignisse

199 v. Chr.

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Zweiter Makedonisch-Römischer Krieg: Der Aitolische Bund wechselt vom Verbündeten Makedoniens zum Verbündeten Roms.

231 v. Chr.

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Der illyrische König Agron macht mit der von ihm geförderten Piraterie das Adriatische Meer unsicher. Die Griechen auf der dalmatischen Insel Issa wenden sich daher an Rom um Hilfe. Demetrios II. von Makedonien schließt ein Bündnis mit Agron gegen den Aitolischen Bund, der von Agron besiegt wird. Bei der Siegesfeier soll Agron nach übermäßigem Weinkonsum gestorben sein; Nachfolger wird die Königin Teuta, die seine Seeräuberpolitik fortsetzt.

Politik & Weltgeschehen

188 v. Chr.

Römisch-Syrischer Krieg:
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Friede von Apameia - Kapitulationsfriede des Antiochos III. gegenüber Rom im Römisch-Syrischen Krieg (192-188 v. Chr.). Die Folgen waren der Verlust Kleinasiens, Kontributionszahlungen an Rom und ein Aufstreben der Rom-freundlichen Mittelstaaten im Osten (Achaia, Rhodos, Pergamon). Der Aitolische Bund wird aufgelöst.

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