Albertinum (Dresden)

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Albertinum
Bild: David Brandt

Das Albertinum liegt am östlichen Ende der Brühlschen Terrasse in Dresden. Sein Ursprung ist ein Zeughaus (Waffenarsenal), das im ausgehenden 19. Jahrhundert von Carl Adolph Canzler zum Museumsgebäude umgebaut wurde. Der Name Albertinum geht auf den Ende des 19. Jahrhunderts regierenden König Albert von Sachsen zurück.

Nach erneutem Umbau unter Hinzufügung eines Depot- und Werkstättenkomplexes beherbergt das Albertinum seit dem Jahr 2010 wieder die Skulpturensammlung und die Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.



Inhaltsverzeichnis



Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kurfrstliche Zeughaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Albertinum geht zurück auf einen Renaissancebau des 16. Jahrhunderts. Bereits im Zuge der Erweiterung und Umgestaltung der Dresdner Stadtbefestigung nach italienisch-niederländischem Vorbild ab dem Jahr 1546 dachte Herzog Moritz von Sachsen daran, ein Zeughaus zu bauen. Das Gebäude entstand allerdings erst von 1559 bis 1563 unter seinem Nachfolger Kurfürst August nach Entwürfen von Caspar Voigt von Wierandt. Bald galt das Dresdner Zeughaus als eines der größten und berühmtesten in Europa und zählte zu den wichtigsten Renaissance-Bauwerken Dresdens.

Der veränderte Geschmack der Zeit sowie veränderte räumliche Ansprüche sorgten im 18. Jahrhundert für bauliche Umgestaltungen. Im Jahr 1705 nahm August der Starke erste Erweiterungen vor. Sein Sohn, Kurfürst Friedrich August II., veranlasste 1740 einen grundlegenden Umbau. Die Fassade erhielt dabei eine zurückhaltend barocke Gestalt. Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) plünderten preußische Truppen das Zeughaus, ließen das Gebäude jedoch unversehrt. Nachdem 1877 ein neues Arsenal in der Dresdner Albertstadt fertiggestellt war, verlor das Zeughaus seine ursprüngliche Nutzung.

Vom Zeughaus zum Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sächsische Landtag fasste 1884 den Beschluss, die Antiken- und Abgusssammlung (ab 1887 Skulpturensammlung) und das Hauptstaatsarchiv im Zeughaus unterzubringen. Mit dem Umbau war der Oberlandbaumeister Carl Adolph Canzler beauftragt. Er versah das Gebäude mit Sandsteinfassaden, die sich an Bauten der italienischen Hochrenaissance orientierten, und legte den Eingang zur Skulpturensammlung in den Nordflügel an die Brühlsche Terrasse. Das 1889 fertiggestellte Gebäude erhielt zu Ehren König Alberts (reg. 1873–1902) den Namen Albertinum. 1891 eröffnete die Abgusssammlung im zweiten Obergeschoss, 1894 die um zeitgenössische Plastik ergänzte Sammlung der Originalbildwerke. Um 1900 galt die, unter Leitung des Archäologen Georg Treu, stetig erweiterte Skulpturensammlung im Albertinum als weltweit einzigartiges Museum zur Geschichte der Plastik. Die Architektur wie die Präsentation der Antiken- und Abguss-Sammlung waren Vorbild für das neu zu errichtende Moskauer Museum der Schönen Künste, das heutige Staatliche Museum der Bildenden Künste A. S. Puschkin.

Bei der Bombardierung Dresdens 1945 wurde das Albertinum schwer beschädigt. Das zweite Obergeschoss, das Dach sowie das Haupttreppenhaus und der Lichthof brannten aus, wobei Malereien von Hermann Prell verloren gingen. Kunstschätze der Dresdner Museen wurden nach Ende des Zweiten Weltkrieges in die Sowjetunion überführt und kehrten erst in den 1950er Jahren zurück. Ab 1959 nahm das Albertinum aufgrund der herrschenden Raumnot nicht nur Teile der Skulpturensammlung auf. Untergebracht waren interimistisch auch Auszüge aus der Porzellansammlung, des Kupferstich-Kabinetts, des Münzkabinetts, des Grünen Gewölbes sowie des Historischen Museums (heute Rüstkammer). Sechs Jahre später, 1965, zog die Gemäldegalerie Neue Meister (heute Galerie Neue Meister) ebenfalls ein. Ab Juni 2004 kehrten nach und nach das Münzkabinett und das Grüne Gewölbe in das schrittweise fertiggestellte Residenzschloss zurück.



Entwicklung seit 2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Arche fr die Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ostportal des Albertinums
Bild: David Brandt

Das Elbhochwasser im August 2002 verschonte auch das Albertinum nicht: Das Wasser drang in die unterirdischen Lagerräume. Zuvor wurden ebenfalls die modernen Sicherheitsdepots unter dem Zwinger und dem Theaterplatz, wo Gemälde alter Meister lagerten, geflutet. Bei der größten Kunstrettungsaktion zu Friedenszeiten schafften es viele Helfer, die dort gelagerten, wertvollen Gemälde, Skulpturen und Dokumente zu schützen und zu bergen. „Bellotto kommt nicht mehr ins Aquarium“, konstatierte damals Martin Roth, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und brachte damit seine Forderung nach einem hochwassersicheren Depot auf den Punkt: „Wichtig ist, dass die Schätze unserer Depots jetzt nicht mehr unterirdisch gelagert werden und so vor einer neuen Flut geschützt sind.“ National und international anerkannte deutsche Künstler wie Gerhard Richter und Georg Baselitz spendeten 46 Werke, die im Jahr 2002 bei einer Auktion in Berlin versteigert wurden. Dabei kamen rund 3,4 Millionen Euro als Grundstein für den Umbau und die Sanierung des Albertinums zusammen.

Von Januar 2006 bis zum 18. Juni 2010 war das Albertinum wegen Umbau und Renovierung geschlossen. Nach einem Entwurf des Berliner Architektenbüros Staab entstand zusätzlich eine „Arche für die Kunst“ in 17 Metern Höhe über dem Innenhof des Gebäudes. Diese stählerne Fachwerkskonstruktion – ähnlich einer Brücke – wird von einem Aufzugsschacht und zwei Pfeilern getragen, die dem Besucher des Albertinums verborgen bleiben. Es entstanden zwei neue Stockwerke mit einer Gesamtfläche von rund 3.450 m², in denen Depots und Werkstätten der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eingerichtet wurden. Durch eine Lichtfuge zwischen den ursprünglichen Gebäudeteilen und dem Neubau gelangt Tageslicht in den Innenhof. Das historische Baudenkmal bleibt dabei völlig unberührt. Ein neuer Besuchereingang am Georg-Treu-Platz verkürzt außerdem die Wege zum Zwinger, Residenzschloss und den neu gebauten Quartieren rund um die Frauenkirche. Er ergänzt den bereits vorhandenen Eingang an der Brühlschen Terrasse. Insgesamt investierte der Freistaat Sachsen 45 Millionen Euro.

Museum der Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lichthof im Albertinum
Bild: David Brandt

Nach der Wiedereröffnung im Juni 2010 präsentiert sich das Albertinum als Museum der Moderne mit einer völlig neuen Konzeption. Die Galerie Neue Meister und die Skulpturensammlung kehrten in das Gebäude zurück und konzentrieren ihre Ausstellung auf die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie der Gegenwart. Auch bislang wenig ausgestellte Werke werden nun gezeigt. Die Sammlung antiker Skulpturen wird in Zukunft in der Sempergalerie am Zwinger zu sehen sein.

Skulpturensammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Skulpturensammlung zeigt im Albertinum Werke der klassischen Moderne und der Skulptur nach 1945. Die Ausstellung beginnt mit Stücken des französischen Bildhauers Auguste Rodin (1840–1917). Rodin widersetzte sich dem vorherrschenden Akademismus und probierte sich in neuen Darstellungsformen. Er gilt außerdem als Vorbereiter für eine Vielzahl von Stilrichtungen, die sich im 20. Jahrhundert herausbildeten. Auf die Kunst in der DDR wird mit Werken von Wieland Förster, Werner Stötzer und Helmut Heinze in besonderer Weise eingegangen.

Galerie Neue Meister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rundgang durch die Galerie Neue Meister wird mit dem Vorreiter der Moderne, Caspar David Friedrich (1774–1840), eröffnet. Er ist der bedeutendste deutsche Künstler der Romantik. Auf Friedrich folgen in chronologischer Reihenfolge weitere Romantiker (Carl Gustav Carus, Johan Christian Clausen Dahl, Ludwig Richter), französische und deutsche Impressionisten (Claude Monet, Edgar Degas, Max Liebermann, Max Slevogt), Expressionisten (Otto Dix) mit den Künstlern der Dresdner Künstlergemeinschaft Brücke (Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff) sowie Vertreter der Dresdner Sezession (Bernhard Kretzschmar, Carl Lohse). Der Rundgang endet mit Gerhard Richter. Erstmals wird auch den Künstlern A. R. Penck und Georg Baselitz jeweils ein Raum gewidmet.

Daten und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesamtflche Albertinum: rd. 13.690 m
  • Ausstellungsflche: gesamt rd. 4.480 m, davon Ausstellung Skulpturensammlung rd. 1.980 m, Galerie Neue Meister rd. 2.500 m
  • Depot: gesamt rd. 4.480 m, davon Ausstellung Skulpturensammlung rd. 1.980 m, Galerie Neue Meister rd. 2.500 m
  • Werksttten: gesamt rd. 1.500 m, davon neu im Bereich Arche 1. Obergeschoss rd. 1.145 m
  • Bauherr: Freistaat Sachsen, Staatsbetrieb Schsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB)
  • Depot- und Werkstttenneubau: Gewicht: 2700 t, Lnge: 72 m, Breite: 24 m, Hhe ber Innenhof des Albertinum: 17 m, Gesamtflche rd. 3.450 m auf zwei Stockwerken
  • Sonstige Umbau- und Sanierungsmanahmen: Sanierung der Fassaden, des Daches und der Ausstellungsbereiche, barrierefreier Umbau und Neugestaltung der Foyer- und Erschlieungsbereiche, Sicherheitstechnische Anlagen.


Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Staatsbetrieb Schsisches Immobilien- und Baumanagement (Hrsg.): Das neue Albertinum: eine Arche fr die Kunst. Depotneubau und Umbau im Albertinum ? eine Projektskizze. Dresden 2007.
  • Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hrsg.) / Elsner, Gudrun und Knoll, Kordelia (Red.): Das Albertinum vor 100 Jahren ? die Skulpturensammlung Georg Treus. Dresden 1994. (Katalogbuch zur Ausstellung).


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Staatsbetrieb Schsisches Immobilien- und Baumanagement (Hrsg.): Das neue Albertinum: eine Arche fr die Kunst. Depotneubau und Umbau im Albertinum ? eine Projektskizze. Dresden 2007, S. 11.

51.05194444444413.744444444444Koordinaten: 51° 3′ 7″ N, 13° 44′ 40″ O

Das Albertinum liegt am östlichen Ende der Brühlschen Terrasse in Dresden. Sein Ursprung ist ein Zeughaus (Waffenarsenal), das im ausgehenden 19. Jahrhundert von Carl Adolph Canzler zum Museumsgebäude umgebaut wurde. Der Name Albertinum geht auf den Ende des 19. Jahrhunderts regierenden König Albert von Sachsen zurück.

Nach erneutem Umbau unter Hinzufügung eines Depot- und Werkstättenkomplexes beherbergt das Albertinum seit dem Jahr 2010 wieder die Skulpturensammlung und die Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Georg Treu stirbt in Dresden. Georg Treu war ein Klassischer Archäologe und Direktor der Skulpturensammlung im Dresdner Albertinum.
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Geboren: Carl Adolph Canzler wird in Bautzen geboren. Carl Adolph Traugott Canzler, auch Karl Adolf Canzler oder Adolf Canzler war ein deutscher Architekt und Denkmalpfleger, der als Baumeister im Königreich Sachsen mit einem Schwerpunkt in der damaligen Residenzstadt Dresden wirkte. Er war letzter sächsischer Oberlandbaumeister und trug den Titel eines Geheimen Oberbaurats. Als sein bedeutendstes Werk gilt das Dresdner Albertinum.

Tagesgeschehen

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Dresden/Deutschland: Nach jahrelangen Sanierungs- und Umbauarbeiten wird das Albertinum mit seiner Galerie Neuer Meister wiedereröffnet.

Kunst & Kultur

2013

Ausstellung:
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In the shade of absence, Albertinum, Dresden (Johannes Wald)

2011

Ausstellung > Einzelausstellung:
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Stump stools im Lichthof des Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (Eberhard Bosslet)

2010

Ausstellung:
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Das versprochene Land , Albertinum der Staatlichen Kunstsammlung Dresden (Katharina Sieverding)

2010

Gruppenausstellung:
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"Das versprochene Land", Staatliche Kunstsammlungen, Albertinum, Dresden (Thoralf Knobloch)

2010

Gruppenausstellung:
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Das neue Albertinum. Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart, Staatliche Kunstsammlungen, Albertinum, Dresden (Olaf Holzapfel)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2002

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Projekt: AlbertinumDresden: Zwei Monate, nachdem die große Elbeflut das Albertinum in Dresden unter Wasser gesetzt hatte, initiierte Helge Achenbach eine Auktion, für die 45 namhafte Künstler – unter ihnen Gerhard Richter, Andreas Gursky, Jörg Immendorff, Thomas Schütte, Georg Baselitz, Imi Knoebel und Katharina Sieverding – Werke spendeten. Insgesamt 3,4 Millionen Euro erlöste die Auktion für die Sanierung und Erweiterung des Albertinum.

2002

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Projekt: AlbertinumDresden: Zwei Monate nachdem die große Elbeflut das Albertinum in Dresden unter Wasser gesetzt hatte, initiierte Helge Achenbach eine große Auktion, für die 45 berühmte Künstler – unter ihnen Gerhard Richter, Andreas Gursky, Jörg Immendorff, Thomas Schütte, Georg Baselitz, Imi Knoebel und Katharina Sieverding – Werke spendeten. Insgesamt 3,4 Millionen Euro erlöste die Auktion für die Sanierung und Erweiterung des Albertinums.

1998

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Ausstellungen und Publikationen > Einzelausstellungen & Beteiligungen: Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden (K.H.Wagner)

1953

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Werke: 1952/53: Sandsteinfigur Der Steinmetz, Albertinum Dresden, 3. Kunstausstellung vom März bis Mai (Kurt Loose)

1952

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Werk: Gipsfigur Landarbeiterin, 3. Deutsche Kunstausstellung Dresden, Albertinum, März–Mai 1953. (Oskar Aurich)

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