Albertus Magnus

Albertus Magnus, Fresko (1352) in Treviso, Italien
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Albertus Magnus (auch Albertus Teutonicus; Albertus Coloniensis; Albert der Große, Albert der Deutsche, Albert von Lauingen, oft auch fälschlich Albert Graf von Bollstädt genannt; * um 1200 in Lauingen an der Donau; † 15. November 1280 in Köln) war ein deutscher Gelehrter und Bischof, der wegbereitend für den christlichen Aristotelismus des hohen Mittelalters war. Im Jahr 1622 wurde er selig- und am 16. Dezember 1931 von Papst Pius XI. heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erklärt.



Leben




Albertus’ Vater, Markward von Lauingen, kam möglicherweise aus der Schicht des niederen staufischen Dienstadels, der Ministerialen, und übte in oder um Lauingen Herrschaftsaufgaben aus. Albert selbst verbrachte dort vermutlich auch seine ersten Jugendjahre.Alberts Geburtsjahr ist unbekannt. Manche Forscher (z. B. Franz Pelster, H. C. Scheeben, Hugo Stehkämper) nehmen 1193 an und beziehen sich dabei auf die Angabe des Ludwig von Valladolid (Paris, 1414), dass Albert im Jahre 1280 starb, „nachdem er ungefähr 87 Lebensjahre vollendet hatte“. Andere (z. B. Mandonnet, Glorieux, Fernand Van Steenberghen) gehen von 1206/07 aus, wobei sie sich auf die Chronik des Heinrich von Herford (um 1355) stützen, wonach Albert „ein Junge von sechzehn Jahren“ war, als er in den Orden eintrat (um 1223). Da beide Angaben einander widersprechen, kann man nach J. A. Weisheipl nicht mehr sagen, als dass Albert um das Jahr 1200 oder etwas früher geboren wurde. Auch Meinolf Lohrum OP hat sich überzeugend für die Geburtsangabe „um 1200“ ausgesprochen.Erste gesicherte Informationen über Albertus' Aufenthalt stammen aus dem Jahr 1222. Damals lebte er bei einem Onkel in Venedig und Padua. Ab dem folgenden Jahr studierte er die Freien Künste und vielleicht auch Medizin in Padua. Bereits in dieser Zeit kam er in Kontakt mit den Schriften des Aristoteles und mit Jordan von Sachsen, dem Nachfolger von Dominikus als Ordensgeneral des Dominikanerordens. Noch 1223 trat Albertus in diesen Orden ein. Sein Noviziat absolvierte er in Köln im Kloster in der Stolkgasse, wo er auch das Studium der Theologie aufnahm und zum Priester geweiht wurde. Anschließend studierte Albertus an verschiedenen dominikanischen Klosterschulen, darunter Hildesheim, Freiburg im Breisgau, Regensburg und Straßburg. Albertus Magnus hatte von 1236 bis 1238 das Amt des Lesemeisters im Predigerkloster in Freiburg inne. In dieser Zeit verfasste er seine ersten Schriften, unter anderen das Marienlob. Als Jordan von Sachsen 1237 starb, wurde Albertus im Folgejahr auf dem Ordenskapitel der Dominikaner in Bologna von den deutschen Versammlungsteilnehmern als neuer Ordensgeneral vorgeschlagen, aber nicht gewählt....

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Wissenschaft & Technik

1267

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um 1267: Albertus Magnus weist in seinem Traktat De unitate intellectus (contra Averroem) Thesen des Averroes zurück (s. Averroismus).

Geboren & Gestorben

Gestorben:
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Albertus Magnus, Philosoph und Naturwissenschaftler, Bischof von Regensburg (* 1200)

1200

Geboren:
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Albertus Magnus, dominikanischer Theologe, Philosoph und Naturforscher (+ 1280)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1962

Übersetzungen:
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Von Falken, Hunden und Pferden. Deutsche Albertus-Magnus-Übersetzung aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Eingeleitet und hrsg. von Kurt Lindner. (Originaltitel: Liber de animalibus). Quellen und Studien zur Geschichte der Jagd, Band 7 und 8. de Gruyter, Berlin

Religion

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Papst Pius XI. spricht in Rom Albertus Magnusheilig und erklärt ihn zugleich zum Kirchenlehrer.
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Albertus Magnus wird Bischof von Regensburg. Er folgt Albert I. von Pietengau, der im Herbst des Vorjahres abgedankt hat.

1259

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Auf dem Generalkapitel der Dominikaner in Valenciennes (Flandern) werden die u.a. von Albertus Magnus mit erarbeiteten neuen Studienbedingungen beschlossen. Damit wird erstmals das Studium der Artes liberales erlaubt und von einem Studium solemne als Partikularstudium gesprochen. Für die Frauenklöster wird eine strenge Klausur vorgesehen (siehe stabilitas loci).

1254

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September: Albertus Magnus wird Provinzial der dominikanischen Ordensprovinz Teutonia (bis 1257). In dieser Eigenschaft ist er in Belgien und Deutschland (mit einem Abstecher nach Riga), Norditalien und nach Paris zu Fuß unterwegs (eine Karte der von ihm besuchten Orte unter Weblinks). In dieser Zeit schreibt er seinen Kommentar zu Aristoteles’ ‚De anima‘.

1248

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Als erster Orden richten die Dominikaner ein Studium generale in Deutschland im Kölner Konvent ein (140 Jahre später wird die Universität zu Köln gegründet). Zum ersten Leiter wird Albertus Magnus gewählt. Zusammen mit ihm kommen Thomas von Aquin (als Schüler -bis 1252) und Ambrosius Sansedonia von Siena (als Lektor) nach Köln.

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