Alte Synagoge (Dresden)

Semper-Synagoge, Lithographie von Ludwig Thümling, ca. 1860
Bild: Louis Thümling
Lizenz: CC-PD-Mark

Die Dresdner Synagoge oder Semper-Synagoge, heute als Alte Synagoge bezeichnet, war die 1840 eingeweihte und 1938 im Novemberpogrom zerstörte Synagoge der jüdischen Gemeinde in Dresden. Der neoromanische von Gottfried Semper entworfene Bau war als erste moderne Synagoge im Innern einheitlich im orientalisierenden Stil gestaltet und diente als Modell für zahlreiche weitere Synagogenbauten. Die Synagoge bot mit 300 Sitzplätzen für Männer und 200 für Frauen 1000 Personen Platz und war zur Zeit ihrer Fertigstellung die größte Synagoge in Deutschland.



Geschichte




Juden sind in Dresden für das spätere 13. Jahrhundert belegt. Während der Judenverfolgungen zur Zeit des Schwarzen Todes Mitte des 14. Jahrhunderts wurden sie vertrieben oder umgebracht, 1430 wurden sie aus Sachsen ganz vertrieben. Erst im frühen 18. Jahrhundert durften sich vereinzelt Juden wieder in Dresden niederlassen. Mitte des 18. Jahrhunderts gab es eine kleine jüdische Gemeinde, die einen jüdischen Friedhof und eine Synagoge unterhielt, Ende des Jahrhunderts lebten in Dresden etwa 1000 Juden, deren Zahl jedoch wegen der restriktiven Gesetze stark zurückging, für die sich besonders die Kaufmannschaft und die Zünfte einsetzten. Noch bis 1835 war den Juden in Dresden das Erlernen eines Handwerks untersagt, dagegen erhielten sie 1834 das Recht, eine Synagoge zu erstellen.Ab 1835 gab es Bestrebungen, für die 680 in der Stadt lebenden Juden eine gemeinsame Synagoge an Stelle der verschiedenen, meist privaten Betstuben, zu errichten. Nachdem 1837 in Sachsen ein Gesetz verabschiedet worden war, das einige die Juden diskriminierende Bestimmungen aufhob – unter anderem konnten Juden nun in Dresden und Leipzig das Ortsbürgerrecht erlangen und Grundstücke erwerben – und 1836 ein neuer Rabbiner gewählt worden war, begann die jüdische Gemeinde Geld für den Bau einer Synagoge zu sammeln. Ihre anfängliche Hoffnung, von der Stadt kostenlos ein zentral gelegenes Grundstück für die Synagoge zu erhalten, zerschlug sich, und so erwarb sie im Oktober 1836 ein Grundstück am Rand der Innenstadt, am sogenannten Gondelhafen auf einer Terrasse oberhalb der Elbe. Im Mai 1837 wurde der Bau der Synagoge von der Regierung bewilligt.Im April 1838 wurde der an der Kunstakademie Dresden lehrende, für seine liberale politische Haltung bekannte Architekt Gottfried Semper mit der Planung der Synagoge beauftragt. Semper übernahm für ein bescheidenes Honorar von 500 Talern sowohl die Planung als auch die künstlerische Bauaufsicht. Noch im gleichen Jahr erfolgte die Grundsteinlegung am 21. Juni, an der auch zahlreiche Minister und angesehene Dresdner Bürger teilnahmen....

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Geografie & Kartografie

1860

Historische Karten & Ansichten des Jahres 1860:
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Dresden, Alte Synagoge

Geboren & Gestorben

Gestorben:
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Alfred Neugebauer (Feuerwehrmann) stirbt in Dresden. Alfred Neugebauer war ein deutscher Feuerwehrmann, Bergsteiger und Denkmalpfleger. Er rettete den Davidstern der Dresdner Synagoge während der Novemberpogrome 1938 vor der Zerstörung.
Geboren:
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Alfred Neugebauer (Feuerwehrmann) wird in Dresden geboren. Alfred Neugebauer war ein deutscher Feuerwehrmann, Bergsteiger und Denkmalpfleger. Er rettete den Davidstern der Dresdner Synagoge während der Novemberpogrome 1938 vor der Zerstörung.

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