Amok

Als Amok (von malaiischamuk „wütend“, „rasend“) werden tateinheitliche und scheinbar wahllose Angriffe auf mehrere Menschen in Tötungsabsicht bezeichnet, bei denen die Gefahr, selbst getötet zu werden, zumindest in Kauf genommen wird.

Der entsprechende Vorgang wird als Amoklauf, der Täter als Amokläufer bezeichnet – oder auch als Amokschütze, wenn er eine Schusswaffe verwendet. Falls der Täter ein Fahrzeug einsetzt, spricht man von einem Amokfahrer. In Anlehnung daran verwenden die Medien auch den Begriff Amokflug mit diffuser Bedeutung.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Charles Carl Roberts stirbt. Charles Carl Roberts war ein US-amerikanischer Amokläufer, der bei dem Massaker an der Amischen-Schule von Nickel Mines fünf amische Schülerinnen, im Alter zwischen sechs und 13 Jahren, und sich selbst tötete. Roberts war Milchlastwagenfahrer von Beruf und gehörte nicht den Amischen an.

2005

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Gestorben > 21. Jahrhundert: Ulrich Briefs, deutscher Volkswirt und Politiker, MdB (7. Juni)
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Gestorben: Martin Peyerl stirbt in Bad Reichenhall. Martin Peyerl war ein deutscher Amokläufer, der vier Menschen tötete sowie fünf weitere verletzte, bevor er sich selbst erschoss.
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Gestorben: Marc Lépine stirbt in Montreal. Marc Lépine war ein kanadischer Amokläufer, der beim Amoklauf an der Polytechnischen Hochschule Montréal 1989 14 Frauen tötete sowie zehn Frauen und vier Männer verletzte, bevor er sich selbst erschoss.
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Gestorben: Patrick Sherrill stirbt in Edmond, Oklahoma. Patrick Henry Sherrill war ein Mitarbeiter des United States Postal Service (USPS), der am 20. August 1986 bei einem Amoklauf in der Poststelle von Edmond 14 Kollegen und anschließend sich selbst tötete.

Politik & Weltgeschehen

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Bei einen Amoklauf im australischen Port Arthur tötet Martin Bryant 35 Menschen und verletzt 21. Der geistig beeinträchtigte Täter wird später zu 35-mal lebenslänglich verurteilt.

1994

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9. März: Im Amtsgericht Euskirchen sterben sieben Menschen durch ein Bombenattentat eines Amokläufers.

Gesellschaft & Soziales

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Ereignisse > Gesellschaft: In Red Lake im US-Bundesstaat Minnesota läuft der Schüler Jeffrey Weise Amok. Er erschießt zuhause zuerst seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin und führt danach das Massaker in der örtlichen Highschool weiter. Der Amoklauf kostet zehn Menschen, inklusive den Täter, das Leben. (21. März)

2005

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Ereignisse > Gesellschaft: In Red Lake im US-Bundesstaat Minnesota läuft der Schüler Jeffrey Weise Amok. Er erschießt zuhause zuerst seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin und führt danach das Massaker in der örtlichen Highschool weiter. Der Amoklauf kostet zehn Menschen, inklusive des Täters, das Leben. (21. März)
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Gesellschaft: Der 19-jährige ehemalige Schüler Robert Steinhäuser tötet während eines zehnminütigen Amoklaufs am Erfurter Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen und anschließend sich selbst (siehe Amoklauf von Erfurt)
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Gesellschaft: Im texanischen Killeen erschießt ein Amokläufer 23 Menschen in einer Cafeteria und verletzt 20, ehe er sich selbst tötet.

1979

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Ereignisse > Gesellschaft: Die sechzehnjährige Brenda Ann Spencer tötet bei einem Amoklauf in ihrer Schule in San Diego zwei Personen und verletzt neun weitere. Ihre Begründung für die Tat, “I Don’t Like Mondays“, inspiriert die Boomtown Rats zu ihrem berühmten Hit. (29. Januar)

Tagesgeschehen

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Shijiazhuang/Volksrepublik China: Bei einer Amokfahrt mit einem Bagger in der Provinz Hebei tötet ein Mann elf Menschen und verletzt 20 weitere.
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Pécs/Ungarn: Bei einem Amoklauf eines 23-jährigen an der Universität Pécs wird ein Student getötet und drei weitere Menschen schwer verletzt
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Köln/Deutschland: Tanja O. wird wegen versuchtem Amoklauf und Körperverletzung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die Schülerin begang am 11. Mai 2009 ein Attentat mit Molotowcocktails auf das Sankt Augustiner Albert-Einstein-Gymnasium.
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Peking/Volksrepublik China: Bei einem Amoklauf werden zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt. Drei Männer stechen in einer belebten Einkaufsstraße nahe dem Tiananmen-Platz mit Messern wahllos auf Passanten ein.
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Schwalmtal/Deutschland: Bei einem Amoklauf in der Kleinstadt am Niederrhein werden drei Menschen getötet. Der mutmaßliche Täter ist ein 71 jähriger Mann, der die Zwangsversteigerung des Hauses seiner Tochter verhindern will. Bei den Opfern handelt es sich um die beiden Anwälte der Parteien und einen Gutachters der Stadt Viersen.

"Amok" in den Nachrichten

Weiterführende Informationen

Literatur

  • Richard Albrecht: Nur ein „Amokläufer“ ? – Sozialpsychologische Zeitdiagnose nach „Erfurt“. In: Recht und Politik, 38 (2002) 3, 143-152 ()
  • Mark Ames: Going Postal. Rage, Murder and Rebellion in America, Softskull Press New York 2006, Snowbooks London 2007; Rezension: dradio.de, Deutschlandfunk, Büchermarkt, 27. März 2009, Uli Hufen: Amoklauf als Zeichen der Rebellion (2. November 2010)
  • Britta Bannenberg: AMOK Ursachen erkennen - Warnsignale verstehen - Katastrophen verhindern. Gütersloher Verlagshaus, 2010, ISBN 978-3-579-06873-2
  • Nils Böckler, Thorsten Seeger: Schulamokläufer: Eine Analyse medialer Täter-Eigendarstellungen und deren Aneignung durch jugendliche Rezipienten. Juventa, Weinheim und München, 2010
  • Heidrun Bründel: Amok und Suizid - eine unheilvolle Allianz. Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt/M. 2011, ISBN 978-3-86676-156-8.
  • Heiko Christians: Amok. Geschichte einer Ausbreitung. Aisthesis Verlag 2008, 301 Seiten, ISBN 978-3-89528-671-1
  • Götz Eisenberg: Damit mich kein Mensch mehr vergisst: Warum Amok und Gewalt kein Zufall sind. Pattloch, München 2010
  • Adolf Gallwitz: Amok – Grandios untergehen, ohne selbst Hand anzulegen. In: Polizei heute, 6 (2001), 170–175
  • Ines Geipel: Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens. Klett-Cotta, 2012. ISBN 978-3-608-94627-7
  • Freerk Huisken: z. B. Erfurt. Was das bürgerliche Bildungs- und Einbildungswesen so alles anrichtet. VSA, Hamburg 2002, ISBN 3-87975-878-6
  • Elsa Pollmann: Tatort Schule. Wenn Jugendliche Amoklaufen. Tectum Verlag, Marburg 2008
  • Frank Robertz, Ruben Wickenhäuser: Der Riss in der Tafel. Amoklauf und schwere Gewalt in der Schule. Springer, Heidelberg 2007
  • Jasmin Seiwert: Die Bühne der Amokläufer. Mediale Selbstdarstellung der Täter in Internet und TV. Marburg, 2010, 136 S.
  • Manfred Theisen: Amok. cbt, München 2005
  • Harald Tondern: Mitschuldig? Die Geschichte eines Amoklaufs. cbt, München 2005
  • Bryan Vossekuil: Final Report And Findings Of The Safe School Initiative: Implications For The Prevention Of School Attacks In The U.S., Verlag Diane Pub Co, 2004, ISBN 978-0-7567-3980-5
  • Arnold Wieczorek: Schülerattentate an deutschen Schulen. Mythen, Fakten und Schlussfolgerungen für die polizeiliche Praxis. Kriminalistik, 64. Jg. 2010, S. 153ff
  • Manfred Wolfersdorf, Hans Wedler (Hrsg.): Terroristen-Suizide und Amok. Regensburg 2002
  • Patrick Maak: Martins Tagebuch. Darmstadt 2012, ISBN 978-1480261624

Weblinks