Amphetamin

Amphetamin (auch: Phenylisopropylamin oder Amfetamin) ist eine vollsynthetisch hergestellte Substanz künstlichen Ursprungs. Der Wirkstoff zählt zur Stoffgruppe der Phenylethylamine und dort zu den Weckaminen (Amine mit „aufweckender“ Wirkung).

Er wird derzeit in der Medizin als Arzneistoff zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und der Narkolepsie verwendet. Amphetamin hat eine stark stimulierende und aufputschende Wirkung. Wie alle Amphetaminderivate und viele Stimulanzien wirkt es appetitzügelnd und in hohen Dosen euphorisierend. Daher ist es insbesondere in der Drogenszene beliebt und unter Bezeichnungen wie Speed oder Pep weit verbreitet.

mehr zu "Amphetamin" in der Wikipedia: Amphetamin

Entwicklung und Verbreitung > Vor 1900 bis 1950

1948

thumbnail
brachte Glaxo-Wellcome in den USA Dexedrine (bis zu 15? mg Dexamphetamin je Kapsel) als Mittel gegen ADHS auf den Markt.

1941

thumbnail
wurde es in Deutschland aufgrund sich häufenden Missbrauchs und Suchtfällen dem Reichsopiumgesetz unterstellt, wodurch der Verkehr mit dem Stoff reglementiert wurde.

1938

thumbnail
Die Berliner Temmler-Werke brachten unter dem Markennamen „Pervitin“ Methamphetamin auf den Markt (bis 1988 hergestellt).

1937

thumbnail
vergab der Psychiater Charles Bradley in einer Studie Benzedrin an verhaltensauffällige Kinder, deren Störungen sich daraufhin besserten. Er wiederholte die Studie im Jahr 1941. Bradleys Studien gelten als grundlegend für die Psychopharmakotherapie von Kindern.

1935

thumbnail
Die stimulierende Wirkung wurde erkannt und zur Behandlung von Narkolepsie medizinisch genutzt.

Wissenschaft & Technik

thumbnail
Erstsynthese des Amphetamins durch Lazăr Edeleanu an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin

Entwicklung und Verbreitung > 1950 bis heute

1996

thumbnail
wird in den Vereinigten Staaten Adderall (bis zu 30? mg Amphetamin je Tablette) als Mittel zur ADHS-Behandlung zugelassen.

1970

thumbnail
Amphetamin wird in den Vereinigten Staaten in Schedule II des Controlled Substances Act aufgenommen, somit wurden Handel, Besitz und Herstellung ohne Genehmigung strafbar; durch einen Arzt ist es weiterhin verschreibungsfähig.

1959

thumbnail
gab es erste Berichte über Konsumenten in den USA, die den Inhalt der Benzedrine-Inhalatoren mit Spritzen injizieren, im Zuge dessen wurden zur Injektion missbrauchbare Inhalatoren vom Markt genommen. Erste Fälle von illegal produziertem Amphetamin wurden bekannt.

"Amphetamin" in den Nachrichten

Weiterführende Informationen

Literatur

  • Walter Reginald Bett u. a.: Amphetamin in der klinischen Medizin. Springer, Berlin 1956.
  • Sean Connolly: Amphetamines. Heinemann Library, Chicago 2000, ISBN 1-57572-254-2.
  • Hans Cousto: Drogen-Mischkonsum. Das Wichtigste in Kürze zu den gängigsten (Party-)Drogen. Nachtschatten, Solothurn 2003, ISBN 3-03788-119-4.
  • Hans-Christian Dany: Speed. Eine Gesellschaft auf Droge. Edition Nautilus, Hamburg 2008, ISBN 978-3-89401-569-5.
  • A. K. Cho, David S. Segal: Amphetamine and Its Analogs. Psychopharmacology, Toxicology, and Abuse. Academic Press, San Diego 1994, ISBN 0-12-173375-0.
  • Nicolas Rasmussen: On Speed. The Many Lives of Amphetamine. New York University Press, New York 2008, ISBN 978-0-8147-7601-8.
  • Stephen Smith: Sucht. Die Geschichte des Stephen Smith. Ullstein, Berlin 1998, ISBN 3-548-31215-2.
  • Leslie Iversen: Speed, Ecstasy, Ritalin. Amphetamine – Theorie und Praxis. Verlag Hans Huber, 2006, ISBN 3-456-84519-7.

Weblinks