Aquitanien

Aquitanien
Ehemalige franzsische Region (bis 2015)

Aquitanien (französischAquitaine [akiˈtɛn], okzitanischAquitània [akiˈtanjɒ], baskischAkitania, saintongeaisAguiéne) war eine Provinz und eine Region im Südwesten Frankreichs, die aus den Départements Dordogne, Gironde, Landes, Lot-et-Garonne und Pyrénées-Atlantiques bestand. Sie hatte eine Fläche von 41.284 km² und 3.343.326 Einwohner (Stand 1. Januar 2014). Hauptstadt der Region war Bordeaux.

Aquitanien wurde im Süden von den Pyrenäen und im Westen vom Golf von Biskaya des Atlantik begrenzt. Der Golf von Biscaya hieß früher Aquitanicus oceanus (lateinische Bezeichnung).



Geschichte




Aquitanien ist ein Gebiet mit Megalithanlagen des Typs Allée couverte (Galeriegrab) und gehört zu den ältesten neolithisierten Regionen in Westeuropa.Zur Zeit der römischen Eroberung wurde (von Julius Caesar in [[De bello Gallico ) das Gebiet südlich der Garonne (lat.: Garuna) als Aquitanien bezeichnet. Seine Einwohner, unter anderem die Ausker, sprachen im Gegensatz zu der Bevölkerung des nördlich angrenzenden eigentlichen Galliens nicht keltisch, sondern eine dem heutigen Baskisch nahestehende Sprache (oder Sprachen), von der nur wenige Wörter bekannt sind, durch Ortsnamen und sehr kurze Inschriften.Die von den Römern eingerichtete Provinz Gallia Aquitania reichte weit über das alte Aquitanien hinaus bis an die Loire (lat.: Liger). Später wurde sie geteilt in Aquitania prima und Aquitania secunda, beide nördlich der Garonne, sowie Novempopulana (wörtlich „Neunvölker(-land)“) südlich des Flusses. Die einheimische Bevölkerung wurde romanisiert und nahm eine koloniale Abwandlung der lateinischen Sprache an.418 wurden in Aquitanien die Westgoten vertraglich als Foederaten angesiedelt, wobei dies im Einklang mit der gallorömischen Oberschicht geschah, die sich Schutz vor anderen, weniger von Rom geprägten Barbaren erhofften. Nach der Mitte des 5. Jahrhunderts brach jedoch die ohnehin nur noch schwach ausgeprägte römische Oberherrschaft zusammen. Die Westgoten beherrschten diesen Raum bis 507.Dann wurde Gallien bis zu den Pyrenäen von den Franken unterworfen, und die Westgoten zogen sich auf die Iberische Halbinsel zurück. Nach dem Verlust ihres gallischen Reichsteils bemühten sie sich, das Baskenland zu kontrollieren. Die fränkische Macht im nördlichen Pyrenäenvorland war dagegen nur wenig ausgeprägt. So drängten Basken, die unter der römischen Herrschaft ihre Sprache bewahrt hatten, aus den Pyrenäen nach Norden und dehnten ihre Hegemonie auf das ursprüngliche Aquitanien aus, ohne dass die vorher romanisierten Einwohner ihr Provinzlatein aufgaben. Von den Basken stammt auch der Name Gascogne....

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Jean Vautrin stirbt in Gradignan, Aquitanien. Jean Vautrin, eigentlich Jean Herman, war ein französischer Autor und ein unter seinem eigentlichen Namen bekannter Regisseur und Drehbuchautor.
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Gestorben: Roger Tréville stirbt in Beaumont, Département Dordogne, Aquitanien, Frankreich. Roger Tréville war ein französischer Schauspieler.
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Gestorben: Paul Gouyon stirbt in Bordeaux, Gironde, Aquitanien. Paul-Joseph-Marie Kardinal Gouyon war ein französischer Kardinal der römisch-katholischen Kirche und Erzbischof von Rennes.
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Gestorben: Jean Carzou stirbt in Périgueux, Aquitanien. Jean Carzou, eigentlich Karnik Zouloumian war ein französisch-armenischer Maler mit syrischer Herkunft. Er absolvierte 1924 ein Architekturstudium an der Académie des Beaux-Arts in Paris. In dieser Zeit änderte er seinen Namen in Jean Carzou um, und widmete sich später ganz der Malerei.
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Gestorben: Gonzalo de Borbón stirbt in Lausanne, Schweiz. Don Gonzalo de Borbón y de Dampierre, KG, vollständiger Name Gonzalo Victor Alfonso José Bonifacio Antonio Maria y Todos los Santos de Borbón y de Dampierre war ein Mitglied der spanischen Linie der Bourbonen und Herzog von Aquitanien.

Antike

271 n. Chr.

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Römisches Reich / Imperium Galliarum: Frühjahr: Der Kaiser Victorinus vom Imperium Galliarum wird von seinem Offizier Attitianus in der Colonia Claudia Ara Agrippinensium, dem heutigen Köln, ermordet. Gerüchteweise hatte der Kaiser zuvor Attitianus’ Frau verführt. Victorinus’ Mutter setzt mit beträchtlichen Bestechungsgeldern durch, dass Tetricus I., der Statthalter von Aquitanien, zum Kaiser ernannt wird.

17 n. Chr.

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Römisches Reich: Die Provinz Gallien wird in Gallia Belgica (Hauptstadt: Durocortorum), Gallia Lugdunensis (Hauptstadt: Lugdunum) und Gallia Aquitania (Hauptstadt: Mediolanum Santonum) aufgeteilt. Zu Gallia Belgica gehört auch der Heeresbezirk, aus dem später die Provinzen Germania inferior und Germania superior gebildet werden.

Zeitleiste

418 n. Chr.

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Ansiedlung der Westgoten als römische Foederaten in Aquitanien. (Spätantike)

Ereignisse

508 n. Chr.

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Der König der Ostgoten, Theoderich der Große greift verspätet in die Auseinandersetzungen in Süd-Gallien nach der Schlacht von Vouillé ein. Chlodwig hatte die Burgunden mit der Zusage auf Arles und Narbonne als Verbündete gewinnen können. Aquitanien geht den Goten verloren, doch gelingt es immerhin, Septimanien mit Narbonne dem Westgotischen Reich zu erhalten, sodass die Franken keinen Zugang zum Mittelmeer erhalten, während Theoderich die Provence östlich der Rhône einschließlich Arles und Avignon seinem ostgotischen Reich zuschlägt.

Religion

550 n. Chr.

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um 550: Der aquitanische Priester Goar beginnt im heutigen Sankt Goar am Rhein seine Missionstätigkeit.

Anfänge 711 bis 975

721 n. Chr.

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Ein Heer aus Aquitaniern und Franken unter Führung Eudos von Aquitanien schlägt eine muslimische Armee unter dem Gouverneur von Al-Andalus, as-Samh ibn Malik al-Chawlani, in der Schlacht von Toulouse. (Zeittafel Reconquista)

Europa

1152

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21. März: König Ludwig VII. von Frankreich und Eleonore von Aquitanien werden mit Zustimmung eines Konzils und päpstlichem Dispens geschieden. Die französische Krone verliert damit den mit der Heirat erlangten Gebietszuwachs um Aquitanien.

890 n. Chr.

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Ebalus wird Herzog von Aquitanien als Nachfolger des Ranulf II.

838 n. Chr.

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Pippin II. wird als Nachfolger seines verstorbenen Vaters Pippin I. Herzog von Aquitanien.

771 n. Chr.

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Aquitanien wird nach Absetzung des Herzogs Hunold dem Frankenreich eingegliedert.

769 n. Chr.

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Eudo II. wird Herzog von Aquitanien.

Nachkommen

855 n. Chr.

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Karl das Kind (847/848–866), König (von Aquitanien) (Karl der Kahle)

Natur & Umwelt

1197

Katastrophen:
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Regionale Hungersnot in Aquitanien

Rundfunk, Film & Fernsehen

1453

Chronologie des Wachstums der französischen Krondomäne > Regierungszeit Karls VII. (1422–1461):
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Eroberung der Guyenne (Domaine royal)

Politik & Weltgeschehen

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Wilhelm VI. wird nach dem Tod seines Vaters Wilhelm V. Herzog von Aquitanien und Graf von Poitou.

781 n. Chr.

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Ludwig der Fromme, dreijähriger Sohn Karls des Großen, wird als Unterkönig in Aquitanien eingesetzt und von Papst Hadrian I. gesalbt und gekrönt; sein älterer Bruder Pippin (4 Jahre) wird Unterkönig in Italien.

768 n. Chr.

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Vor Ostern: Pippin der Jüngere, König des Frankenreiches, unterwirft das Herzogtum Aquitanien, das in der Folge direkt von den Karolingern verwaltet wird

524 n. Chr.

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Chlodomers Herrschaftsgebiet in Aquitanien teilen, nachdem sie zwei seiner Söhne haben umbringen lassen, seine Brüder Childebert I. und Chlothar I. unter sich auf. Lediglich Chlodomers Sohn Chlodoald kann gerettet werden, er wird Mönch und gründet das nach ihm benannte Kloster in Saint-Cloud.

416 n. Chr.

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Foedus zwischen Westgoten und Westrom: Die Goten werden in Aquitanien angesiedelt (418).

Weitere französische Tapisserie Manufakturen

1630

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Cadillac , von Jean-Louis Nogaret de la Valette gegründete kurzlebige Werkstatt, fertigt die "Bataille de Jarnac" (1632-1637, Schlacht von Jarnac) zu Ehren des Herzogs von Anjou, dem künftigen Heinrich IV. (Gobelin-Manufaktur)

Städtepartnerschaften

1957

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Frankreich Villeneuve-sur-Lot in Aquitanien (Frankreich), seit (Bouaké)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1984

Werk:
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Die Zauberin Uhle. 2. Auflage, Ion-Creang?-Verlag, Bukarest (Ricarda Terschak)

Gemeindepartnerschaften

1992

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Champcevinel, Département Dordogne in Aquitanien, Frankreich, seit (Castel Focognano)

Partnerstädte

1998

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Frankreich? Bergerac in Aquitanien, (Frankreich), seit (Faenza)

Der Ort > Städtepartnerschaften

1998

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Frankreich Hendaye in Aquitanien (Frankreich), seit (Viana do Castelo)

"Aquitanien" in den Nachrichten