Armutsstreit

Der Armutsstreit war ein Konflikt im mittelalterlichen Franziskanerorden um den richtigen Umgang mit dem vom Ordensstifter hinterlassenem Armutsideal. Teile des Ordens wurden im Zuge dieser Auseinandersetzung, welche den Orden lange Zeit zu spalten drohte, der Häresie bezichtigt. Durch die Instrumentalisierung der Auseinandersetzung im kirchenpolitischen Kampf Ludwigs des Bayern mit der avignonensischen Kurie erhielt der Streit um die evangelische Armut kurzzeitig eine für das Papsttum gefährliche politische Sprengkraft. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts führten die Gegensätze bezüglich der Beobachtung des Armutsideals zu einer Teilung des Ordens in Observanten und Konventualen.

mehr zu "Armutsstreit" in der Wikipedia: Armutsstreit

Geboren & Gestorben

thumbnail
Gestorben: Bonaventura stirbt in Lyon. Bonaventura, eigentlich Giovanni (di) Fidanza, war einer der bedeutendsten Philosophen und Theologen der Scholastik, Generalminister der Franziskaner und Kardinal von Albano. Er leitete den Franziskanerorden 17 Jahre lang bis zu seinem Tod und gilt wegen seines Organisationstalents als dessen zweiter Stifter. Er vermittelte zwischen den Fratres de communitate, die in der Frage nach der gebotenen Armut der Kirche einen gemäßigten Standpunkt einnahmen, und den radikaleren Spiritualen oder Fratizellen im sogenannten Armutsstreit. Im Auftrag des Generalkapitels schrieb Bonaventura 1263 eine umfangreiche Biographie Franz von Assisis. 1273 ernannte ihn Gregor X. zum Kardinalbischof von Albano und übertrug ihm die Vorbereitung des Zweiten Konzils von Lyon, das die Unionsverhandlungen mit der griechisch-orthodoxen Kirche zum Abschluss bringen sollte. Er wurde am 14. April 1482 durch Sixtus IV. heiliggesprochen und 1588 durch Sixtus V. als Doctor seraphicus zum Kirchenlehrer erklärt. Bonaventura war einer der wirkungsgeschichtlich einflussreichsten Theologen der Scholastik. Leo XIII. bezeichnete ihn als „Fürst unter allen Mystikern“. Er stand in der augustinischen Tradition und wurde von der Mystik Hugos von St. Viktor und Pseudo-Dionysius Areopagitas beeinflusst.

1221

thumbnail
Geboren: Bonaventura wird in Bagnoregio bei Viterbo geboren. Bonaventura, eigentlich Giovanni (di) Fidanza, war einer der bedeutendsten Philosophen und Theologen der Scholastik, Generalminister der Franziskaner und Kardinal von Albano. Er leitete den Franziskanerorden 17 Jahre lang bis zu seinem Tod und gilt wegen seines Organisationstalents als dessen zweiter Stifter. Er vermittelte zwischen den Fratres de communitate, die in der Frage nach der gebotenen Armut der Kirche einen gemäßigten Standpunkt einnahmen, und den radikaleren Spiritualen oder Fratizellen im sogenannten Armutsstreit. Im Auftrag des Generalkapitels schrieb Bonaventura 1263 eine umfangreiche Biographie Franz von Assisis. 1273 ernannte ihn Gregor X. zum Kardinalbischof von Albano und übertrug ihm die Vorbereitung des Zweiten Konzils von Lyon, das die Unionsverhandlungen mit der griechisch-orthodoxen Kirche zum Abschluss bringen sollte. Er wurde am 14. April 1482 durch Sixtus IV. heiliggesprochen und 1588 durch Sixtus V. als Doctor seraphicus zum Kirchenlehrer erklärt. Bonaventura war einer der wirkungsgeschichtlich einflussreichsten Theologen der Scholastik. Leo XIII. bezeichnete ihn als „Fürst unter allen Mystikern“. Er stand in der augustinischen Tradition und wurde von der Mystik Hugos von St. Viktor und Pseudo-Dionysius Areopagitas beeinflusst.

Religion

1322

thumbnail
Das Generalkapitel der Franziskaner in Perugia unter Generalminister Michael von Cesena bekräftigt die traditionelle Haltung in der Armutsfrage.

1321

thumbnail
Der Armutsstreit gewinnt eine neue Qualität, es beginnt die Phase des „theoretischen Armutsstreits.“

1298

thumbnail
Papst Bonifatius VIII. exkommuniziert den Franziskaner Iacopone da Todi und lässt ihn einkerkern, weil dieser im Armutsstreit für die radikale Armut im Sinne des Franz von Assisi eintritt (bis 1303).

1260

thumbnail
Auf dem Generalkapitel der Franziskaner in Narbonne kann eine Spaltung des Ordens vermieden werden, da durch Anpassung der Ordensregeln auch extremere Armutsformen zugelassen werden. Trotzdem wird der Armutsstreit auch in den folgenden 70 Jahren den Orden entzweien (siehe Spiritualen).

Ereignisse > Religion

thumbnail
Mit der Päpstlichen Bulle Quia nonnunquam hebt Papst Johannes XXII. das von seinem Vorgänger Nikolaus III. angeordnete Diskussionsverbot auf und eröffnet damit einen neuen Streit über das Armutsideal der Franziskaner. Außerdem wendet er sich gegen die „Häresie der Spiritualen“. (26. März)

"Armutsstreit" in den Nachrichten