Asmara

Asmara
Asmara (Eritrea)
Koordinaten1520?N, 3856?OKoordinaten:1520?N, 3856?O
Symbole
Wappen
Basisdaten
StaatEritrea

Provinz

Maekel
Hhe2300m
Einwohner649.000 (2009)

Asmara (Tigrinya: ኣስመራ, Asmera, arabisch أسمرة) ist die Hauptstadt und die mit Abstand größte Stadt von Eritrea.



Inhaltsverzeichnis



Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt auf einer Höhe von 2325 Metern am Rand des Hochplateaus, das von hier steil zu der geologischen Senke abfällt, die sich durch die Spreizungszone zwischen Afrikanischer und Arabischer Platte gebildet hat und in deren tiefster Zone sich das Rote Meer befindet.

Asmara ist mit etwa 649.000 Einwohnern (Stand 2009) die größte Stadt des Landes.



Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Kolonialzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ras Alula Gouverneur des Reiches Medri Bahri während des Negus Yohannes IV war einer der Pioniere und Gründer von Asmara.
Lizenz: CC-BY-2.0

Das Gebiet der heutigen Großstadt wurde bis in die 1880er Jahre von einer Reihe kleiner Dörfer eingenommen, bevor diese unter Yohannes IV. und Ras Alula erobert und zur Hauptstadt der äthiopischen Provinz Hamasien ausgebaut wurden.

Italienische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cinema Impero
Lizenz: CC-BY-2.0
Fiat-Tagliero-Tankstelle
Lizenz: CC-BY-2.0

1889 wurde die Stadt von Italien besetzt, die es 1900 anstelle von Massaua zur Hauptstadt der italienischen Kolonie Eritrea machten. 1911 erreichte die Bahnstrecke Massaua–Biscia die Stadt. Ergänzt wurde sie später durch die Straße Massaua–Asmara, weitere Straßenverbindungen in das Hinterland, die Bahnstrecke wurde bis Biscia weiter geführt und 1937 die Massaua-Asmara-Seilbahn zum Hafen Massaua in Betrieb genommen.

Im italienischen Faschismus gewann Asmara spätestens ab 1932 als Zentrum des italienischen Aufmarschgebietes für den Italienisch-Äthiopischen Krieg (1935–1936) stark an Bedeutung und erlebte vor allem durch Zuwanderung aus Italien ein rasantes Wachstum, die Bevölkerung verfünffachte sich auf knapp 100.000 Einwohner, davon mehr als die Hälfte Italiener. Dem Bevölkerungswachstum folgte ein Bauboom zur Bewältigung der neuen Funktionen. Die in der Folge ab der Mitte der 30er Jahre errichteten Gebäude zeichnen sich häufig durch eine moderne und qualitätvolle Architektur aus, die jedoch ohne jede Rücksicht auf die lokale Bevölkerung und traditionelle Strukturen und unter teilweiser Einführung der Rassentrennung verwirklicht wurde.

Aus dieser Zeit sind heute noch zahlreiche Gebäude im Stil des Razionalismo erhalten, der italienischen Ausprägung der klassischen Moderne. Seit 2017 zählt Asmara als „modernistische Stadt Afrikas“ zum UNESCO-Welterbe.

Die Italienische Sprache ist in der Stadt noch oftmals gegenwärtig: Auf den Schachtdeckeln ist die Aufschrift Comune di Asmara – Fognature (Gemeinde Asmara – Abwassernetz) zu lesen, Bars und Lokale tragen gelegentlich italienischsprachige Namen wie Bar Vittoria, Ristorante Roma, Cinema Impero oder Pasticceria Moderna. Besonders ältere Leute sprechen auch noch sehr gut Italienisch und in der Alltagssprache sind viele italienische Ausdrucksformen wie Andiamo! (Lasst uns gehen!) oder E allora? (Na und?) geläufig.

Britische Kolonialzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. April 1941 besetzte die britische Armee Asmara kampflos, nachdem die italienische Armee nach der Schlacht von Keren kapituliert hatte. Die britische Besatzung betrieb von 1942 bis 1952 eine rigorose Demontagepolitik, die sie als italienische Kriegs-Reparation betrachtete, aber die Infrastruktur des Landes und der Stadt stark schädigte.

thiopische Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Föderation mit dem Kaiserreich Abessinien 1952 verlor Asmara seine Rolle als Hauptstadt des Landes. Dieses Versinken in die Provinzialität, die Armut des Landes und die wegen des seit 1963 sich über fast drei Jahrzehnte erstreckenden Eritreischen Unabhängigkeitskrieges fehlenden Investitionen bewirkten, dass die historische Bausubstanz weitgehend ungestört erhalten blieb.

Am 24. Mai 1991 nahm die EPLF Asmara als letzte Stadt in Eritrea ein.

Hauptstadt von Eritrea[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Unabhängigkeit Eritreas gewann Asmara 1991 seine Funktion als Hauptstadt zurück. Alle zentralen Behörden des Landes haben hier ihren Sitz. Heute hat sich die Größe der Stadt durch den Bau neuer Büros und Villen und durch Zuzug vom Land gegenüber der Kolonialzeit vervielfacht.



Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asmara
Klimadiagramm
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Temperatur in C, Niederschlag in mm
Quelle:wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlge fr Asmara
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Max. Temperatur (C)22,623,925,325,825,825,821,722,023,222,021,621,623,4
Min. Temperatur (C)5,66,68,49,810,911,111,411,49,38,67,46,08,9
Niederschlag (mm)22143346422031562213194?556
Sonnenstunden (h/d)9,49,38,98,88,37,34,95,17,18,89,29,18
Regentage (d)00356611123221?51
Luftfeuchtigkeit (%)52474751454778796062686158,2
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Aufgrund der Lage in den Kalttropen sind die Tage ganzjährig warm und die Nächte kühl.



Sehenswrdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italienischer Friedhof
Lizenz: CC-BY-2.0
Koptische Marien-Kathedrale
Lizenz: CC-BY-2.0
Römisch-katholische Kirche Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz
Lizenz: CC-BY-2.0


Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Flughafen Asmara: Der internationale Flughafen Asmara liegt vier Kilometer sdlich von Asmara und ist der einzige des Landes mit einer nennenswerten Zahl von Verbindungen ins Ausland.
  • Bahn: Asmara ist heute der Endpunkt der einzigen Eisenbahnstrecke des Landes, die von Massaua hierher fhrt. Die weiterfhrende Strecke nach Keren und Agordat musste Anfang 1975 aufgrund des Brgerkriegs ihren Betrieb einstellen und die weiterfhrende Strecke nach Biscia wurde bereits von der britischen Kolonialmacht als Reparationsleistung demontiert. Auf der Strecke nach Asmara besteht seit 2001 ausschlielich touristischer Betrieb: Sonntags fhrt ein Zug nach Nefasit. Im brigen knnen ber die Gesamtstrecke Zge gechartert werden.


Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2011 fanden in Asmara die Afrikanischen Radsportmeisterschaften statt.



Persnlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter:



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Simone Bader: Moderne in Afrika. Asmara - Die Konstruktion einer italienischen Kolonialstadt 1889-1941. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-7861-2759-8.
  • Stefan Boness: Asmara ? Africas Jewel of Modernity. Jovis, Berlin 2016, ISBN 978-3-86859-435-5 (Fotoband; Deutsch, Englisch)
  • Edward Denison: Asmara: Africa's Secret Modernist City. Merrell Holberton, 2003, ISBN 1-85894-209-8 (Fotoband; Englisch)
  • Christian Welzbacher: Afrika mit Tankstellen erobern. Kapitulation vor der Baugeschichte: Die Asmara-Ausstellung in Berlin scheut die Analyse. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 17. November 2006.
  • Erminia Dell'Oro: Asmara addio. Baldini Castaldi Dalai, Milano 1997.


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?CIA World Factbook: Eritrea,Section: People and Society (Englisch, abgerufen am 31.Dezember 2013); das deutsche Auswrtige Amt schtzt auf seiner Webseite zu Eritrea (Stand Oktober 2013) nur etwa 500.000 Einwohner.
  2. ?Simone Bader: Faschistische Moderne in Afrika. Auto und Architektur in Asmara. In: Aram Mattioli, Gerald Steinacher: Fr den Faschismus bauen: Architektur und Stdtebau im Italien Mussolinis.Orell Fssli, Zrich 2009, ISBN 978-3-280-06115-2, S.353.
  3. ?Aram Mattioli: Unterwegs zu einer imperialen Raumordnung in Italienisch-Ostafrika. In: Aram Mattioli, Gerald Steinacher: Fr den Faschismus bauen: Architektur und Stdtebau im Italien Mussolinis. Zrich 2009, S.327?352; gekrzte Version des Aufsatzes in Die Zeit, 26.Februar 2009, Nr.10, S.86: Terror und Moderne. Mussolinis Kolonialstadt Asmara in Eritrea soll wegen ihrer avantgardistischen Architektur Weltkulturerbe werden (Memento vom 30. Mai 2015 im Internet Archive).
  4. ?Asmara: Eine modernistische Stadt Afrikas. Deutsche UNESCO-Kommission, 27.Juli 2017.
  5. ?Vgl.: Bocresion Haile Gebre Mussie: The Collusion on Eritrea. 2. Auflage. Asmara 2007; Estelle Sylvia Pankhurst: Eritrea on the Eve. London 1952.


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ras Alula Gouverneur des Reiches Medri Bahri während des Negus Yohannes IV war einer der Pioniere und Gründer von Asmara.Bild: meg and rahulLizenz: CC-BY-2.0
Lizenz: CC-BY-2.0

Cinema ImperoBild: meg and rahulLizenz: CC-BY-2.0
Lizenz: CC-BY-2.0

Fiat-Tagliero-TankstelleBild: meg and rahulLizenz: CC-BY-2.0
Lizenz: CC-BY-2.0

Italienischer FriedhofBild: meg and rahulLizenz: CC-BY-2.0
Lizenz: CC-BY-2.0

Koptische Marien-KathedraleBild: meg and rahulLizenz: CC-BY-2.0
Lizenz: CC-BY-2.0

Römisch-katholische Kirche Unserer Lieben Frau vom RosenkranzBild: meg and rahulLizenz: CC-BY-2.0
Lizenz: CC-BY-2.0

Asmara (Tigrinya: ኣስመራ, Asmera, arabisch أسمرة) ist die Hauptstadt und die mit Abstand größte Stadt von Eritrea.

mehr zu "Asmara" in der Wikipedia: Asmara

Politik & Weltgeschehen

1890

Ereignisse > Politik und Weltgeschehen:
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Italien fasst seine ostafrikanischen Besitzungen um Assab, Massaua und Asmara per Dekret zur Kolonie Eritrea zusammen. (1. Januar)

Geboren & Gestorben

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Geboren: Nguse Amlosom wird in Asmara geboren. Nguse Amlosom ist ein eritreischer Langstreckenläufer.
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Geboren: Eleni Gebrehiwot wird in Asmara, Äthiopien geboren. Eleni Gebrehiwot ist eine deutsche Langstreckenläuferin. Seit 2011 startet sie für den TV Wattenscheid. Ihre Disziplin ist Laufen, insbesondere die Distanzen 5000 und 10.000 Meter sowie der Halbmarathon und der Marathon.
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Geboren: Ambesager Yosief wird in Asmara geboren. Ambesager Sium Yosief ist ein eritreischer Fußballspieler.
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Geboren: Tedros Teclebrhan wird in Asmara, Eritrea geboren. Tedros Teclebrhan ist ein deutscher Schauspieler, Komiker und Webvideoproduzent. Bekannt wurde er unter dem Pseudonym Teddy Comedy.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1941

Städtebauliche Projekte:
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Asmara Eritrea, 1935 (Moderne (Architektur))

Sport

2011

Qualifikation > Straßenradsport > Qualifikationswettkämpfe:
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Afrikameisterschaften in Eritrea? Asmara, 9. bis 13. November (Olympische Sommerspiele 2012/Radsport)

Tagesgeschehen

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Asmara/Eritrea und Santiago de Chile/Chile: Aschewolken der Vulkane Nabro in Eritrea und Puyehue in Chile führen zu Beeinträchtigungen des Flugverkehrs in Ostafrika und Teilen der Südhalbkugel. In der Folge wird in einigen Provinzen Argentiniens der Notstand ausgerufen.

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