Attischer Seebund

Der Attische Seebund (auch Delisch-Attischer oder Attisch-Delischer Seebund) war ein Bündnissystem zwischen Athen und zahlreichen Poleis in Kleinasien und auf den vorgelagerten Inseln. Er wurde als Folge der Perserkriege geschaffen, die 480 v. Chr. durch den Sieg der verbündeten Griechen unter Führung Athens in der Seeschlacht bei Salamis vorentschieden worden waren.

Die Gründung 478/77 v. Chr. diente dem Ziel, die Perser künftig von der Ägäis mit ihren griechisch besiedelten Inseln und Randzonen fernzuhalten und wichtige Seehandelswege zu schützen. Die Athener hatten dabei in militärischer und organisatorischer Hinsicht von vornherein eine gewisse Führungsrolle, die sie im Zuge ihrer innergesellschaftlichen demokratischen Umgestaltung zu einer erdrückenden Vormachtstellung ausbauten. Die dementsprechende Originalbezeichnung des Seebunds lautete: „Die Athener und ihre Alliierten“ (οἱ Ἀθηναῖοι καὶ οἱ σύμμαχοι).

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Ereignisse

372 v. Chr.

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Kephallonia wird Mitglied des zweiten Attischen Seebundes.

376 v. Chr.

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Zwischen dem neu gegründeten Zweiten Attischen Seebund und Sparta kommt es zur Schlacht von Naxos. Die von Chabrias geführte attische Flotte erringt dabei den Sieg. Naxos tritt dem Seebund bei.

377 v. Chr.

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Der zweite Attische Seebund wird entgegen dem Königsfrieden von 386 v. Chr. gegründet. Dieser hatte die Autonomie aller griechischen Stadtstaaten vorgesehen.

449 v. Chr.

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um 449 v. Chr.: Kallias II. handelt mit Großkönig Artaxerxes I. einen Frieden zwischen dem Attischen Seebund und dem Achämenidenreich aus. Der Kalliasfrieden, der ein vorläufiges Ende der Perserkriege bedeutet, wird von manchen Historikern allerdings in Zweifel gezogen.

454 v. Chr.

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Die Bundeskasse des Attischen Seebundes wird von Delos nach Athen verlegt.

Politik & Weltgeschehen

374 v. Chr.

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Zakynthos wird Mitglied des zweiten Attischen Seebunds.

431 v. Chr.

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Der Peloponnesische Krieg zwischen dem Attischen Seebund unter der Führung von Athen und dem Peloponnesischen Bund unter der Führung Spartas beginnt.

461 v. Chr.

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Kimon sendet von Athen aus ein Truppenkontingent nach Sparta, um die Spartiaten gegen die aufständischen Heloten zu unterstützen. Sparta hat den Helotenaufstand jedoch mittlerweile selbst unter Kontrolle bekommen und die spartanische Elite fürchtet die Zunahme demokratischer Anschauungen in Lakedaimonien auf Grund der Anwesenheit der athenischen Verbände. So werden Kimon und seine Hopliten schnellst möglich wieder zurück nach Athen geschickt. Dies wird von Athen natürlich als außenpolitischer Affront gewertet und belastet die Beziehungen zwischen den zwei Poleis und den sich entfaltenden Machtblöcken des Peloponnesischen Bundes und des Delisch-Attischen Seebundes.

478 v. Chr.

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(um): Der Attische Seebund unter der Führung Athens wird als Bündnis gegen die persische Drohung gegründet. Er entwickelt sich im Lauf des Jahrhunderts immer mehr zu einem Gegenstück zum spartanisch dominierten Peloponnesischen Bund.

Europa

355 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Auf Druck des persischen Achämenidenreichs muss der zweite Attische Seebund aufgelöst werden. Damit endet der Bundesgenossenkrieg, der 357 v. Chr. mit der Loslösung mehrerer Bundesmitglieder begonnen hatte.

357 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Mehrere Mitglieder des Attischen Seebundes sagen sich von Athen los. Dieses versucht mit militärischer Gewalt die Auflösung des Bundes zu verhindern. Mausolos II., Satrap von Karien, gewinnt die Schutzherrschaft über die Inseln Rhodos und Kos. Es kommt zum Bundesgenossenkrieg, der bis 355 v. Chr. andauert.

366 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Der Attische Seebund erobert die Ägäisinsel Samos von den Persern zurück und beginnt die Belagerung der Hauptstadt, die sich bis ins Folgejahr hinziehen wird.

386 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: In Sardes wird der so genannte Königsfrieden verkündet, der den Korinthischen Krieg zwischen den griechischen Stadtstaaten dauerhaft beenden soll. Die griechischen Siedlungen in Ionien und auf Zypern fallen damit an das persische Achämenidenreich. Die Stadtstaaten verpflichten sich zur Autonomie, das heißt Organisationen wie der Böotische Bund oder der Attische Seebund sind verboten. Die Fusion von Korinth und Argos wird wieder aufgelöst. Persien tritt als Garantiemacht des Friedens auf.

463 v. Chr.

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Griechenland: Nach zweijähriger Belagerung erobert Athen die Insel Thasos und bestraft sie für ihren Abfall vom Attischen Seebund.

"Attischer Seebund" in den Nachrichten