Bahaitum

Das Bahaitum ist eine weltweit verbreitete Religion mit rund acht Millionen Anhängern, die sich auf die Lehren des Religionsstifters Baha'ullah (1817–1892) berufen und nach ihm als Bahai bezeichnet werden. In ihrem Ursprungsland Iran bilden die Bahai zwar die größte religiöse Minderheit, sind aber seit jeher starken Verfolgungen ausgesetzt. Hauptverbreitungsgebiete heute sind Indien, Afrika, Süd- und Nordamerika.

Die ursprünglich aus dem Babismus hervorgegangene Universalreligion lehrt einen abrahamitischen Monotheismus eigener Prägung, in dessen Mittelpunkt der Glaube an einen transzendenten Gott, die mystische Einheit der Religionen und der Glaube an die Einheit der Menschheit in ihrer Vielfältigkeit stehen. Die Bahai vertreten eine handlungsorientierte Ethik, die sich einer humanitären Vision der gesellschaftlichen Entwicklung und des sozialen Zusammenhalts verpflichtet fühlt.



Geschichte




Die Geschichte der Bahai-Gemeinde geht auf das Wirken zweier Stiftergestalten zurück: Sayyid Ali Muhammad Schirasi (1819–1850), genannt „der Bab“ (arabisch: „das Tor“), und Mirza Husayn Ali Nuri (1817–1892), genannt „Baha'ullah“ (arabisch: „Herrlichkeit Gottes“). Der eigentliche Stifter ist Baha'ullah. Der Bab wird von den Bahai als dessen Wegbereiter und zugleich als eigenständiger Religionsstifter des Babismus betrachtet.
  • Johann Christoph Bürgel, Isabel Schayani (Hrsg.): Iran im 19. Jahrhundert und die Entstehung der Bahā’ī-Religion. Georg Olms Verlag, Hildesheim, Zürich, New York 1998, ISBN 3-487-10727-9 (books.google.de Voransicht).
  • Moojan Momen: Bahá'u'lláh – eine Kurzbiographie. Bahá’í-Verlag, Hofheim 2013, ISBN 978-3-87037-499-0.
  • G. Cameron, W. Momen: A Basic Bahá’í Chronology. George Ronald, Oxford 1996, ISBN 0-85398-404-2.
  • Peter Smith: The Bahá’í Faith. A Short History. Oneworld Publications, Oxford 1999, ISBN 1-85168-208-2.
  • Peter Smith: The Babi and Baha’i Religions. From messianic Shi’ism to a World Religion. Cambridge University Press, Cambridge 2008, ISBN 978-0-521-31755-9.
  • Nationaler Geistiger Rat der Bahá’í in Deutschland (Hrsg.): 100 Jahre Deutsche Bahá’í-Gemeinde. 1905–2005. Bahá’í-Verlag, Hofheim 2005, ISBN 3-87037-436-5.
  • Nationaler Geistiger Rat der Bahá’í in Deutschland (Hrsg.): Die Bahá'í im Iran. Dokumentation der Verfolgung einer religiösen Minderheit. Bahá’í-Verlag, Hofheim 1985, ISBN 3-87037-170-6.
  • Rudolf Fischer: Religiöse Vielfalt im Vorderen Orient: eine Übersicht über die Religionsgemeinschaften des Nahen Ostens. Ed. Piscator, Oberdorf, Schweiz 1988, ISBN 3-906090-20-5, Bahaismus, S. 55 (books.google.de).
  • Kai Merten: Untereinander, nicht nebeneinander: Das Zusammenleben religiöser und kultureller Gruppen im Osmanischen Reich des 19. Jahrhunderts. Band 6 von Marburger religionsgeschichtliche Beiträge. LIT Verlag, Münster 2014, ISBN 978-3-643-12359-6, 14. Die Bābī/Bahā'ī im Osmanischen Reich, S. 358–372.
  • mehr zu "Bahaitum" in der Wikipedia: Bahaitum

    Geboren & Gestorben

    Geboren:
    thumbnail
    Udo Schaefer wird in Heidelberg geboren. Udo Schaefer ist ein Jurist und einer der bedeutendsten zeitgenössischen Theologen des Bahaitums.

    "Bahaitum" in den Nachrichten