Balch

Balch und die Seidenstraße

Balch (persisch بلخ, DMGBalḫ; englisch Balkh; altgriechischBaktra; altiranisch auch Zariaspa „Goldenes Pferd“, arabisch auch أُم المدائن / Umm al-madāʾin / ‚Mutter der Städte‘) ist eine Stadt in der Provinz Balch im Norden von Afghanistan. Balch ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte, rund 20 Kilometer entfernt von Masar-e Scharif, der größten Stadt Nordafghanistans. Die Einwohnerzahl wird 2012 mit 87.000 berechnet. In den letzten Jahren ist die Stadt enorm gewachsen.



Geschichte




Balch gilt als eine Wiege der iranischen Zivilisation. In der Antike unter dem Namen Baktra (griech.: Βακτρα) bekannt, war sie die Hauptstadt Baktriens. In Baktra traf die Seidenstraße auf eine andere Handelsroute, die in nordwestlicher Richtung dem Lauf des Oxus folgend zum Kaspischen Meer führte, sowie in südöstlicher Richtung über den Chaiber-Pass nach Vorderindien.Um das Jahr 500 v. Chr. wurde Baktrien dem persischen Achämenidenreich einverleibt und blieb bis zu dessen Eroberung durch Alexander den Großen eine der wichtigsten Satrapien dieses Imperiums. Dareios II. war selbst Sohn einer baktrischen Mutter; nach dem Tod Dareios’ III. wurde der Statthalter von Baktrien, Bessos, zum neuen Herrscher ausgerufen; er unterlag aber bald darauf Alexander dem Großen. Im Winter 329/28 v. Chr. befand sich in Baktra auch das Hauptquartier Alexanders.Unter der Herrschaft der Seleukiden ab 312 v. Chr. war Baktra/Balch fast ausschließlich eine griechische Kolonie. Nach 256 v. Chr. wurde es Bestandteil des nun selbständigen griechisch-baktrischen Reiches, bevor dieses im 2. Jahrhundert dem Ansturm der Saken unterlag. Unter dem Einfluss des Buddhismus entstand hier eine griechisch-buddhistische Mischkultur, der unter anderem die im Jahre 2001 durch die Taliban zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan entstammen.In der Spätantike war Baktra unter den Sassaniden wieder Teil eines vereinten Perserreichs, bevor die Stadt im 7. Jahrhundert von den muslimischen Arabern erobert und im Laufe der folgenden Jahrhunderte vollständig islamisiert wurde. Im Mittelalter entwickelte sich Balch zu einem Zentrum der persischen Kultur und Literatur und gehörte unter anderem zu den islamischen Reichen der Samaniden, Ghaznawiden, Seldschuken, Ghuriden und Choresm-Schahs, bevor die Stadt 1221 von den Mongolen erobert und vollkommen zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau wurde Balch von Timur-e Lang erobert, und entwickelte sich unter seinen Nachkommen, den Timuriden, zu einer der wichtigsten Städte Chorasans....

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Geboren & Gestorben

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Geboren: Husn Banu Ghazanfar wird in Balch geboren. Husn Banu Ghazanfar (Paschtu/Dari: ‏حسن بانو غضنفر‎), ist eine afghanische Politikerin. Sie ist seit Juli 2006 amtierende Frauenministerin ihres Landes.

1942

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Geboren: Wasef Bakhtari wird in Balkh, Afghanistan geboren. Wasef Bakhtari ist ein afghanischer Intellektueller und Dichter.
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Geboren: Dschalal ad-Din ar-Rumi wird in Balch, heute Afghanistan, oder Wachsch bei Qurghonteppa, heute Tadschikistan geboren. Dschal?l ad-D?n Muhammad ar-R?m? war ein persischer Sufi-Mystiker, Gelehrter und einer der bedeutendsten persischsprachigen Dichter des Mittelalters. Von seinen Anhängern, insbesondere den Derwischen, erhielt er den Beinamen arabisch???????, DMG Maul?n? (persisch auch Moulawi; türkische Schreibweise: Mevlânâ), „unser Herr/Meister“. Nach ihm ist der Mevlevi-Derwisch-Orden benannt.
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Gestorben: Abu Zaid al-Balchi stirbt. Abu Zaid Ahmad ibn Sahl al-Balchi war ein islamischer Universalgelehrter. Besondere Bekanntheit erlangte er in den Disziplinen Philosophie und islamische Gelehrsamkeit. Heutzutage ist er in erster Linie als Geograph bekannt. Er machte sich insbesondere einen Namen in der Koran-Exegese. Sein bekanntestes Werk dieses Wissenschaftszweiges ist das oft zitierte, jedoch verschollene Naẓm al-Qurān. Er verfasste mehr als 60 Bücher in arabischer Sprache. Erhalten geblieben ist nur die "relativ unbedeutende" medizinische Abhandlung Kitāb Maṣāliḥ al-Abdān wal-Anfus.

849 n. Chr.

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Geboren: Abu Zaid al-Balchi wird oder 850 in Schamistiyan in der Nähe von Balch in Chorasan geboren. Abu Zaid Ahmad ibn Sahl al-Balchi war ein islamischer Universalgelehrter. Besondere Bekanntheit erlangte er in den Disziplinen Philosophie und islamische Gelehrsamkeit. Heutzutage ist er in erster Linie als Geograph bekannt. Er machte sich insbesondere einen Namen in der Koran-Exegese. Sein bekanntestes Werk dieses Wissenschaftszweiges ist das oft zitierte, jedoch verschollene Naẓm al-Qurān. Er verfasste mehr als 60 Bücher in arabischer Sprache. Erhalten geblieben ist nur die "relativ unbedeutende" medizinische Abhandlung Kitāb Maṣāliḥ al-Abdān wal-Anfus.

Politik & Weltgeschehen

329 v. Chr.

Alexanderzug:
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Alexander erobert Baktrien und zieht in dessen Hauptstadt Baktra ein; als Statthalter setzt er Artabazos ein. Alexanders Gegner Bessos ist unterdessen weiter nordwärts geflohen.

"Balch" in den Nachrichten