Berthold Beitz

Berthold Beitz (* 26. September 1913 in Zemmin, heute ein Ortsteil von Bentzin; † 30. Juli 2013 in Kampen, Sylt) war ein deutscher Manager und Unternehmenslenker. Er war Generalbevollmächtigter Alfried Krupp von Bohlen und Halbachs und einflussreicher Industrieller in der Montanindustrie des Ruhrgebiets.

Während des Zweiten Weltkriegs rettete er im von Deutschen besetzten Galizien mehreren hundert jüdischen Zwangsarbeitern das Leben, indem er sie als unentbehrlich für die Erdölindustrie einstufte und in den von ihm verwalteten Fabriken beschäftigte. Nach Kriegsende lernte er Alfried Krupp kennen und bei seiner Geburtstagsfeier am 26. September 1952 wurde Beitz per Handschlag von Alfried Krupp zum Generalbevollmächtigten seiner Firma gemacht. Gemeinsam mit ihm baute er den Krupp-Konzern wieder auf. Alfried Krupp brachte sein Vermögen, insbesondere die Firma Krupp, testamentarisch in eine gemeinnützige, nach ihm benannte Stiftung ein. Beitz hatte an diesem Weg erheblichen Anteil und wurde 1968 Vorsitzender von Vorstand und Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. In dieser Funktion hat er den Strukturwandel im Ruhrgebiet und den Umbau zu einer Wissenschafts- und Kulturregion wesentlich mitgeprägt.



Privatleben




Berthold Beitz war seit 1939 mit Else, geb. Hochheim verheiratet. Sie hatten drei Töchter (Barbara, Susanne und Bettina) und sieben Enkel sowie zehn Urenkel. Beitz bezeichnete sich selbst als Einzelgänger. Er gehörte, abgesehen vom Kieler Yacht-Club, weder einem Verein noch einer Partei an. Beitz galt als ungeduldig und traf viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus („Wenn ich in einen Raum komme, weiß ich zu 80 Prozent, wie die Verhandlungen laufen“). In die Politik ging er nie, da er dort seine Entscheidungen erst mit anderen langwierig hätte abstimmen müssen. „Von Haus aus ein nüchterner Pommer lebte Beitz seit Jahrzehnten in Essen. „Ich habe die Aufgabe, den letzten Willen von Alfried Krupp zu erfüllen, und das wird auch mein weiteres Leben bestimmen“, sagte Beitz nach dem Tode Krupps 1967. Auch nach über sechs Jahrzehnten im Ruhrgebiet konnte man die Sprachfärbung seiner pommerschen Heimat noch heraushören.Beitz nutzte viele Jahre Privilegien der Stiftung auf Kosten der Firma Krupp (später ThyssenKrupp). Für die Jagden, den Kieler Yachtclub und auch die Flüge mit dem Unternehmensjet wurden allerdings im Jahre 2013 neue Regeln vereinbart. So hatte Beitz wenige Monate vor seinem Tod einen stattlichen Betrag für die Nutzung des Firmenflugzeugs bezahlt.

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Rundfunk, Film & Fernsehen

2013

Film:
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Berthold Beitz - Tod eines Patriarchen - Exclusiv im Ersten - ARD-Dokumentation von

Geboren & Gestorben

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Gestorben: Berthold Beitz stirbt in Kampen, Sylt. Berthold Beitz war ein deutscher Manager und Unternehmenslenker. Er war Generalbevollmächtigter Alfried Krupp von Bohlen und Halbachs und ein einflussreicher Industrieller in der Montanindustrie des Ruhrgebiets.
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Geboren: Berthold Beitz wird in Zemmin, heute ein Ortsteil von Bentzin geboren. Berthold Beitz war ein deutscher Manager und Unternehmenslenker. Er war Generalbevollmächtigter Alfried Krupp von Bohlen und Halbachs und einflussreicher Industrieller in der Montanindustrie des Ruhrgebiets.

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Berthold Beitz starb im Alter von 99 Jahren. Berthold Beitz wäre heute 103 Jahre alt. Berthold Beitz war im Sternzeichen Waage geboren.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2013

Ehrung:
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Ehrenplakette des Mies van der Rohe-Haus Aachen

2012

Ehrung:
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Kaiser-Leopold-I.-Medaille der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina

2011

Ehrung:
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Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen zusammen mit seiner Ehefrau Else Beitz

2010

Ehrung:
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Ehrensenator der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

"Berthold Beitz" in den Nachrichten