Bethlehemskirche (Berlin-Mitte)

Die Bethlehemskirche von Süden, 1910
Bild: Königlich Preußische Messbildanstalt
Lizenz: CC-PD-Mark

Die Bethlehemskirche (auch Böhmische Kirche) war eine lutherische und reformierte Simultankirche in der Friedrichstadt im Berliner Bezirk Mitte. Die 1737 fertiggestellte Kirche wurde für böhmische protestantische Exulanten erbaut. Diese bildeten ab 1747 drei getrennte Kirchengemeinden, von denen zwei gemeinsam Eigentümerinnen der Kirche waren. Die Bethlehemskirche wurde 1943 im Luftkrieg zerstört.



Geschichte




Der Name des Kirchengebäudes geht auf die Bethlehemskapelle in Prag zurück, die als Predigtstätte Johannes Hus' für die Böhmischen Brüder eine wichtige Rolle spielt. Die böhmischen Exulanten in Berlin bezogen sich in ihren protestantischen Traditionen auf die Brüder. Die Bethlehemskirche wurde für die böhmischen Exulanten errichtet, die ab 1732 unter König Friedrich Wilhelm I. aufgenommen wurden. Dabei handelte es sich überwiegend um Weber und Spinner, die in der Erweiterung der Berliner Friedrichstadt siedelten.Predigtsprache war zunächst Tschechisch, die ersten drei lutherischen Prediger waren alle böhmischer Abkunft. Erste Predigten auf Deutsch wurden ab 1750 jeweils morgens gehalten. Der dritte lutherische Prediger Andreas Macher missfiel vielen eher reformiert orientierten Gemeindegliedern, sodass diese im Juni 1746 beim König darum einkamen – wie bei Aufnahme königlich zugesichert – ihre Prediger selbst benennen zu dürfen.Friedrich II. bestätigte diese Zusicherung seines Vaters im Januar 1747. Nach einer amtlichen Befragung unter den Mitgliedern (Familienvorständen) im März 1747 spalteten sich die Exulanten in drei Kirchengemeinden, eine der Herrnhuter Brüdergemeine, eine böhmisch-lutherische und eine böhmisch-reformierte.Friedrich II. ordnete daraufhin an, dass die beiden letzteren die Bethlehemskirche und das Gemeindehaus in der Wilhelmstraße 29 fortan gemeinsam nutzen und besitzen. Die böhmischen Anhänger der Brüdergemeine richteten 1751 einen eigenen Betsaal in einem Haus in der Wilhelmstraße 136 ein (später zu Kreuzberg). 1857 erbauten sie einen neuen Kirchsaal im Hof der Nr. 138, der 1944 zerstört, aber 1948 durch eine Notkirche an gleicher Stelle ersetzt wurde.Die reformierte Gemeinde unterstand zunächst dem Reformierten Kirchendirektorium Preußen (1713–1808), die lutherische dem Lutherischen Oberkonsistorium Preußen (1750–1808). Nach Auflösung beider Kirchenverwaltungen 1808 und Übernahme der Kirchensachen durch die neue Kultusabteilung im Preußischen Innenministerium folgte 1817 die Gründung der unierten Evangelischen Kirche in den Königlich-Preußischen Landen, der sich beide Gemeinden der Bethlehemskirche anschlossen....

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Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2012

Veröffentlichte Arbeiten von Juan Garaizabal:
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Momoria Urbana Berlin, Deutschland (Denkmal für die Bethlehemskirche (Berlin-Mitte)) (Juan Garaizabal)

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