Bomarzo

Bomarzo (Italien)

Bomarzo ist eine Gemeinde mit 1805 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) in der Provinz Viterbo, Region Latium in Italien. Sie liegt 84 km nördlich von Rom und 19 km nordöstlich von Viterbo.



Geschichte




Ausgrabungen von Nekropolen Mitte des 19. Jahrhunderts haben bewiesen, dass es an Stelle der heutigen Stadt eine etruskische Vorläufersiedlung gab. Ob es sich um das von dem Dominikaner Annio da Viterbo um 1500 identifizierte Planum Meonianum handelte, konnte letztlich nicht bewiesen werden. Die archäologischen Fundstätten rund um den Monte Casoli sind im 21. Jahrhundert größtenteils wieder zugewachsen.Der Name Polymartium wird zum ersten Mal in der Historia Langobardorum von Paulus Diaconus erwähnt. Die Namensetymologie (Stadt des Mars) legt nahe, dass es eine römische Stadt gegeben haben könnte; die Ausgrabungsarbeiten förderten indes keine konkrete Bausubstanz zu Tage.Spätestens im 5. Jahrhundert war Polymartium Bischofssitz. Fest steht, dass der Schutzpatron Anselm nicht der erste Bischof war und dass er unter dem Gotenkönig Totila den Märtyrertod erlitt. Als letzter Bischof der Stadt ist Lambertus Episcopus Polymartiensis 1015 belegt. Auf den Bischofssitz geht das Titularbistum Polymartium zurück.Seit dem 8. Jahrhundert gehörte Bomarzo wie die gesamte heutige Provinz Viterbo zum Kirchenstaat. Die wirkliche Kontrolle übten die lokalen Feudalherren aus. Im Falle von Bomarzo waren es die Orsini; unter ihnen ist Vicino Orsini die prägendste Persönlichkeit für die Stadt geworden. Unter seiner Ägide im 16. Jahrhundert wurde sowohl der von seinem Vater begonnene Adelspalast (Palazzo Orsini) vollendet als auch der eigentümliche manieristische Park der Ungeheuer außerhalb der Stadt angelegt, den er selbst einen „Heiligen Wald“ (Sacro Bosco) genannt hatte. Vicino Orsini war verheiratet mit Giulia Farnese, Tochter des Galeazzo Farnese (Herzog von Latera); nicht zu verwechseln mit ihrer Großmutter (mütterlicherseits) Giulia Farnese, der Maitresse Alexanders VI. Der Übergang von der Feudalherrschaft zum päpstlichen Zentralstaat, der in weiten Teilen Latiums von Kampfhandlungen begleitet war, vollzog sich im Fall von Bomarzo durch Heiratspolitik.Der gestärkte päpstliche Zentralstaat setzte Kardinäle als Regenten ein; Ippolito Lante, der in der Villa Lante in Bagnaia, zeitweilig aber auch im Palazzo Orsini in Bomarzo residierte, ist charakteristisch für diese Zeit.Bomarzo gehört seit 1870 wie der gesamte ehemalige Kirchenstaat zum italienischen Nationalstaat.

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Kunst & Kultur

Kultur:
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Uraufführung der Oper Bomarzo von Alberto Ginastera am Lisner Auditorium in Washington, D.C.

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