Bosporus

Der Bosporus (griechisch Βόσπορος „Rinderfurt“, von βοῦςboũs „Rind, Ochse“ und πόροςpóros „Weg, Furt“; türkisch Boğaz „Schlund“, bzw. Karadeniz Boğazı für „Schlund des Schwarzen Meeres“; veraltet „Straße von Konstantinopel“) ist eine Meerenge zwischen Europa und Asien, die das Schwarze Meer (in der Antike: Pontos Euxeinos) mit dem Marmarameer (in der Antike: Propontis) verbindet; daher stellt er einen Abschnitt der südlichen innereurasischen Grenze dar. Auf seinen beiden Seiten befindet sich die Stadt Istanbul, deren Geografie er maßgeblich prägt. Der Bosporus hat eine Länge von ca. 30 Kilometern und eine Breite von 700 bis 2500 Metern. In der Mitte variiert die Tiefe zwischen 36 und 124 Metern (bei Bebek). Innerhalb des Bosporus liegt auf der westlichen Seite das Goldene Horn, eine langgezogene Bucht und ein seit langem genutzter natürlicher Hafen.

Die Durchfahrtsrechte für die internationale Schifffahrt wurden 1936 im Vertrag von Montreux geregelt.



Geschichte




Bereits in den antiken Sagen wurde der Bosporus erwähnt. Jason musste auf seiner Fahrt nach Kolchis die lebensgefährlichen Symplegaden passieren - zwei mythologische Felseninseln, die an der Einmündung des Bosporus in das Schwarze Meer liegen.Der Name Bosporus (Kuh- oder Ochsenfurt) stammt daher, dass hier nach der Sage die in eine Kuh verwandelte Io auf ihrer Flucht hinüberschwamm.Als die Bezeichnung Bosporus im Altertum auch für andere Meerengen verwendet wurde, nannte man die Straße von Konstantinopel Thrakischen Bosporus (Thraci scheu Bosporus) - zur Unterscheidung vom Cimerischen Bosporus oder Kimmerischen Bosporus (Straße von Kertsch).Der persische König Dareios I. ließ im 6. Jahrhundert v. Chr. die Schiffbrücke über den Bosporus bauen, der so sein angeblich 700.000 Mann starkes Heer für seinen Feldzug gegen die Skythen übersetzte.Die Großmächte, die im Laufe der Geschichte den Bosporus kontrollierten (Oströmisches Reich, Osmanisches Reich), strebten damit auch eine Kontrolle über das Schwarze Meer an. So ließ Sultan Bayezid I. 1390 die Gelibolu-Schiffswerft errichten, um den Bosporus und damit die Schifffahrtsroute zwischen Konstantinopel (heute Istanbul) und dem Schwarzen Meer zu kontrollieren. Konstantinopel war zu dieser Zeit noch nicht osmanisch....

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Kreuzzüge

Vierter Kreuzzug:
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Die Kreuzfahrer gehen am Bosporus an Land.

1189

Dritter Kreuzzug:
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Bei Konstantinopel weigert sich der byzantinische Kaiser Isaak II. Friedrich Barbarossas Heer über den Bosporus zu befördern. Dieser erzwingt den Transport schließlich durch Einnahme der byzantinischen Städte Adrianopel und Pelopolis. Die Überfahrt erfolgt schließlich von Gallipoli über den Hellespont.

Geboren & Gestorben

Geboren:
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Demetrius I. (Patriarch) wird in Tarabya am Bosporus bei Istanbul geboren. Demetrius I. war vom 16. Juli 1972 bis zu seinem Tod Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel und Ehrenvorsteher der orthodoxen Christenheit.

Natur & Umwelt

Katastrophen:
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Der bulgarische Dampfer Struma wird mit 764 jüdischen Flüchtlingen an Bord in der Nähe des Bosporus durch ein sowjetisches U-Boot versenkt. Es gibt nur einen Überlebenden. Die Struma war zuvor von türkischen Behörden zur Rückkehr in das Schwarze Meer gezwungen worden. Man hatte weder eine Weiterreise noch eine Landung der Flüchtlinge gestattet

Asien

783 n. Chr.

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Muslimischer Feldzug unter Prinz Harun ar-Raschid durch Anatolien bis an den Bosporus.

Europa

922 n. Chr.

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Zar Simeon I. von Bulgarien zieht erneut gegen Byzanz und stößt bis zum Bosporus vor.

Tagesgeschehen

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Istanbul/Türkei: Ein Verwaltungsgericht in der türkischen Metropole Istanbul verbietet mit einstweiliger Verfügung eine Konferenz über den Vorwurf des Völkermordes an den Armeniern. Das teilte ein Veranstalter der Nachrichtenagentur AFP in Istanbul mit. An dem Treffen an der Bosporus-Universität wollten Wissenschaftler teilnehmen, die anders als die offizielle Türkei davon ausgehen, dass es im Ersten Weltkrieg im damaligen Osmanischen Reich einen Völkermord an den Armeniern in Anatolien gegeben hat.

Beispiele für Absenktunnel

"Bosporus" in den Nachrichten