Boulevardtheater

Das Boulevardtheater ist eine im Paris des ausgehenden 18. Jahrhunderts entstandene privatwirtschaftliche Theaterform und kann sich gleichermaßen auf eine Art von Spielstätten wie auf ein Theatergenre beziehen. Im deutschen Sprachgebrauch wird der Ausdruck Boulevardtheater heute für Schwänke im Bereich des Kleintheaters verwendet. Er umfasst jedoch ursprünglich sämtliche privatwirtschaftlichen Theaterformen mit Genres wie dem Kriminal- und Abenteuerstück, die heute mehrheitlich auf das Kino übergegangen sind.



Geschichte




Der Ausdruck Boulevardtheater bezeichnet im 18./19. Jahrhundert eher Spielstätten oder Institutionen als ein spezifisches Theatergenre. Er hängt mit der Urbanisierung und der Emanzipation der bürgerlichen Unterhaltungsformen zusammen: Im Unterschied zu den hölzernen Schaubuden auf den Jahrmärkten hatten die Boulevardtheater feste, aus Stein gebaute, repräsentative, aber zumeist privat geführte Häuser. Im engeren Sinne waren mit den „Boulevardtheatern“ ursprünglich die vier direkt nebeneinander stehenden Gebäude Cirque Olympique, Théâtre des Folies-Dramatiques, Théâtre de la Gaîté und Théâtre des Funambules am Pariser Boulevard du Temple gemeint.Der Boulevard du Temple war bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Unterhaltungsviertel der größten kontinentaleuropäischen Stadt Paris. Dort entstanden große privatwirtschaftliche Bühnen wie das Théâtre de l’Ambigu-Comique (1769), die dem Melodram und der Pantomime, oft auch in Mischformen mit Konzert- oder Zirkus-Darbietungen, gewidmet waren. Sie lösten die Spielstätten des Pariser Jahrmarktstheaters ab. Das Napoleonische Theaterdekret von 1807 bezeichnete die Boulevardtheater als zweitrangig und verlangte von ihnen eine Spezialisierung auf bestimmte Genres. – Andere europäische Städte wie Wien (mit den Wiener Vorstadttheatern) und Berlin (mit dem Königsstädtischen Theater) schlossen sich dieser Entwicklung an.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Marc Camoletti (Autor) stirbt in Deauville. Marc Camoletti war ein französischer Bühnenautor für das Boulevardtheater. Sein bekanntestes Werk ist Boeing-Boeing.
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Gestorben: Tristan Bernard stirbt in Paris. Tristan Bernard war ein französischer Rechtsanwalt, Schriftsteller, Sportjournalist und erfolgreicher Dramatiker für das Boulevardtheater.
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Gestorben: Renée Falconetti stirbt in Buenos Aires. Renée Jeanne Falconetti, auch unter den Namen Falconetti oder Maria Falconetti bekannt, war eine französische Schauspielerin. Ab den 1910er Jahren trat sie im PariserBoulevardtheater in Erscheinung und war kurzzeitig Mitglied der Comédie-Française (1924–1925). Sowohl anerkannt für ihre Auftritte in Komödien als auch Dramen (unter anderem Lorenzaccio, 1927; Die Kameliendame, 1928) wurde ihr Spiel von zeitgenössischen Kritikern mit dem einer Gabrielle Réjane oder Eleonora Duse verglichen. Nachhaltige Bekanntheit erlangte sie durch die Titelrolle der Jeanne d’Arc in Carl Theodor Dreyers Stummfilm Die Passion der Jungfrau von Orléans (1928), der ihr einziger Auftritt in einem Spielfilm bleiben sollte.
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Geboren: Grit Boettcher wird in Berlin geboren. Grit Boettcher ist eine deutsche Schauspielerin. Bekannt wurde sie durch zahlreiche Rollen im Genre des Boulevardtheaters sowie in Spielfilmen, Fernsehproduktionen und -serien.
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Geboren: Marc Camoletti (Autor) wird in Genf geboren. Marc Camoletti war ein französischer Bühnenautor für das Boulevardtheater. Sein bekanntestes Werk ist Boeing-Boeing.

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