Boykott

Ein Boykott ist ein organisiertes wirtschaftliches, soziales oder politisches Zwangs- oder Druckmittel, durch das eine Person, eine Personengruppe, ein Unternehmen oder ein Staat vom regelmäßigen Geschäftsverkehr ausgeschlossen wird. Heute steht der Boykott allgemein für eine Verrufserklärung oder Ächtung durch Ausdruck einer kollektiven Verweigerungshaltung.

Der wirtschaftliche Boykott dient insbesondere der Ausschaltung von Konkurrenz; der soziale Boykott als Druckmittel von Interessensgruppen (etwa im Arbeitskampf); der politische Boykott ist ein staatliches Sanktionsmittel gegenüber anderen Staaten.



Geschichte




Einige Beispiele historischer Boykottaktionen in chronologischer Reihenfolge:
  • Im deutschen Mittelalter die so genannte „Verhansung“, das heißt der Ausschluss einer Stadt aus der Hanse.
  • Der US-amerikanische Boykott britischer Waren während der amerikanischen Revolution.
  • Der indische Boykott von Waren, die teilweise unter dem Handelsmonopol der Briten standen, organisiert von Gandhi („Kampagne der Nichtkooperation“ 1920–1922).
  • Der von den Nationalsozialisten 1933 initiierte Boykott jüdischer Geschäfte in Deutschland, genannt Judenboykott.
  • Die während der US-Bürgerrechtsbewegung durch Afroamerikaner durchgeführten Bus-Boykotte.
  • Der US-amerikanische Boykott von Kuba – siehe Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten.
  • Der arabische Boykott Israels und von Unternehmen, die mit Israel handeln.
  • Der Früchteboykott von Verbrauchern, um auf die (damalige) Apartheid in Südafrika aufmerksam zu machen. Er war in Europa und insbesondere in Deutschland populär und wurde von der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland sowie der Anti-Apartheid-Bewegung ausgerufen.
  • Weltweit boykottierten 1995 zahlreiche Verbraucher den Ölkonzern Shell, indem sie nicht bei Shell tankten („Konsumentenboykott“ = Käuferstreik). Sie reagierten damit auf die von Shell angekündigte Entsorgung des schwimmenden Öltanks Brent Spar. Nach einer etwa 100-tägigen von Greenpeace initiierten Medienkampagne lenkte Shell ein und begann mit der Entsorgung der Brent Spar an Land.2011 drohte die EU dem Iran damit, kein Öl mehr bei ihm zu kaufen („EU-Embargo“); im Januar beschloss die EU Wirtschaftssanktionen. Wenige Tage später drohte der Iran der EU mit einem sofortigen Lieferboykott.

    mehr zu "Boykott" in der Wikipedia: Boykott

    Geboren & Gestorben

    1971

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    Geboren: Peter Beinart wird in Cambridge, Massachusetts geboren. Peter Beinart ist ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Journalist. Er ist Associate Professor für Journalismus und Politikwissenschaften an der City University of New York und orthodoxer Jude. Er vertritt die Position, Israel müsse sich aus den besetzten Gebieten zurückziehen. Im Oktober 2016 veröffentlichte er gemeinsam mit Todd Gitlin, Michael Walzer, Edward Witten, Adam Hochschild u.?a. einen offenen Brief im New York Review of Books, der zu einem gezielten Boykottisraelischer Siedlungen in den besetzten Gebieten auffordert.
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    Gestorben: Charles Cunningham Boycott stirbt in Flixton, Suffolk, England. Charles Cunningham Boycott war ein britischer Gutsverwalter in Irland und Captain der Britischen Armee. Auf ihn geht der Begriff boykottieren bzw. der Boykott zurück.
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    Geboren: Charles Cunningham Boycott wird in Burgh St. Peter, Norfolk, England geboren. Charles Cunningham Boycott war ein britischer Gutsverwalter in Irland und Captain der Britischen Armee. Auf ihn geht der Begriff boykottieren bzw. der Boykott zurück.

    Amerika

    England & seine Amerikanischen Kolonien:
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    In den dreizehn Kolonien in Nordamerika beginnt der Boykott von britischen Waren, den der erste Kontinentalkongress mit den Assoziationsartikeln vom 20. Oktober beschlossen hat.

    Single-Auskopplungen

    1966

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    Rainy Day Women #12 & 35 – Nr. 2 – 16. April (trotz des Boykotts vieler Radiostationen, die in dem Lied eine Aufforderung zum Drogenkonsum sahen) (Blonde on Blonde)

    Politik & Weltgeschehen

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    Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: US-Präsident Jimmy Carter kündigt den Boykott der Olympischen Sommerspiele in Moskau durch die USA an. (21. März)
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    Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Die Bevölkerung Nordirlands entscheidet sich in einem Referendum, das viele Katholiken boykottieren, mit 98,9 Prozent der Abstimmenden für den Verbleib beim Vereinigten Königreich und gegen eine Vereinigung mit der Republik Irland. (8. März)
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    Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Die abstimmenden Nordiren entscheiden sich in einem Referendum, das viele Katholiken boykottieren, mit 57 Prozent für einen Verbleib beim Vereinigten Königreich und gegen eine Vereinigung mit der Republik Irland. (8. März)
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    Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Der Musiker John Lennon gibt dem Londoner Evening Standard ein Interview, in dem er unter anderem in Bezug auf die Beatles behauptet: We’re more popular than Jesus now. Die Äußerung führt in den USA zu heftigen Reaktionen. Radiostationen boykottierenBeatles-Lieder. (4. März)

    1966

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    4. März: Der Musiker John Lennon gibt dem Londoner Evening Standard ein Interview, in dem er unter anderem in Bezug auf die Beatles behauptet: We’re more popular than Jesus now. Die Äußerung führt in den USA zu heftigen Reaktionen. Radiostationen boykottierenBeatles-Lieder.

    Sport

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    bis 3. August: Die XXII. Olympischen Sommerspiele finden in Moskau statt, Boykott durch westliche Staaten wegen des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan.

    Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

    2005

    Tabellarische Chronik > Nachleben der Marke und der Unternehmensteile:
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    Bekanntgabe der Schließung des Nürnberger AEG-Werkes und Verlagerung der Produktion nach Polen und Italien. Somit werden zukünftig alle AEG-Haushaltsgeräte, bis auf die im AEG-Werk Rothenburg ob der Tauber produzierten Backöfen, Herde und Kochmulden, außerhalb Deutschlands (in erster Linie in Polen, Ungarn und Italien) produziert. Die Schließung führte zu einem sechswöchigen Streik der Belegschaft und einem Boykottaufruf der Gewerkschaft (Konsumentenboykott).

    Tagesgeschehen

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    Weißrussland: Im Zuge des an Heftigkeit zunehmenden Gasstreits mit dem russischen Energiekonzern Gazprom erhöht Russland seine Preisforderung auf 200 Dollar pro 1000 m³ Erdgas und droht ab 2. Januar einen Lieferboykott an. Die weißrussische Regierung lässt verlauten, sie würde bei einem solchen Lieferstopp den Gastransit nach Westeuropa unterbrechen.
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    Thailand: Zu den Parlamentswahlen haben alle drei Oppositionsparteien einen Wahlboykott angekündigt; siehe auch 3. April. (independent)

    "Boykott" in den Nachrichten