Buchdruck

Buchdruck ist ein mechanischer Prozess, bei dem Schriften und Bilder in großer Anzahl auf ebene Flächen, meist aus Papier, reproduziert werden. Die dadurch erstellten Werke können in großer Anzahl verbreitet werden. Bis zu seiner Erfindung war die Erschaffung und handschriftliche Vervielfältigung von Dokumenten und Büchern (Manuskripten) ein Monopol einer kleinen Zahl von Spezialisten, in Europa insbesondere der gebildeten Mönche und Nonnen in den Skriptorien der Klöster.

In Ostasien gab es bereits im 8. Jahrhundert gedruckte Werke. Der moderne Buchdruck mit den auswechselbaren Lettern einer Satzschrift in einer Druckerpresse (Typendruck), der die flexible, relativ kostengünstige und schnelle Erstellung größerer Auflagen ermöglichte, wurde im 15. Jahrhundert von Johannes Gutenberg erfunden. Er leitete eine Demokratisierung der Schaffung und Verbreitung von Informationen ein – schuf aber auch die Grundlagen für einen massiven Ausbau tendenziell freiheitsfeindlicher staatlicher und kirchlicher Bürokratie. Der Buchdruck ermöglichte erstmals die massenhafte Verbreitung von Wissen, Nachrichten und Meinungen frei von Kontrolle durch Kirche und Obrigkeit, was langfristig große gesellschaftliche Umwälzungen beförderte – so war er eine der Triebkräfte für die Epoche der Renaissance sowie für das Zeitalter der Aufklärung, und spielte eine wichtige Rolle beim Aufstieg des Bürgertums. Die Sichtweise, wonach die Buchdrucktechnik revolutionär gewirkt habe, wird von der jüngeren Forschung in Frage gestellt. Als Kontrollmechanismus für die gewonnene Freiheit wurde bald die staatliche Zensur von Druckerzeugnissen und die staatliche Verfolgung unbequemer Publizisten und Drucker eingeführt, deren Überwindung sich heute in modernen Demokratien als Grundsatz der Pressefreiheit (von Druckerpresse) manifestiert.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Josef Benzing stirbt. Josef Benzing war ein deutscher Bibliothekar und Luther-Bibliograph und Erforscher des Buchdrucks. Während des Zweiten Weltkriegs war er in der besetzten Ukraine tätig.
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Gestorben: Richard Steffen stirbt in Hamburg. Richard Steffen war ein deutscher Bildhauer, Buchdrucker und Dramaturg.
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Geboren: Kurt Dröge wird in Bad Salzuflen geboren. Kurt Dröge ist ein deutscher Volkskundler und ehemaliger Leiter des Wissenschaftsbereichs Volkskunde des Bundesinstitutes für Kultur und Geschichte der Deutschen in Osteuropa (BKGE). Von 1969 bis 1977 studierte er in Mainz und Münster und schloss sein Studium mit seiner Promotion über die Fachsprache des Buchdrucks im 19. Jahrhundert ab. Er ist Verfasser von 12 Monografien zu kulturgeschichtlichen Themen sowie von zahlreichen Fachartikeln. Als Dozent ist er an den Universitäten Oldenburg und Osnabrück tätig.
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Gestorben: Karl Fieke stirbt in Clausthal-Zellerfeld. Karl Fieke war ein deutscher Buchdrucker, Zeitungsverleger und Heimatschriftsteller.

Wissenschaft & Technik

1440

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Johannes Gutenberg erfindet die beweglichen Lettern für den Buchdruck.

Kunst & Kultur

Kultur:
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In München erscheint das erste dort gedruckte Buch, der Pilgerführer Indulgentiae ecclesiarum principalium urbis Romae aus der Offizin des Johann Schaur.

1300

Kultur:
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Funde von Hunderten von Holzklötzchen auf dem Boden einer Tempelhöhle, die auf dieses Jahr datiert werden, zeigen, dass auch bei den Uiguren bereits mit beweglichen Lettern gedruckt wurde.

Wirtschaft

1534

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Der wittenbergische Buchhändler und Verleger Moritz Goltz erhält mit seiner Verlegergemeinschaft das Privileg des sächsischen Königs, die Werke Martin Luthers zu drucken.

Europa

1593

Geschichte des Buchdrucks > Europa und Gutenberg:
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in Mexiko

1563

Geschichte des Buchdrucks > Europa und Gutenberg:
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in Russland

1483

Geschichte des Buchdrucks > Europa und Gutenberg:
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in Kosinj, (Lika, Kroatien)

1482

Geschichte des Buchdrucks > Europa und Gutenberg:
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in Wien

1476

Geschichte des Buchdrucks > Europa und Gutenberg:
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in Pilsen

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1878

Gründung:
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Die Druckfarbenfabriken Gebrüder Schmidt GmbH (abgekürzt GS) wurden 1878 in Bockenheim bei Frankfurt am Main gegründet. Das Unternehmen war ein bedeutender deutscher Hersteller von Druckfarben und stellte Buch-, Offset- und Tiefdruckfarben her. Später wurden auch Farben für den Siebdruck und den Flexodruck in das Produktionsprogramm aufgenommen.

Geschichte der Keller & Knappich GmbH

1948

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Textilmaschinen und Apparate für den Buchdruck; Beginn der Schreibmaschinen-Fertigung (Johann Josef Keller)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2005

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Werk > Hörfunkbeiträge: Falzbein und Fliegenkopf. Von der Leidenschaft des Buchdruckens. Bayerischer Rundfunk (Bernhard Setzwein)

1881

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Werk: Der erste Buchdruck in Tübingen (1498–1534): ein Beitrag zur Geschichte der Universität. Tübingen (Karl Steiff)

1534

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Literatur: Martin Luther lässt die erste vollständige Fassung seiner Lutherbibeldrucken, der klassischen deutschen, am weitesten verbreiteten Bibelübersetzung. Sie beeinflusst die deutsche Literatur und Sprache nachhaltig und spielt bei der Herausbildung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache eine entscheidende Rolle.

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