Buddhismus

Der Buddhismus ist eine Lehrtradition und Religion, die ihren Ursprung in Indien hat. Sie hat weltweit je nach Quelle zwischen 230 und 500 Millionen Anhänger – und ist damit die viertgrößte Religion der Erde (nach Christentum, Islam und Hinduismus). Der Buddhismus ist hauptsächlich in Süd-, Südost- und Ostasien verbreitet. Etwa die Hälfte aller Buddhisten lebt in China.

Die Buddhisten berufen sich auf die Lehren des Siddhartha Gautama, der in Nordindien lebte, nach den heute in der Forschung vorherrschenden Datierungsansätzen im 6. und möglicherweise noch im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. Er wird als der „historische Buddha“ bezeichnet, um ihn von den mythischen Buddha-Gestalten zu unterscheiden, die nicht historisch bezeugt sind. „Buddha“ (wörtlich „Erwachter“) ist ein Ehrentitel, der sich auf ein Erlebnis bezieht, das als Bodhi („Erwachen“) bezeichnet wird. Gemeint ist damit nach der buddhistischen Lehre eine fundamentale und befreiende Einsicht in die Grundtatsachen allen Lebens, aus der sich die Überwindung des leidhaften Daseins ergibt. Diese Erkenntnis nach dem Vorbild des historischen Buddha durch Befolgung seiner Lehren zu erlangen, ist das Ziel der buddhistischen Praxis. Dabei wird von den beiden Extremen selbstzerstörerischer Askese und ungezügeltem Hedonismus, aber auch generell von Radikalismus abgeraten, vielmehr soll ein Mittlerer Weg eingeschlagen werden.

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Ereignisse

528 n. Chr.

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Der Buddhismus wird im koreanischen Reich Silla Staatsreligion.

372 n. Chr.

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In Korea wird der Buddhismus eingeführt.

Japan

604 n. Chr.

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Der japanische Prinzregent Shōtoku Taishi verbindet in seiner 17-Artikel-Verfassung (憲法十七条 Kenpō-jūshichi-jō) den Buddhismus mit der konfuzianischen Ethik, fordert Harmonie in den menschlichen Beziehungen, lässt Poststraßen bauen und bedeutende Chroniken niederschreiben.

Kunst & Kultur

802 n. Chr.

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Religion & Kultur: Bau des buddhistischen Haeinsa-Tempels im koreanischen Daegu.

561 n. Chr.

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Religion & Kultur: Der aus Gandhara stammende Mönch Jnanagupta übersetzt buddhistische Texte in die chinesische Sprache.

558 n. Chr.

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Religion & Kultur: Bau des buddhistischenGuanghua-Tempels in der chinesischen Provinz Fujian bei Putian.

552 n. Chr.

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Religion & Kultur: Der König von Baekje sendet buddhistische Sutras und Darstellungen sowie eine goldene Buddhastatue als Geschenke an den Hof von Yamato in Japan. Unter dem Einfluss der Familie Soga wird in der Folge durch Tenno Kimmei der Buddhismus in Japan eingeführt: Beginn der Asuka-Zeit.

538 n. Chr.

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Kultur & Religion: Beginn einer Übertrittswelle eines Teils des japanischen Adels vom Shintō zum Buddhismus: in der Folge kriegerische Auseinandersetzungen.

Natur & Umwelt

1006

Katastrophen:
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Ein gewaltiger Ausbruch des Vulkans Merapi auf Java lässt die große buddhistischen Tempelanlage von Borobudur für Jahrhunderte unter Sand, Steinen und Geröll verschwinden. Zugleich versinkt eine ganze Kultur. Es wird angenommen, dass auf diese Verwüstung der Zusammenbruch der hinduistischen Zivilisation des Königreichs von Mataram zurückzuführen ist.

Religion

1983

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Februar: Der Buddhismus wird in Österreich offiziell als staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft geführt. Österreich war damit das erste Land in Europa, das den Buddhismus offiziell als Religion anerkannte.

814 n. Chr.

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Einweihung von Samye, dem ersten buddhistischen Kloster in Tibet durch den tantrischen Meister Padmasambhava (Guru Rinpoche).

747 n. Chr.

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Buddhismus in Tibet: Der legendäre Inder Padmasambhava führt den Buddhismus in seiner tantrischen Form in Tibet ein. Er errichtet in Samye das erste buddhistische Kloster.

600 n. Chr.

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um 600: Der Buddhismus wird im heutigen Indonesien eingeführt.

594 n. Chr.

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Prinzregent Shōtoku Taishi erhebt den Buddhismus zur Staatsreligion in Japan.

Asien

1373

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König Fa Ngum von Lan Chang wird nach einem langjährigen Streit über die Richtung des Buddhismus im Land entmachtet. Sein Sohn Samsaenthai übernimmt die Regentschaft in dem laotischen Königreich.

587 n. Chr.

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Sushun, Sohn des Kimmei, wird 32. Kaiser von Japan als Nachfolger des Yōmei; er ist Anhänger des Buddhismus.

276 n. Chr.

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(oder 277): Mani, Stifter der Religion Manichäismus, wird im Gefängnis von Gundishapur hingerichtet. Seine Religion, die Elemente des Christentums, Buddhismus und Zoroastrismus in sich vereint, brachte ihn in Konflikt mit Anhängern aller drei Religionen. Nach seinem Tod beginnt die Verfolgung der Manichäer.

200 v. Chr.

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Erstes buddhistisches Königreich auf Sri Lanka.

261 v. Chr.

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Der indische Maurya-Herrscher Ashoka erobert nach blutigen Feldzügen das Gebiet von Kalinga (Orissa). Das Erlebnis der Kriegsgräuel führt dazu, dass er zum Buddhismus konvertiert und fortan eine konsequente Friedenspolitik betreibt; auf religiösem Gebiet setzt er eine Politik der Toleranz durch.

Politik & Weltgeschehen

Politik:
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Auf den ceylonesischen Premierminister S. W. R. D. Bandaranaike gibt ein buddhistischer Mönch, der nach der Tat zum Christentum konvertiert, Schüsse ab. Der Premierminister kann dem Attentäter die Waffe entreißen, stirbt aber an den Verletzungen am darauffolgenden Tag.

Tagesgeschehen

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Rakhaing-Staat/Myanmar: Bei Ausschreitungen zwischen Buddhisten und Moslems sterben mehr als 60 Menschen
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Rangun/Myanmar: In Rangun kommt es im Rahmen der Proteste zu einem Übergreifen der Militärdiktatur. Klöster in Rangun werden gestürmt und buddhistische Mönche verhaftet.
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Rangun/Myanmar: Die Demonstrationen in Myanmar gegen die Militärdiktatur weiten sich aus. Buddhistische Mönche unterstützen massiv den Sturz der Diktatur.
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Hamburg/Deutschland: In Hamburg findet ein buddhistischer Kongress statt, bei dem der Dalai Lama anwesend ist. Der Kongress diskutiert die Zulassung der Frauenordination im Buddhismus.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2013

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Eigenkompositionen: Quis est Deus - Eine interreligiöse Kantate: Auftragskomposition, die zur Zeit einer interreligiösen Tagung uraufgeführt wurde. Ein lateinischer Dreifaltigkeitshymnus des Theologen Anton Kolb wurde mit Texten verschiedener Weltreligionen (Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, Islam) kombiniert und von Herbert Bolterauer zu einer Kantate mit Sopran- und Basssolo, Streichtrio, drei Blockflöten, zwei Posaunen, Orgel und Chor vertont.

1977

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Werkübersicht > Ko-Autorenschaften: ¿Qué es el Budismo? (dt. Was ist Buddhismus?) mit Alicia Jurado (Jorge Luis Borges)

1969

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Veröffentlichungen: Ohne Heil? Im Dialog: Buddhismus und Christentum. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. Februar (Gerd Hergen Lübben)

1968

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Werk: Beitrag zur rechtlichen Stellung des Buddhismus und Taoismus im Sung-Staat: Übersetzung der Sektion "Taoismus und Buddhismus" aus dem Ch'ing-Yüan T'iao-fa Shih-lei; (Ch. 50 u. 51) / Brill, Leiden (Werner Eichhorn (Sinologe))

1844

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Werk: Über den Buddhismus in Hochasien und in China. Berlin (Wilhelm Schott (Orientalist))

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