Cenad

Lage von Cenad im Kreis Timiș
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Cenad [ˈtʃenad] (deutsch Tschanad, ungarischCsanád, serbisch-kyrillisch Čanad/Ченад, lateinischUrbs Morisena [wörtlich Maroschburg]) ist eine Gemeinde im Kreis Timiș, in der Region Banat, im Südwesten Rumäniens.



Geschichte




Schon zur Römerzeit stand auf dem Gebiet des heutigen Cenad eine Festung, die den Namen „Urbs Morisena“ oder „Civitas Morisena“ trug. 450 drangen die Hunnen unter der Anführung Attilas in dieses Gebiet ein. Der ungarische König Stephan I. beauftragte 1015 den aus Venedig stammenden und 1004 zum Priester geweihten Benediktiner Mönch Gerardus de Sagredo mit der Christianisierung Ungarns.1000 bis 1030 herrschte in der Maroschburg der rumänische Wojewode Achtum. Nachdem Stephans Heer unter dem Feldherrn Chanad Achtum besiegte, erhielt die Maroschburg den Namen Chanad (Csanád). Gleichzeitig ließ König Stephan das Csanáder Bistum einrichten, dessen erster Bischof Gerardus de Sagredo wurde, und die Festung Csanád wurde zum Sitz des Komitats Csanád. Nach dem Einfall der Tataren (1241) wurde Csanád völlig zerstört. 1701 wurde auf den Ruinen der Festung Csanád der serbische Ort Čanad aufgebaut, später Groß-Csanád (Cenadul Mare).Nach dem Frieden von Passarowitz (1718) war die Ortschaft Teil der Habsburger Krondomäne Temescher Banat. Zwischen 1723 und 1726 wurden einige deutsche Familien angesiedelt. In den Jahren 1764–65 wurde Deutsch-Tschanad von Baron Laffort um 139 Häuser mit Familien aus dem Sauerland erweitert. 1748-49 wurde ein Bethaus errichtet, an dessen Stelle 1869 die heutige katholische Kirche eingeweiht wurde. 1858 wurden die beiden Orte, das serbische Čanad und Deutsch–Tschanad, zu Groß–Tschanad, dem heutigen Cenad, zusammengelegt.Nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich (1867) wurde das Banat dem Königreich Ungarn innerhalb der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn angegliedert.Anfang des 20. Jahrhunderts fand das Gesetz zur Magyarisierung der Ortsnamen (Ga. 4/1898) Anwendung. Der amtliche Ortsname war Csanád. Die ungarischen Ortsbezeichnungen blieben bis zur Verwaltungsreform von 1923 im Königreich Rumänien gültig, als die rumänischen Ortsnamen eingeführt wurden.Der Vertrag von Trianon am 4. Juni 1920 hatte die Dreiteilung des Banats zur Folge, wodurch Cenad an das Königreich Rumänien fiel....

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Geschichte > Schriftlich dokumentiert

1858

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die beiden Orte, das serbische ?anad und Deutsch–Tschanad, wurden zu Groß–Tschand zusammengelegt

Geboren & Gestorben

Geboren:
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Elisabeth Schüssler Fiorenza wird in Cenad, Königreich Rumänien geboren. Elisabeth Schüssler Fiorenza ist eine römisch-katholische feministische Theologin.

Einwohner

2002

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lebten in Cenad 4249 Einwohner, davon 2990 Rumänen, 655 Ungarn, 50 Deutsche, 554 Serben

1910

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lebten in Cenad 7187 Einwohner, davon 2073 Rumänen, 613 Ungarn, 2750 Deutsche, 1751 Serben

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