Charidschiten

Die Charidschiten (oder Ḫāriǧiten, von arabisch خارجي, DMGḫāriǧī, Plural arabisch خوارج, DMGḫawāriǧ) sind eine religiös-politische Oppositionsbewegung des frühen Islam, die in der Zeit des Aufruhrs nach der Ermordung des dritten Kalifen ʿUthmān ibn ʿAffān entstanden ist. Ihr Name ist von dem vieldeutigen arabischen Verb charadscha (خرج / ḫaraǧa / ‚hinausgehen, sich absondern, ausziehen zum Kampf, rebellieren‘) abgeleitet. Nach ihrem ersten Lager in Harūrāʾ nahe Kufa wurden die frühen Charidschiten auch Harūrīya genannt. Ende des 7. Jahrhunderts spaltete sich das Charidschitentum in zahlreiche Untergruppen auf. Von diesen Untergruppen besteht allein die Ibādīya mit Anhängern in Oman, Nordafrika und an der ostafrikanischen Küste als islamische Sondergemeinschaft bis heute fort.

Die Ibaditen der Gegenwart betrachten sich selbst allerdings nicht mehr als Charidschiten, sondern als Gruppe, die in Opposition zu den radikalen Strömungen innerhalb des Charidschitentums entstanden ist.

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Afrika

772 n. Chr.

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Ein Aufstand der Charidschiten unter Abu Quna und Ibn Rustam gegen die Abbasiden bzw. ihre Statthalter im heutigen Tunesien, die Muhallabiten, scheitert bei Kairuan; Ibn Rustam, Begründer der Dynastie der Rustamiden, zieht sich nach Tahert (heute Algerien) zurück.

Afrika & Asien

776 n. Chr.

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Ibn Rustam begründet das charidschitische Emirat der Rustamiden in Tahert (Algerien).

Geboren & Gestorben

Gestorben:
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Abu Yazid stirbt. Abu Yazid war der Führer der letzten großen Revolte der Charidschiten in Ifriqiya (943–947) gegen die Fatimiden.

873 n. Chr.

Geboren:
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Abu Yazid wird geboren. Abu Yazid war der Führer der letzten großen Revolte der Charidschiten in Ifriqiya (943–947) gegen die Fatimiden.

Ereignisse

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Attentat der Charidschiten auf Kalif Ali ibn Abi Talib, dem dieser am 24. Januar erliegt. Daraufhin werden die Umayyaden unter Muawiya I. von der Mehrheit als Kalifen der Muslime anerkannt. Dagegen sehen die Schiiten Alis Söhne Hasan ibn ʿAlī und Husain ibn ʿAlī als rechtmäßige Nachfolger, die sich politisch aber nicht durchsetzen können.

Asien

743 n. Chr.

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Ein Aufstand der Charidschiten in Kufa breitet sich auf den ganzen Irak aus. Er kann erst 746 von den Umayyaden unterdrückt werden.

698 n. Chr.

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Die Azraqiten, ein extremer Zweig der Charidschiten, werden im Süden Persiens durch den umayyadischen Statthalter Al-Haddschādsch vernichtet.
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Islamische Expansion: Schlacht von Siffin am Euphrat: Kalif Ali ibn Abi Talib und sein Herausforderer Muawiya, der Statthalter von Syrien, liefern sich eine mehrtägige blutige Schlacht, die ohne eindeutigen Sieger endet. Die Tatsache, dass Ali schließlich in ein Schiedsgericht einwilligt, führt zur Trennung der Charidschiten von den Schiiten.

Politik & Weltgeschehen

746 n. Chr.

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Die Umayyaden unter Marwan II. schlagen den Aufstand der Charidschiten im Irak nieder.

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