Chasaren

Die Chasaren (auch Chazaren, Chozaren, Khazaren; heb. Kuzarim כוזרים; türk. Hazarlar; griech. Χάζαροι; russ. Хазары; tatar. Xäzärlär; persisch خزر; lat. Gazari oder Cosri) waren ein ursprünglich nomadisches und später halbnomadisches Turkvolk in Zentralasien.

Im 7. Jahrhundert nach Chr. gründeten die Chasaren ein unabhängiges Khaganat im nördlichen Kaukasus an der Küste des Kaspischen Meeres. Ab dem 8. bis frühen 9. Jahrhundert wurde die jüdische Religion zur wichtigsten Religion im Reich. Ob nur eine dünne Oberschicht oder auch die übrige Bevölkerung die neue Religion annahm und praktizierte, ist umstritten. Überliefert ist, dass es auch Christen und Muslime unter den Chasaren gab. Die Chasaren waren wichtige Bundesgenossen des Byzantinischen Reichs gegen das Sassanidenreich und die arabischen Kalifate. Vor allem durch Fernhandel wurden sie eine bedeutende Regionalmacht und kontrollierten in der Blüte ihrer Machtentfaltung weite Teile des heutigen Südrusslands, den Westen des späteren Kasachstans, die Ostukraine, Teile des Kaukasus sowie die Halbinsel Krim. Ihre Macht wurde Ende des 10. Jahrhunderts von der Kiewer Rus gebrochen, und die Chasaren verschwanden weitgehend aus der Geschichte. Auffassungen, nach denen ein großer Teil der Chasaren im osteuropäischen Judentum aufgegangen sei, sind umstritten.

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Asien

766 n. Chr.

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Die Chasaren werden vom westtürkischen Kaganat unabhängig.

737 n. Chr.

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Nach jahrzehntelangen Kämpfen mit den Chasaren im Kaukasusgebiet gelingt den Muslimen der Vorstoß bis an die Wolga und die Durchsetzung eines dauerhaften Friedens.

735 n. Chr.

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Der umayyadische Feldherr Marwan beginnt einen Feldzug gegen die Chasaren.

722 n. Chr.

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Ausbruch neuer Kämpfe zwischen den Chasaren und den Muslimen im Kaukasusgebiet. Die Auseinandersetzungen ziehen sich bis 737 hin.

626 n. Chr.

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Bündnis zwischen dem Byzantinischen Reich und den Chasaren gegen das Sassanidenreich.

Wikingerzeit

858 n. Chr.

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Der warägerische Fürst Rurik erobert das Gebiet um Kiew, das zu der Zeit unter magyarischer und chasarischer Oberherrschaft stand.

Europa

965 n. Chr.

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Die Kiewer Rus unter Swjatoslaw zerstört die Festung Sarkel und Itil, die Hauptstadt des Chasarenreichs, überfällt islamische Gebiete, erobert Küstengebiete an der Ostsee und führt Krieg gegen die Wolga-Bulgaren, um die östlichen Handelswege in den Orient unter ihre Kontrolle zu bekommen.

453 n. Chr.

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Beginn des Zerfalls des Hunnenreichs nach dem Tod Attilas. Die Reste der Hunnen ziehen sich in die Steppengebiete nördlich des Schwarzen Meeres zurück, wo Attilas Söhne eigene Herrschaften aufbauen, denen schließlich die Bulgaren und Chasaren folgen.

Politik & Weltgeschehen

1016

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Untergang des jüdischenChasarenreiches

"Chasaren" in den Nachrichten