Christentum

Die Bergpredigt, Fresko von Fra Angelico (1437–1445)
Bild:
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Das Christentum ist eine Weltreligion, die aus dem Judentum hervorging. Ihre Anhänger werden Christen genannt, die Gesamtheit der Christen wird auch als die Christenheit bezeichnet.

Von zentraler Bedeutung für das Christentum ist Jesus von Nazaret, ein jüdischer Wanderprediger, der etwa in den Jahren 28–30 unserer Zeitrechnung auftrat und in Jerusalem hingerichtet wurde. Seine Jünger erkannten in ihm nach seiner Kreuzigung und Auferstehung den Sohn Gottes und den vom Judentum erwarteten Messias. In ihren Bekenntnissen nennen sie ihn Jesus Christus. Der Glaube an ihn ist in den Schriften des Neuen Testaments grundgelegt. Die weitaus meisten Christen glauben an einen Gott (Monotheismus) als eine Dreifaltigkeit, das heißt eine Wesenseinheit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist. Daneben existieren innerhalb des Christentums kleinere antitrinitarische Gruppierungen.

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Asien

276 n. Chr.

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(oder 277): Mani, Stifter der Religion Manichäismus, wird im Gefängnis von Gundishapur hingerichtet. Seine Religion, die Elemente des Christentums, Buddhismus und Zoroastrismus in sich vereint, brachte ihn in Konflikt mit Anhängern aller drei Religionen. Nach seinem Tod beginnt die Verfolgung der Manichäer.

Ereignisse

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Theodosius I., Gratian und Valentinian II. erklären in dem Dreikaiseredikt Cunctos populos das Christentum in der trinitarischen Form zur Staatsreligion (die heidnischen Kulte werden 391 verboten).

377 n. Chr.

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In Sion bekennt sich der Provinzstatthalter Pontius Asclepiodotus offen zum Christentum.

321 n. Chr.

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7. März: Kaiser Konstantin der Große bestimmt den Sonntag, den heiligen Tag des Christentums und des Mithraskultes, zum gesetzlichen Ruhetag im Römischen Reich. Einzig landwirtschaftliche Arbeiten bleiben sonntags erlaubt. Das Dekret tritt am 3. Juli in Kraft.

Antike

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Römisches Reich: Der schwerkranke Kaiser Galerius verfasst ein Toleranzedikt, das die seit 303 andauernde Christenverfolgung beendet, die das Reichs zu schwächen droht. Erstmals wird das Christentum zu einer erlaubten Religion.

250 n. Chr.

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Römisches Reich: Der traditionalistische Kaiser Decius lässt den vernachlässigten Kaiserkult wiederaufleben. Allgemein herrscht im Römischen Reich Religionsfreiheit, der Kaiserkult ist die einzige religiöse Handlung, die zwingend verlangt wird. Dabei muss jeder Bürger den verstorbenen, vom Senat zum Divus erklärten Kaisern huldigen, z. B. indem er in einem Tempel eine Weihrauchkerze anzündet. Einzig das Christentum, das sich seit einiger Zeit in den Städten des Reichs verbreitet, lehnt den Kaiserkult vehement ab. Dies führt zu einer erneuten Verfolgung der Religion. Viele Christen, darunter auch Bischöfe, sagen sich von ihrem Glauben los.

Kunst & Kultur

391 n. Chr.

Kultur & Religion:
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Theodosius I., der das Christentum in der trinitarischen Form 380 zur Staatsreligion im römischen Reich erhoben hat, verbietet alle heidnischen Kulthandlungen.

Europa

1054

Ereignisse > Mittelmeerraum und Naher Osten:
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Durch das Morgenländische Schisma kommt es zur endgültigen Spaltung des Christentums in orthodoxe und katholische Kirche. (11. Jahrhundert)

533 n. Chr.

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Das Dekret des oströmischen Kaisers Justinian I., welches den Bischof von Rom als Oberhaupt über alle Kirchen der Christenheit einsetzt, wird herausgegeben.

Rückeroberung Konstantinopels

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Byzantinische Truppen unter der Führung des von Kaiser Michael VIII. ernannten Feldherren Alexios Melissenos Strategopulos erobern Konstantinopel im Handstreich zurück, das 1204 im 4. Kreuzzug durch christliche europäische Kreuzfahrer erobert wurde. Sie beseitigen das Lateinische Kaiserreich und stellen das Byzantinische Reich wieder her. Der lateinische Kaiser Balduin II. flieht.

Ereignisse > Religion

499 n. Chr.

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Um 498, Weihnachten: Wahrscheinliches Datum für den Übertritt König Chlodwigs zum christlichen Glauben. Die Taufe vollzieht Bischof Remigius von Reims in Reims. Der Überlieferung zufolge hatte Chlodwig, ähnlich wie Konstantin, vor der Schlacht von Zülpich 496 gegen die Alamannen die Taufe gelobt, wenn er siegreich sein würde. Eine wichtige Rolle spielt aber auch seine burgundische Frau Chrodechild, die ihm den katholischen Glauben nahegebracht hat. Gemeinsam mit Chlodwig werden auch 3.000 weitere Franken getauft. Von besonderer Bedeutung ist, dass der Übertritt zum Christentum in seiner katholischen Form geschieht, nicht wie bei den anderen Germanenherrschern zum Arianismus, was die Verschmelzung der Germanen und der katholischen Romanen im Frankenreich unter Chlodwigs Herrschaft begünstigt. Das Jahr 498 ist nicht hundertprozentig gesichert; möglich sind auch 497 bzw.

Reconquista

1485

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Die südspanische Ortschaft Setenil fällt im Zuge der Reconquista-Bewegung gegen die maurische Herrschaft in Spanien nach dem siebten Anlauf in christliche Hand.

Prometheus in der Geistesgeschichte > Neuzeit

1872

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Karl Marx bezeichnete Prometheus in seiner Dissertation 1841 als „den vornehmsten Heiligen und Märtyrer im philosophischen Kalender“, eine Illustration des gefesselten Prometheus erscheint in der Werkausgabe auch als Allegorie auf das Verbot der Rheinischen Zeitung. Dagegen erscheint der entfesselte Prometheus auf dem Titelblatt der Erstausgabe von Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik von Friedrich Nietzsche. Karl Kerényi betonte indessen die Ähnlichkeit und den gleichzeitigen Gegensatz zum christlichenMythos der Passion Christi. In André Gides Erzählung Der schlechtgefesselte Prometheus (Le Promethée mal enchaîné) tritt die Figur im zeitgenössischen Paris in surrealem Zusammenhang auf.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1969

Veröffentlichungen:
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Ohne Heil? Im Dialog: Buddhismus und Christentum. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. Februar (Gerd Hergen Lübben)

1965

Werk:
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Te Deum - heute. 365 Texte zur Krisis des Christentums, (Hrsg.) (Kurt Ihlenfeld)

1938

Werk:
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Die Stunde des Christentums, (Hrsg.) (Kurt Ihlenfeld)

1931

Werk:
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Die Messiasfrage im Judentum und Christentum. Vortr. der Hagenthaler Theol. Woche? »Judentum u. Prot.«? (Sept. 1929; gekürzt): ZThK NF 12 , 165-191 (Ethelbert Stauffer)

Religion

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Mit der Enzyklika Fides et Ratio (Glaube und Vernunft) wendet sich Papst Johannes Paul II. an die Bischöfe der katholischen Kirche. Nicht jede Philosophie sei mit dem Christentum vereinbar, lautet eine Botschaft.
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In Japan werden Fumien abgeschafft, durch deren öffentliches Betreten im Zweifel der Beweis zu führen war, dass man dem Christentum nicht anhing.
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Gründung der touristisch, architektonisch und historisch interessanten Stadt Christiansfeld im damaligen Nordschleswig (heute Jütland, Dänemark) durch die christlicheHerrnhuter Brüdergemeine im Auftrag des dänischen Königs Christian VII.

1615

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Während der Edo-Zeit wird das Verbot des Christentums auf ganz Japan ausgedehnt.

1612

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In Japan wird der christliche Glaube im direkt dem Tokugawa-Shogunat unterstellten Tenryō-Gebiet verboten.

Politik & Weltgeschehen

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Taliban schließen eine Shelter Now International Agentur in Afghanistan und nehmen 24 Mitarbeiter fest, da diese versucht hätten, Muslime zum Christentum zu missionieren. Diese Tätigkeit kann in Afghanistan mit dem Tode bestraft werden

1449

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Toledo: Pogrom gegen zum Christentum konvertierte Juden (marranos)

362 n. Chr.

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Politik, Religion & Weltgeschehen: Kaiser Julian versucht eine teilweise Rücknahme der Konstantinischen Wende und Stärkung des Heidentums gegenüber dem Christentum und untersagt mit dem Rhetorenedikt christlichen Lehrern, Unterricht in heidnischer Literatur zu erteilen. Das Edikt löst einen Sturm der Empörung bei christlichen, aber auch heidnischen Lehrern aus. Unter anderem legt Marius Victorinus sein Amt nieder.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2010

Auszeichnung:
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„Ehrenpreis für Kampf gegen Kindesmissbrauch“ im Rahmen der Verleihung des Deutschen Kinderpreises der christlich-evangelikalen Hilfsorganisation World Vision Deutschland. (Stephanie zu Guttenberg)

2004

Preisträger:
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David Ezra Knipp (Freiburg), „für hervorragende Verdienste um die italienische Kunstgeschichte, insbesondere die Kunst des frühen Christentums, der Stadt Rom im Frühmittelalter und des normannischen Siziliens.“ (Hanno-und-Ilse-Hahn-Preis)

Tagesgeschehen

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Beirut/Libanon: Bei einem Anschlag auf ein mehrheitlich christliches Stadtviertel werden sechs Menschen getötet und 78 verletzt.
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Orissa/Indien: Die Nachrichtenagentur asianews meldet, dass Hindu-Fundamentalisten in Orissa jetzt Belohnungen für Gewalt an Christen aussetzen; für die Ermordung von Geistlichen, kann demnach mit 250 Dollar Belohnung gerechnet werden, alternativ auch mit Lebensmitteln oder Benzin. Die indische Regierung hat eine Spezialeinheit von Sicherheitskräften eingesetzt.
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München/Deutschland: 150.000 Menschen begrüßen Papst Benedikt XVI. zu seinem sechstägigen Besuch in Bayern. Bei seiner Ankunft auf dem Flughafen appelliert er an die Deutschen, sich aktiv an der Weitergabe der grundlegenden Werte des christlichen Glaubens zu beteiligen. „Mein Besuch in dem Land, in dem ich geboren wurde, möchte auch in diesem Sinne eine Ermutigung sein“, sagte der Papst.
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Stuttgart/Deutschland. Der Landtag Baden-Württembergs hat „wegen der großen Bedeutung, die dem verfassungsrechtlich gebotenen Schutz von Sonn- und Feiertagen zukommt“ eine Petition gegen das Tanzverbot gestoppt. Kritiker sehen in der Entscheidung eine einseitige Bevorzugung des Christentums.

"Christentum" in den Nachrichten

Weiterführende Informationen

Literatur

  • Micha Brumlik: Entstehung des Christentums. Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin 2010, ISBN 978-3-941787-14-8
  • H.-P. Hasenfratz: Das Christentum – eine kleine Problemgeschichte. Theologischer Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-290-10151-7
  • Werner Heinz: Der Aufstieg des Christentums. Geschichte und Archäologie einer Weltreligion. Konrad-Theiss-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1934-6
  • Klaus Koschorke, Johannes Meier u. a.: Art. Christentum, In: Religion in Geschichte und Gegenwart. 4. Auflage. Band 2, 1999, Sp. 183–246, ISBN 3-16-146942-9
  • Hans Küng: Das Christentum. Wesen und Geschichte. Piper Verlag, München 1995, ISBN 3-492-03747-X
  • Joseph Ratzinger: Einführung in das Christentum – Vorlesungen über das apostolische Glaubensbekenntnis, dtv, München 1971, ISBN 3-423-04094-7.
  • Cambridge History of Christianity. Mehrere Hrsg. 9 Bände. Cambridge 2005ff. (Gesamtdarstellung, die den neueren Forschungsstand miteinbezieht.)
  • Die Geschichte des Christentums. Religion Politik Kultur. Herausgegeben von Jean-Marie Mayeur, Charles und Luce Pietri, André Vaucher, Marc Venard. Deutsche Ausgabe herausgegeben von Norbert Brox, Odilo Engels, Georg Kretschmar, Kurt Meier, Heribert Smolinsky, 14 Bde., Verlag Herder, Freiburg i. Br. 1991ff. (aktuelle Gesamtdarstellung: Besprechung)
  • Handbuch der Kirchengeschichte. Herausgegeben von H. Jedin u. a., 7 Bde., Freiburg 1962–1979, ISBN 3-451-20454-1 (Standardwerk zur Geschichte des Christentums aus dem Blickwinkel der katholischen Kirche und teils überholt.)
  • Metzler Lexikon christlicher Denker: 700 Autorinnen und Autoren von den Anfängen des Christentums bis zur Gegenwart. Hrsg. von Markus Vinzent. Metzler, Stuttgart u. a. 2000
  • René Girard: Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz. Eine kritische Apologie des Christentums. Hanser, München 2002
  • Georg Wilhelm Friedrich Hegel:Frühe Schriften. Werke in zwanzig Bänden, Band 1. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1971
  • Michel Henry: Inkarnation: Eine Philosophie des Fleisches. 2. Auflage. Alber, Freiburg 2004
  • Jean-Luc Nancy: Dekonstruktion des Christentums. Diaphanes, Zürich/Berlin 2008
  • Slavoj Zizek: Das Reale des Christentums. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-06860-1.
  • Bruce Bawer: Stealing Jesus: How Fundamentalism Betrays Christianity. Three Rivers Press, New York 1997, ISBN 0-609-80222-4. (Kritik an fundamental-dogmatischen Tendenzen.)

Weblinks