Christianisierung

Christianisierung (von kirchenlateinisch: christianizare) bezeichnet die Ausbreitung des Christentums als vorherrschende Religion in zuvor mehrheitlich nicht christlich geprägten Regionen oder Ländern. Zwar gab es im Römischen Reich nach der konstantinischen Wende hin zum Christentum im frühen 4. Jahrhundert kaum repressive Maßnahmen gegen Pagane, doch verbesserten sich für Christen die Aufstiegschancen ganz erheblich. Gesetze gegen pagane Kultpraktiken wurden erst ab Ende des 4. Jahrhunderts zunehmend erlassen, als das Christentum zur Staatsreligion im Imperium erhoben wurde. Etwa zeitgleich wurde das äthiopische Königreich von Aksum christlich. Im europäischen Frühmittelalter wurde die Zwangsbekehrung von kirchlicher Seite offiziell abgelehnt, doch waren die mit militärischen Mitteln vorangetriebenen Missionierungen teils mit erheblichem Zwang und Gewalt verbunden (wie die Sachsenkriege). Dagegen erfolgte die Missionierung in Nordeuropa und weiten Teilen Osteuropas weitgehend friedlich.

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Religion

1124

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Beginn der ChristianisierungPommerns durch Bischof Otto von Bamberg (erste Missionsreise)

988 n. Chr.

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Großfürst Wladimir I., Herrscher der Kiewer Rus, empfängt die orthodoxe Taufe. Durch den hauptsächlich auf Konstantinopel ausgerichteten Handel war es, trotz anfänglicher Eroberungsversuche seitens der Rus, zu engen Kontakten mit Byzanz gekommen, die zur christlichen Missionierung und schließlich zum Übertritt der Rus zum orthodoxen Glauben führten. In Kiew werden heidnische Tempel zerstört und slawische Götzenbilder in den Dnjepr geworfen (siehe auch Slawische Mythologie).

444 n. Chr.

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um 444: St. Patrick beginnt mit der ChristianisierungIrlands; ihm wird die Gründung des Ortes Armagh zugeschrieben.

Politik & Weltgeschehen

999 n. Chr.

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Beginn der Christianisierung der Färöer durch Sigmundur Brestisson

Europa

1168

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Waldemar I. von Dänemark erobert Rügen und zerstört das slawische Swantewit-Heiligtum in der Tempelburg am Kap Arkona -eine konsequente Christianisierung folgt.

988 n. Chr.

Ereignisse > Europa:
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Großfürst Wladimir I., Herrscher der Kiewer Rus, empfängt die orthodoxe Taufe. Christianisierung der Rus. (10. Jahrhundert)

Litauen / Polen

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Großfürst Jogaila (poln. Jagiełło) wird in Krakau auf den christlichen Namen Władysław getauft. 1387 folgt die Christianisierung Litauens.

Tasmanien

1873

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Historiker des 20. Jahrhunderts nahmen an, dass Tasmanier mit dem Tod von Truganini ausstarben; diese Ansicht wird heute nicht mehr geteilt. Die ursprüngliche Bevölkerung, auf 8.000 geschätzt, sank zwischen 1802 und 1833 hauptsächlich durch die Hand weißer Siedler, die aus Großbritannien kamen, in Kombination mit Krankheiten und kultureller Zerstörung auf 300 ab. Der Black War und der folgende Black Line waren Wendepunkte in der Beziehung zu den europäischen Siedlern. Auch wenn es verschiedenen Aborigines gelang, der Gefangennahme und Deportierung zu entgehen, so waren sie doch von der Massivität der gegen sie gerichteten Aktion erschüttert und wehrten sich kaum bis auf Walyer, die Anführerin einer Rebellengruppe von tasmanischen Aborigines. Mannalargenna war der Anführer des Volkes der Plangermeireener von Ben Lomond, der als erster Aborigine für eine friedliche Lösung im Black War eintrat. Sowohl Black War und Black Line scheiterten. Letztendlich scheiterte auch George Augustus Robinson, ein Brite, der versuchte in der sogenannten Friendly Mission die letzten 300 Aborigine nach Flinders Island zu retten. Auch dieses Konzept konnte den Untergang dieser Aborigines nicht verhindern, da das Ziel die Christianisierung war und auf dieser kleinen Insel in der Siedlung Wybalenna waren sie von ihren kulturellen und sozialen Lebensgrundlagen abgeschnitten, verkümmerten und wurden durch Krankheiten dezimiert. Die heutigen Tasmanier sind sämtlich Nachkommen aus Beziehungen zwischen Tasmaniern und Europäern. (Stämme der Aborigines)

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