Containerschiff

Ein Containerschiff ist ein Schiffstyp, der für den Transport von ISO-Containern ausgelegt ist.

Die Ladungskapazität von Containerschiffen wird in TEU (Twenty-foot Equivalent Units, vgl. Tonnage) angegeben und entspricht der Anzahl von 20-Fuß-Containern, die geladen werden können. Üblich sind auch die größeren 40-Fuß-Container (gemessen in FEU wie Forty-foot Equivalent Unit), seit Mitte der 1990er Jahre ebenso 45-, 48- und 53-Fuß-Container sowie die seltener anzutreffenden 30-Fuß-Container, die allerdings an Deck geladen werden müssen, da die Cellguides (Führungsschienen in der Vertikalen) nur für 40-Fuß-Container ausgelegt sind. Für sehr große bzw. schwere Stückgüter existieren auch so genannte flat racks, Open-Top-Container oder platforms, die im Verbund mit Standard-Containern geladen werden können.



Geschichte




Das Containerschiff entstand in den 1950er Jahren in den USA. Nach der 1955 in Dienst gestellten Clifford J. Rogers mit noch sehr kleinen Containern folgte 1956 der umgebaute Tanker Ideal X des Speditionsunternehmers Malcolm McLean. Dieser fing damit an, die Aufliegergehäuse von Sattelschleppern ohne Fahrgestell über größere Seestrecken mit dem Schiff zu befördern. 1960 gründete McLean die Reederei Sea-Land Corporation. Schon in der ersten Hälfte der 1960er Jahre entstanden als Semicontainerschiffe geplante Neubauten, wie die 1963 in Dienst gestellte Tobias Mærsk, 1964 wurde in Australien mit der Kooringa der erste als Vollcontainerschiff für ISO-Container geplante Neubau in Betrieb genommen.Mitte der 1960er Jahre gab es in den Vereinigten Staaten bereits 171 (allerdings nahezu alles umgebaute) Containerschiffe. 1966 lief erstmals in Deutschland das Containerschiff Fairland der Reederei Sea-Land in Bremen ein. Schon am 31. Juli 1968 waren weltweit 102 Semi- oder Vollcontainerschiffe beauftragt oder in Bau. Ab 1968 begann die Umstellung der wichtigsten Liniendienste auf den Containerverkehr, zunächst im Nordatlantikverkehr (zwischen USA/Ostküste und Westeuropa), ab Oktober 1968 der Transpazifikdienst zwischen Japan–USA/Westküste. Hier wurde von der NYK Line die Hakone Maru eingesetzt. Ende 1968 wurden vom Bremer Vulkan mit der Weser Express für den Norddeutschen Lloyd sowie von Blohm + Voss, Hamburg, mit der Elbe Express für die HAPAG die ersten Containerschiffe (je 750 TEU) in Deutschland gebaut. Sie kamen mit den SchwesterschiffenRhein Express und Mosel Express auf der Nordatlantik-Route in Betrieb. Ebenfalls 1968 setze die Hamburger Reederei August Bolten mit der Bärbel Bolten (140 TEU) ein weiteres Vollcontainerschiff unter deutscher Flagge ein.Am 1. Juli 1970 betrug der weltweite Bestand an Semi- und Vollcontainerschiffen 201 Einheiten (davon 154 Vollcontainerschiffe), im Jahr darauf betrug der Bestand an Vollcontainerschiffen 231 Einheiten. 1969 erfolgte die Umstellung des Liniendienstes Europa–Australien/Neuseeland auf den Containerverkehr, Ende 1971 Europa–Fernost, im Mai 1977 Europa–Südafrika sowie Europa–Karibik/Golf von Mexiko. 1981 folgte die Route Südafrika–Fernost (Safari-Dienst). Damit war die Umstellung der wichtigsten Linienverbindungen auf den Containerverkehr abgeschlossen....

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Geboren & Gestorben

1960

Geboren:
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Barbara Massing wird in Düsseldorf geboren. Barbara Massing ist eine deutsche Kapitänin. Sie fährt Containerschiffe der vierten Generation und gehört zu den sehr wenigen Frauen im Kapitänsberuf überhaupt. Massing ist nautisches Mitglied im Haus Seefahrt in Bremen und nahm in dieser Rolle im Jahr 2004 an der traditionellen Bremer Schaffermahlzeit als erste Frau überhaupt teil.

Beginn der Hochseeschifffahrt > 20. Jahrhundert

1956

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Das erste Containerschiff entstand in den USA mit dem umgebauten Tanker Ideal X, als die Spedition McLean Trucking Co. damit anfing, die Aufliegergehäuse von Sattelschleppern ohne Fahrgestell über größere Seestrecken mit den Schiff zu befördern. 1960 gründete McLean die Reederei Sea Land Corporation. 1966 lief erstmals in Deutschland das ContainerschiffFairland der Reederei Sea-Land in Bremen ein. Ab 1968 begann die Umstellung der wichtigsten Liniendienste auf den Containerverkehr, zunächst im Nordatlantikverkehr von USA/Ostküste nach Westeuropa, ab Oktober 1968 der Transpazifikdienst zwischen Japan–USA/Westküste. Hier wurde von der NYK Line das weltweit erste gebaute Containerschiff, die Hakone Maru eingesetzt. Ende 1968 wurden vom Bremer Vulkan mit der Weser Express für den Norddeutschen Lloyd sowie von Blohm & Voss, Hamburg mit der Elbe Express für die Hapag die ersten Containerschiffe (je 750 TEU) in Deutschland gebaut. Sie kamen mit den Schwesterschiffen Rhein Express, Mosel Express auf der Nordatlantikroute in Betrieb. 1969 folgte die Umstellung des Liniendienstes Europa–Australien/Neuseeland auf den Containerverkehr, Ende 1971 Europa–Fernost, im Mai 1977 Europa–Südafrika sowie Europa–Karibik/Golf von Mexiko. 1981 folgte die Route Südafrika–Fernost (Safari Dienst). Damit war zunächst die Umstellung der wichtigsten Linienverbindungen auf den Containerverkehr vollendet. (Geschichte der Seefahrt)

Bekannte Schiffe der Werft

1978

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Corinna Drescher, Containerschiff von (Schichau Unterweser)

Reedereien > Linien- und Containerreedereien: Fusionen und Übernahmen

2002

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CP Ships übernimmt Italia S.A.N., Genua

2000

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CP Ships übernimmt TMM, Mexiko

2000

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P & O Nedlloyd übernimmt Farrell Lines, USA

1999

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Safmarine Container Line wird von Mærsk Line übernommen

1998

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Neptune Orient Lines übernimmt die American President Lines

Tagesgeschehen

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Messina/Sizilien: Bei einer Kollision zwischen dem Containerschiff „Susan Borchard“ und einem wesentlich kleineren Passagierschiff, dem Tragflächenboot „Segesta Jet“, in der Meerenge von Messina kommen vier Menschen der dortigen Mannschaft, darunter deren Kapitän, ums Leben. 130 Passagiere überleben die Katastrophe.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1996

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Gründung: Royal P&O Nedlloyd NV war der Name einer weltweit tätigen Containerschifflinie mit Sitz in London und Rotterdam. Das Unternehmen gehört seit August 2005 zur dänischen A. P. Møller-Mærsk-Gruppe, die Linie läuft seit Februar 2006 unter dem Namen Mærsk Line.

1975

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Gründung: Costamare ist eine Athener Reederei, die gegenwärtig 48 Containerschiffe betreibt und an Unternehmen wie Mærsk Line, Mediterranean Shipping Company, COSCO und Hapag-Lloyd verchartert. Sie gilt als einer der wichtigsten Eigner von Containerschiffen weltweit.

1946

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Gründung: Safmarine (Safmarine Container Lines N.V.) ist eine international tätige Containerschiffreederei mit Hauptsitz in Antwerpen, Belgien.

1928

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Gründung: Mærsk Line ist der Name der weltweit größten Containerschiffsreederei. Die Reederei gehört zur dänischen Unternehmensgruppe A. P. Møller-Mærsk. 2012 betrug die Kapazität 2,7 Mio 20-Fuß-Container (TEU).

1875

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Gründung: Die Mecklenburger Metallguss GmbH (MMG) ist ein mittelständisches Unternehmen in Waren (Müritz) / Mecklenburg-Vorpommern mit 220 Mitarbeitern. Die MMG ist ein Spezialist für Schiffspropeller und Weltmarktführer bei Propellern über 80 Tonnen Gewicht. Im Februar 2006 fertigte die MMG den größten Propeller der Welt (die „Dicke“), welcher die Emma-MærskContainerschiffklasse antreibt.

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