Corpus Catholicorum

Das Corpus Catholicorum ist die Bezeichnung der Vereinigung der katholischen Reichsstände am Reichstag des Heiligen Römischen Reiches. Das Direktorium hatte Kurmainz inne. Im Gegensatz zum Corpus Evangelicorum, der evangelischen Vereinigung der Reichsstände, war das katholische eher locker gefügt und trat nur sporadisch zusammen. Ein Grund hierfür war, dass die katholischen Reichsstände die beiden Gremien eigentlich nicht für rechtsgültig hielten, ein anderer, dass die katholische Seite durch den Kaiser und den Erzbischof von Mainz in dessen Funktion als Reichserzkanzler ohnehin ein strukturelles Übergewicht besaß, welches durch den Vorsitz im Reichsfürstenrat – abwechselnd durch das Erzherzogtum Österreich und das Fürsterzbistum Salzburg – noch verstärkt wurde.

In der Gründung der beiden konfessionellen Interessenvertretungen und deren Hineinwachsen in das Verfassungsgefüge des Reiches lag eine der wesentlichen verfassungsrechtlichen Errungenschaften des Westfälischen Friedens. Zuvor hatte auch in der Auslegung von Zweifelsfragen bspw. des Augsburger Religionsfriedens von 1555, die eine konfessionelle oder religiöse Natur hatten, prinzipiell das Mehrheitsprinzip gegolten.

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Religion

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Auf dem Reichstag zu Regensburg konstituiert sich das Corpus Evangelicorum, die Körperschaft der protestantischen Reichsstände in Religions- und Kirchenangelegenheiten. Das Direktorium befindet sich in Kursachsen. Ab der Gründung des Corpus Evangelicorum werden Beschlüsse in Religionsfragen nur in Übereinstimmung beider Körperschaften, des Corpus Evangelicorum und des Corpus Catholicorum gefasst.

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