Düna

Die Düna (lettischDaugava; polnischDźwina; weißrussischДзвіна/ Dzvina; russischЗападная Двина/ Sapadnaja Dwina) ist ein in die Ostsee mündender, 1.020 km langer Strom.

Der russische Name Sapadnaja Dwina bedeutet wörtlich übersetzt „Westliche Dwina“, zur Unterscheidung von der Nördlichen Dwina. Für die Letten ist die Düna ein nationales Symbol und wird unter anderem als „Mütterchen Düna“ (lett: Daugaviņa māmuliņa) und „Schicksalsfluss“ besungen.



Geschichte




Die Düna war seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. Siedlungsgebiet indoeuropäischer Zuwanderer, aus denen sich im Laufe der Zeit ostbaltische Stämme formierten.Im 1. Jahrhundert n. Chr. wird in der antiken Schrift Geographike Hyphegesis des Claudius Ptolemäus ein Fluss namens Rhubon (Ῥούβωνος ἐκβ oder Rhudon) erwähnt, der die Düna meint oder die Memel.Der Fluss war seit alter Zeit ein bedeutender Handelsweg auf dem man ohne große Schwierigkeiten an die Flusssysteme der Wolga und des Dnepr gelangen konnte.Spätestens seit dem 8. Jahrhundert war die Düna eine der Routen der Waräger (Wikinger) auf dem „Weg von den Warägern zu den Griechen“ ans Schwarze Meer. Wichtige Burgen waren unter anderem Grobin, Polazk, Wizebsk.Seit dem 9. Jahrhundert sind an der Düna Kriwitschen um Polozk, seit dem 13. Jahrhundert die baltischen Stämme der Semgallen, Lettgallen und Selonen bekannt, aus denen sich in den folgenden Jahrhunderten das Volk der Letten entwickelte.Im Mittelalter wurden die Handelswaren aufgrund des niedrigen Flussbetts und der vielen Stromschnellen bei Dünamünde von den größeren Schiffen auf Flöße oder Strusen für die Fahrt auf dem Fluss verladen.Mit der Union von Wilna 1561 wurde der Fluss zu einer politischen und kulturellen Grenze.Im 16. Jahrhundert änderte sich auch das Flussbett im Mündungsbereich. Der alte Abfluss, die Vecdaugava, versandete daraufhin.Seit 1913 plante die „Riga-Cherson-Kanalkommission“, ein Zusammenschluss von Rigenser Kaufleuten und Industriellen, einen Kanal zwischen Witebsk an der Düna und Orscha am Dnepr, der beide Ströme und so Riga mit der Hafenstadt Cherson am Schwarzen Meer verbinden sollte. Dabei waren auf der Düna sechs Staustufen mit je einem Wasserkraftwerk vorgesehen, u. a. bei Pļaviņas (deutsch: Stockmannshof), bei Ķegums (deutsch Keggum) und bei Doles sala (deutsch: Dahlen) / Salaspils (deutsch: Kirchholm). Infolge des Ersten Weltkrieges, durch den das Kaiserreich Russland zerfiel und Lettland unabhängig wurde, zerschlug sich das Vorhaben des Kanal- und Wasserkraftwerkbaus.

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Politik & Weltgeschehen

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Der Bremer Domherr Albrecht von Buxthoeven, seit 1199 Bischof von Livland, gründet gemeinsam mit Kaufleuten die Stadt Riga an der Mündung der Düna und verlegt seinen Bischofssitz vom nahen Uexküll dorthin.

Europa

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Weitere Ereignisse in Europa: Richard Chancellor, der im Auftrag einer Londoner Handelskompanie einen nördlichen Seeweg nach China erkunden sollte, verschlägt es mit der Bonaventure an die Mündung der Nördlichen Düna; zwei Begleitschiffe waren gesunken. Im Dezember treffen die Engländer in Moskau ein. Die Engländer entdecken über das Weiße Meer den nördlichen Zugang zum Moskauer Reich und stellen eine wichtige Handelsverbindung mit Westeuropa her. (vgl. Archangelsk#Muscovy Company)

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Deutsche Kaufleute gründen am Unterlauf der Düna (lettisch: Daugava) die Stadt Riga, die heutige Hauptstadt Lettlands.

Ostseeraum

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Gustav Adolf von Schweden, der nach der Einigung mit Moskau im Frieden von Stolbowo erneut gegen Polen den Kampf um Livland aufgenommen hatte, erzwingt nach mehrwöchiger Belagerung die Kapitulation Rigas und sichert in den folgenden Auseinandersetzungen Schweden den Besitz Livlands nördlich der Düna.

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