DNA-Reihenuntersuchung

Die DNA-Reihenuntersuchung (auch DNS-Reihenuntersuchung, Massengentest, genetischer Massentest, Reihengentest, DNA-Massenscreening) ist in der Regel die Feststellung von genetischen Fingerabdrücken der Angehörigen einer Bevölkerungsgruppe durch eine DNA-Analyse. Zur Ermittlung eines Täters, von dem DNA-Spuren vorliegen, kann sie freiwillig oder auf richterliche Anordnung durchgeführt werden.

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Geboren & Gestorben

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Geboren: Ronny Rieken wird in Oldenburg geboren. Ronny Rieken ist ein deutscher Seriensexualstraftäter und Mehrfachmörder. Rieken ist zudem der erste Straftäter, der in Deutschland mit einem DNS-Massentest überführt wurde. Er missbrauchte und tötete nachweislich die 13-jährige Ulrike Everts und die 11-jährige Christina Nytsch im Raum Cloppenburg. Für diese Taten wurde Rieken Ende 1998 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Das Landgericht Oldenburg stellte außerdem eine besondere Schwere der Schuld fest, was eine Mindesthaftdauer von weit über 15 Jahren nach sich zieht. Er verbüßt seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Celle. Bei einer Haftprüfung im März 2012 wurde festgestellt, dass Rieken seine Taten immer noch nicht aufbereitet hat und daher frühestens 2021 auf freien Fuß kommen wird. Am 9. Mai 2012 wurde dieser Beschluss vom OLG Lüneburg bestätigt und damit rechtskräftig.

Geschichte > Spektakuläre Kriminalfälle

1996

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und 1998: Mord an zwei minderjährigen Mädchen durch Ronny Rieken im Raum Oldenburg mit erster Überführung eines Mörders mittels DNA-Massentest in Deutschland (Polizei Niedersachsen)

Gesellschaft & Soziales

1998

Gesellschaft:
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Mit dem ersten DNA-Massentest in Deutschland wird der mehrfache Mädchenmörder Ronny Rieken überführt.

Beispiele > Deutschland

2002

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Rund 1.300 junge Frauen wurden von der Staatsanwaltschaft Regensburg zu einem Massengentest geladen, um den Tod eines neugeborenen Mädchens aufzuklären, das im Sommer 2000 tot im Main-Donau-Kanal beim niederbayrischen Essing aufgefunden wurde. Dies war die erste kriminalistische DNA-Reihenuntersuchung an Frauen in Deutschland. Die Mehrzahl der Frauen beteiligte sich freiwillig an der Untersuchung; die Tat konnte dadurch allerdings nicht aufgeklärt werden. Gegen zwölf Frauen, die nicht freiwillig teilnehmen wollten, erwirkte die Staatsanwaltschaft Regensburg beim Amtsgericht Zwangsbeschlüsse. Dagegen legten drei Frauen beim Landgericht erfolgreich Beschwerde ein. Nach Ansicht des Landgerichts Regensburg reicht es für einen Anfangsverdacht nicht aus, dass die Frauen zum Tatzeitpunkt in einem bestimmten Alter waren und in der Nähe des Fundortes der Babyleiche wohnten. Zudem konnten die Frauen weitere Unterlagen vorlegen, die gegen eine Täterschaft sprachen. So war eine der Frauen laut einem ärztlichen Attest noch Jungfrau. Nach dieser Entscheidung des Landgerichts Regensburg vollstreckte die Staatsanwaltschaft auch die Beschlüsse des Amtsgerichts gegen die neun anderen Frauen nicht.

1997

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Untersuchung von 750 Haltern eines Porsches in München zur Aufklärung eines Mordfalles. Die Zulässigkeit der Untersuchung wurde vom Bundesverfassungsgericht bestätigt. Jedoch war kein Porschefahrer der Täter: Verurteilt wurde 2003 der Ehemann der Putzfrau des Opfers.

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