Derecho Indiano

Als Derecho Indiano (Indianisches Recht) wird im Spanischen die Rechtsordnung der amerikanischen Besitzungen während der Kolonialzeit bezeichnet. Das Attribut indiano bezieht sich nicht auf die indigene Bevölkerung, sondern allgemein auf den geographischen Raum der Indias. Es handelt sich also um allgemeine Gesetze und nicht notwendigerweise um Schutzgesetze, auch wenn diese neben dem öffentlichen Recht das wesentliche Hauptaugenmerk des Indianischen Rechts waren.

Die Rechtsordnung im kolonialen Hispanoamerika war kasuistisch und zeichnete sich durch ihre fehlende Systematik, sowie durch die Verschiedenartigkeit und Verstreutheit ihrer Quellen aus, was bereits in der Kolonialzeit selbst vielfach zu einer Unklarheit darüber führte, welche Normen anzuwenden seien. Das Indianische Recht speist sich sowohl aus Rechtsprechung, vizeköniglichen Ordonnanzen, Kommunalgesetzgebung, kastilischem Recht (im Bereich des Privatrechts) sowie, untergeordnet, originär indigenem Recht (sofern es nicht mit dem Christentum oder anderem Recht kollidierte). Unklarheiten versuchte man durch Anfrage an den spanischen König zu lösen.

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Spanien & sein Kolonialreich

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Carlos I. von Spanien lässt in Barcelona die Leyes Nuevas als Teil des Derecho Indiano zum Schutz der Indios in den westindischen (amerikanischen) Kolonien verkünden.

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