Deutsche Wiedervereinigung

Die deutsche Wiedervereinigung oder deutsche Vereinigung (in der Gesetzessprache Herstellung der Einheit Deutschlands) war der durch die friedliche Revolution in der DDR angestoßene Prozess der Jahre 1989 und 1990, der zum Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 führte. Die damit vollzogene deutsche Einheit, die seither an jedem 3. Oktober als Nationalfeiertag mit dem Namen Tag der Deutschen Einheit begangen wird, beendete den als Folge des Zweiten Weltkrieges in der Ära des Kalten Krieges vier Jahrzehnte währenden Zustand der deutschen Teilung.

Richtungweisend für diese Entwicklung waren die Ausreisewelle aus der DDR, die erstarkende Opposition in der DDR und die Öffnung der Berliner Mauer am 9. November 1989, die den endgültigen Zerfall des politischen Systems der DDR bewirkte. Notwendige äußere Voraussetzung der deutschen Wiedervereinigung war das Einverständnis der vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, die bis dahin völkerrechtlich noch immer die Verantwortung für Deutschland als Ganzes innehatten beziehungsweise beanspruchten. Durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag (Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland) wurde der Einheit der beiden deutschen Staaten zugestimmt und dem vereinten Deutschland die volle Souveränität über seine inneren und äußeren Angelegenheiten zuerkannt.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Hans Tietmeyer stirbt in Königstein im Taunus. Hans Tietmeyer war ein deutscher Volkswirt. Er war von 1982 bis 1989 Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und fungierte gleichzeitig als Sherpa von Bundeskanzler Helmut Kohl bei den Weltwirtschaftsgipfeln. Bei den Verhandlungen zur Deutschen Wiedervereinigung war er 1990 Verhandlungsleiter der westdeutschen Delegation für die Deutsch-Deutsche Währungsunion. 1993 wurde er Präsident der Deutschen Bundesbank und besetzte dieses Amt bis er 1999 in den Ruhestand ging. Tietmeyer war bis zur Schieflage in der Finanzkrise Aufsichtsratsmitglied der Hypo Real Estate.
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Gestorben: Richard von Weizsäcker stirbt in Berlin. Richard Karl Freiherr von Weizsäcker war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 1984 bis 1994 der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Von Weizsäcker war nach Theodor Heuss der bisher einzige Bundespräsident, der zwei vollständige Amtszeiten absolviert hat. Mit 3652 Tagen hält von Weizsäcker nach Theodor Heuss die zweitlängste Amtszeit eines Bundespräsidenten mit einem Unterschied von nur einem Tag. In seine Amtszeit als Bundespräsident fiel die deutsche Wiedervereinigung in den Jahren 1989 bis 1990; somit wurde von Weizsäcker der erste Bundespräsident des vereinten Deutschlands.
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Gestorben: Thomas Langhoff stirbt in Berlin. Thomas Langhoff war ein deutscher Theaterregisseur, der bis zur Wiedervereinigung in der DDR lebte.
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Gestorben: Ekkehard Schwartz stirbt in Eberswalde. Ekkehard Schwartz war ein deutscher Forstwissenschaftler. Er ist vor allem mit Arbeiten zur Forstgeschichte der DDR hervorgetreten und war einer der herausragendsten Forsthistoriker Deutschlands. Alle nach der Wiedervereinigung entstandenen Untersuchungen zur Entwicklung der Waldeigentumsverhältnisse in den neuen Ländern stützten sich auf seine Arbeiten.
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Gestorben: Manfred Kittlaus stirbt in Berlin-Spandau. Manfred Kittlaus war der langjährige Leiter der Zentralen Ermittlungsgruppe für Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV) im Zusammenhang mit der DDR und der Wiedervereinigung.

Historische Entwicklung

1990

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die endgültige Lösung der Berlin-Frage im Zuge der deutschen Wiedervereinigung im Jahr

Ereignisse

1990

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Wiedervereinigung Deutschlands (1990er)

1990

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Wiedervereinigung Deutschlands. (1990er)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1995

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Literatur: Beim gesamtdeutschen Buchmarkt zeigt sich selbst nach fünf Jahren der Eindruck, dass eine Einigung nicht stattgefunden habe: „die Verhältnisse beim Bestseller-Küren sind - wie seit langem in den alten Bundesländern - unverändert erhalten geblieben, und ein wiedervereinter deutscher Buchmarkt mit der gleichberechtigten Integration (...) liegt im Bestseller-Geschäft noch weit entfernt“.

1988

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Leben: 1988 bis 1992: Redakteurin RIAS-TV; Schwerpunkte der Berichterstattung über die Wiedervereinigung Deutschlands, Mittel- und Osteuropa; zeitweise in Washington, D.C. (Manuela Kasper-Claridge)

Sehenswürdigkeiten

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Deutsche Wiedervereinigung

Sport

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Die Eisbären Berlin besiegen im dritten Finale der Deutschen Eishockey-Liga die DEG Metro Stars mit 6:2 und sichern sich damit den zweiten gesamtdeutschen Meistertitel seit der Deutschen Wiedervereinigung1990 in Folge.
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Die Eisbären Berlin besiegen im dritten Finale der Deutschen Eishockey-Liga die Adler Mannheim mit 4:1 und sichern sich damit den ersten gesamtdeutschen Meistertitel seit der Deutschen Wiedervereinigung1990.

Tagesgeschehen

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München/Deutschland: Der ifo-Geschäftsklimaindex steigt gegenüber Juni um 4,4 auf 106,2 Punkte und verzeichnet damit den größten Anstieg seit der Wiedervereinigung.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1991

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Gründung: Der Volk und Wissen Verlag ist ein deutscher Verlag, der bis zur deutschen Wiedervereinigung als Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin nahezu alle Schulbücher in der DDR verlegte.

1990

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Auflösung: Der Volkseigene Betrieb (VEB) Getränkekombinat Berlin war ein Zusammenschluss von Großbetrieben zur Erzeugung von Bier und nichtalkoholischen Getränken, das 1969 gegründet wurde. Die in diesem Kombinat vereinten Brauereien waren die Schultheiß-Brauerei, die Engelhardt-Brauerei, die Kindl-Brauerei, die Bärenquell-Brauerei und Berliner Bürgerbräu. Die Erfrischungsgetränke wurden in einem gesonderten Betriebsteil, dem VEB Berliner Spreequell, hergestellt. Die alkoholfreien Biere und weinhaltigen Erfrischungsgetränke kamen aus der Schultheiß-Brauerei in der Schönhauser Allee. Das Kombinat wurde nach der deutschen Wiedervereinigung1990 aufgelöst und einzelne Teile reprivatisiert.

1969

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Gründung: Der Volkseigene Betrieb (VEB) Getränkekombinat Berlin war ein Zusammenschluss von Großbetrieben zur Erzeugung von Bier und nichtalkoholischen Getränken, das 1969 gegründet wurde. Die in diesem Kombinat vereinten Brauereien waren die Schultheiß-Brauerei, die Engelhardt-Brauerei, die Kindl-Brauerei, die Bärenquell-Brauerei und Berliner Bürgerbräu. Die Erfrischungsgetränke wurden in einem gesonderten Betriebsteil, dem VEB Berliner Spreequell, hergestellt. Die alkoholfreien Biere und weinhaltigen Erfrischungsgetränke kamen aus der Schultheiß-Brauerei in der Schönhauser Allee. Das Kombinat wurde nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 aufgelöst und einzelne Teile reprivatisiert.

1883

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Gründung: Die Halberstädter Würstchen- und Konservenvertriebs GmbH ist ein Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren sowie Suppen und Fertiggerichten in Halberstadt. Gegründet wurde das Unternehmen 1883 von Friedrich Heine, zunächst unter dem Namen Heine & Co. 1896 bot Heine & Co. als weltweit erstes Unternehmen Brühwürste in Konservendosen an und gilt damit als Erfinder der Dosenwurst. 1929 starb Heine und das Unternehmen wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Nach Gründung der DDR wurde das Unternehmen 1948 enteignet und unter dem Namen VENAG, seit 1954 VEB Halberstädter Fleischwaren, weitergeführt. Die Produkte galten als Bückware und waren äußerst beliebt. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung änderte sich die Gesellschaftsform erneut zu einer GmbH. 1992 wurde sie von dem aus Lehrte stammenden Kaufmann und Fleischermeister Ulrich Nitsch übernommen und wird jetzt von seiner Tochter geführt.

Politik & Weltgeschehen

1991

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15. März: Ratifikation des Zwei-plus-Vier-Vertrages zur Wiedervereinigung Deutschlands unter Zustimmung der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges
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Mit dem Beitritt der Gebiete der DDR samt Ost-Berlins zum Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland wird die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten vollzogen. Damit enden die Reste der Alliierten Vorbehaltsrechte bezüglich Gesamtdeutschlands und Berlin als Folge des Zweiten Weltkriegs -Deutschland wird vollends souverän. Erstmalig ist der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit auch gesamtdeutscher Nationalfeiertag.
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Auf dem Weg zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wird in Moskau der Zwei-plus-Vier-Vertrag unterzeichnet.
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Auf dem Weg zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wird in Berlin der Einigungsvertrag unterzeichnet.
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Bundeskanzler Helmut Kohl gibt im Bundestag überraschend sein deutschlandpolitisches 10-Punkte-Programm bekannt, Ziel Wiedervereinigung maximal in zehn Jahren

Rundfunk, Film & Fernsehen

2009

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Film: Die Wölfe ist ein dreiteiliges Doku-Drama aus dem Jahr 2009. Es behandelt die Geschichte einer Berliner Jugendbande vor dem Hintergrund der Berlin-Blockade, der deutschen Teilung und der Wiedervereinigung. Die drei Folgen Nichts kann uns trennen, Zerbrochene Stadt und Hoffnung auf Glück wurden am 29. Januar, 2. und 3. Februar 2009 im ZDF erstmals ausgestrahlt.

Stab:
Regie: Friedemann Fromm
Drehbuch: Christoph Fromm,
Friedemann Fromm
Produktion: Regina Ziegler
Schnitt: Annemarie Bremer

Besetzung: Vincent Redetzki, Florian Lukas, Axel Prahl, Henriette Confurius, Annett Renneberg, Barbara Auer, Maximilian Werner, Constantin von Jascheroff, Neel Fehler, Florian Stetter, Matthias Brandt, Nina Gummich, Stefanie Stappenbeck, Johanna Gastdorf, Philip Wiegratz, Aljoscha Stadelmann, Felix Vörtler

2002

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Film: Führer Ex ist ein deutscher Film aus dem Jahre 2002. Er thematisiert die deutsche Neonazi-Szene zur Zeit der politischen Wende in der DDR und nach der Wiedervereinigung. Der Film basiert auf dem Buch Die Abrechnung von Ingo Hasselbach, in dem der Autor seine Lebensgeschichte wiedergibt.

Stab:
Regie: Winfried Bonengel
Drehbuch: Anne Braucks
Winfried Bonengel Ingo Hasselbach
Produktion: Clementina Hegewisch Laurens Straub
Musik: Loek Dikker, Michael Beckmann
Kamera: Frank Barbian
Schnitt: Monika Schindler

Besetzung: Aaron Hildebrand, Christian Blümel, Jule Flierl, Luci van Org, Dennis Grabosch, Max Richter, Dieter Laser, Henning Peker, Christoph Ortmann, Jürgen Lingmann, Harry Baer, Mirco Dziekanski, Matthias Freihof, Detlef Kapplusch, Marco Schulz, Jasmin Aksan

2000

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Film: Deutschlandspiel ist ein zweiteiliger deutscher Fernsehfilm aus dem Jahre 2000. Das Doku-Drama entstand für das ZDF unter der redaktionellen Mitarbeit von Guido Knopp und erzählt die Geschichte der deutschen Wiedervereinigung. Neben Spielszenen kommen die wesentlichen Protagonisten der Wiedervereinigung und weitere Zeitzeugen in Interviews zu Wort. Die Spielszenen werden außerdem von Original-Dokumenten unterstützt.

Stab:
Regie: Hans-Christoph Blumenberg
Drehbuch: Hans-Christoph Blumenberg
Produktion: Ulrich Lenze
Musik: Nikolaus Glowna
Kamera: Hartmut E. Lange
Schnitt: Florentine Bruck

Besetzung: Peter Ustinov, Rudolf Wessely, Ilse Zielstorff, Udo Samel, Hans-Michael Rehberg, Rudolf Kowalski, Jean-François Balmer, Ezard Haußmann, Peter Fitz, Nicole Heesters, Peter Sodann, Jürgen Holtz, Fabian Busch, Arnd Klawitter, Jaecki Schwarz, Stefanie Stappenbeck, Tobias Langhoff, Gustav-Peter Wöhler, Bernd Stegemann, Günter Junghans, Lambert Hamel, Udo Schenk, Andreas Schmidt-Schaller, Hermann Beyer, Edgar M. Böhlke, Matthias Fuchs, Sheri Hagen, Michael Mendl, Walter Gontermann, Elert Bode
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Serienstart - Deutschland: Motzki ist eine vom deutschen Drehbuchautor Wolfgang Menge konzipierte 13-teilige Fernsehserie aus dem Jahr 1993, in der die deutsch-deutschen Befindlichkeiten kurz nach der Wiedervereinigungsatirisch kommentiert wurden. Sie wurde von der Kölner Produktionsfirma filmpool für NDR und WDR produziert und lief vom 2. Februar 1993 bis 27. April 1993 im Abendprogramm der ARD. Die Regie der Serie führte Thomas Nennstiel.

Genre: Komödie
Idee: Wolfgang Menge

Besetzung: Jürgen Holtz, Jutta Hoffmann, Eva Mattes, Albert Kitzl
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Rundfunk: Öffnung der deutsch-deutschen Grenze.

"Deutsche Wiedervereinigung" in den Nachrichten