Dietrich von Freiberg

Dietrich von Freiberg (lateinischTheodericus de Vriberch; * wohl um 1240/1245; † nach 1310, vermutlich um 1318/1320) war ein spätmittelalterlicher Philosoph, Theologe und Physiker. Als Mönch gehörte er dem Dominikanerorden an, in dem er hohe Ämter ausübte. Sein Werk umfasst zahlreiche philosophische, theologische und naturwissenschaftliche Schriften. Schwerpunkte seiner Arbeit bilden Fragen der Ontologie, der Erkenntnistheorie, der Kosmologie, der Anthropologie und der Zeittheorie. Ein Kernthema seines Denkens ist die Intellekttheorie.

In der Philosophie und Theologie seiner Zeit war Dietrich ein Außenseiter. Er entwickelte seine Lehre in der kämpferischen Auseinandersetzung mit verbreiteten Auffassungen, deren Schwachpunkte er kritisierte. Die Aufdeckung von Mängeln gängiger Lehrmeinungen nahm er zum Ausgangspunkt für Überlegungen, mit denen er von der Zurückweisung der bisherigen Annahmen zu seinen alternativen Konzepten voranschritt. Von einem Modell, das eine stimmige Welterklärung zu bieten beansprucht, forderte er durchgängige Widerspruchsfreiheit und rationale Nachvollziehbarkeit. Sein kompromissloses Beharren auf diesem Wissenschaftsverständnis brachte ihn in Konflikt mit einflussreichen Strömungen, insbesondere dem von Thomas von Aquin begründeten Thomismus, gegen den er den Vorwurf der Inkonsequenz erhob. Über die Schwierigkeit der Aufgaben, die er sich gestellt hatte, war er sich im Klaren, doch hielt er die Erlangung verlässlichen Wissens für möglich und meinte stichhaltige Lösungen gefunden zu haben. Ein zentrales Anliegen Dietrichs war die Untersuchung des menschlichen Intellekts, dessen Rolle nach seiner Ansicht von seinen Zeitgenossen nicht ausreichend verstanden und gewürdigt wurde. Er meinte, der „tätige Intellekt“ des Menschen sei von Natur aus „gottförmig“ und im Prinzip fähig, alles zu erkennen.

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Kunst & Kultur

1279

Religion & Kultur:
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Heinrich von Herford (1326-1370) listet in seiner Chronik zu diesem Jahr eine Aufzählung verschiedener berühmter Schriftsteller, darunter Ulrich von Strassburg (s. Weblinks), Gerhard von Minden, Dietrich von Freiberg, Johannes von Freiburg, Hermann von Minden und Joh. Christoferus mit kurzer Angabe ihrer Werke

1272

Religion, Wissenschaft & Kultur:
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Dietrich von Freiberg beginnt Studium in Paris

Religion

1296

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Dietrich von Freiberg erwirbt im akademischen Jahr 1296/97 an der Pariser Universität den Titel „Magister der Theologie“.

1294

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Der Dominikaner Dietrich von Freiberg wird zum Generalvikar des Ordens ernannt (bis 1296).
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Der Dominikaner Dietrich von Freiberg wird Provinzial der deutschen Ordensprovinz Teutonia.

1274

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Dietrich von Freiberg beendet sein Studium in Paris.

1271

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Dietrich von Freiberg (Dominikaner) wird Lektor des Freiberger Konvents.

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