Diktatur

Die Diktatur (von lateinischdictatura) ist eine Herrschaftsform, die sich durch eine einzelne regierende Person, den Diktator, oder eine regierende Gruppe von Personen (z. B. Partei, Militärjunta, Familie) mit weitreichender bis unbeschränkter politischer Macht auszeichnet.

In ihrer klassischen Bedeutung wird die Diktatur als legitimes Verfassungsinstitut zum Schutz der bestehenden verfassungsmäßigen Ordnung verstanden. Heute wird der Begriff verbreitet pejorativ zur Beschreibung einer Gewaltherrschaft verwendet. Er umfasst dementsprechend viele unterschiedliche Phänomene von den zeitlich befristeten Notstandsregierungen der Römischen und der Weimarer Republik über Cäsarismus und Bonapartismus sowie Karl Marx’ Idee einer Diktatur des Proletariats bis zu den Entwicklungsdiktaturen aus der Zeit der Dekolonisation sowie den „totalitärenRegimen des Faschismus, des Nationalsozialismus und des Stalinismus. Die Abgrenzung zu anderen Formen monopolisierter Herrschaft wie dem autoritären Regime und dem Einparteisystem ist schwierig und erfolgt in der politikwissenschaftlichen Literatur uneinheitlich.

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Ereignisse

27 n. Chr.

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November: Die Volksversammlung in Rom überträgt in der Situation nach der Ermordung Caesars dem von Octavianus, Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepidus gebildeten Triumvirat diktatorischeVollmachten auf die Dauer von fünf Jahren. (43 v. Chr.)

Portugal

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Durch den Aufstand von Maria da Fonte gezwungen, entlässt die portugiesische Königin Maria II. ihren diktatorisch regierenden Ministerpräsidenten, den Markgrafen von Tomar und ersetzt ihn durch den liberalen Herzog von Palmela.

Historische Beispiele der Diktatur > Notstandsregelungen in deutschen Verfassungen von 1871 bis 1933/1945

1902

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Deutsches Kaiserreich von 1871: §? 10 des Reichsgesetzes vom 30. Dezember 1871 wurde in Anlehnung an die römische Institution der Diktatur als „Diktaturparagraph“ bezeichnet. Es handelte sich um ein Notstandsgesetz für das Reichsland Elsaß-Lothringen, das nach dem Krieg gegen Frankreich dem Deutschen Reich eingegliedert worden war. Bei Gefahr für die öffentliche Sicherheit erhielt die Exekutive fast unbeschränkte Machtbefugnis und konnte dazu auch Truppen im Inneren einsetzen. Das Gesetz basierte auf dem französischen Gesetz vom 9. August 1849 über den Belagerungszustand (auf dem auch die Commission de Triage ab 1918 basierten) und endete mit dem Reichsgesetz vom 18. Juni

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1986

Ehrung:
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Roster of Heroes – Auszeichnung der philippinischen Präsidentin für die Berichterstattung über die Revolution zum Sturz des DiktatorsFerdinand Marcos. (Günter Ederer)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1997

Werk:
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L'ex-père de la nation, 1987. Das Scheitern eines idealistischen Politikers, der sich in der Rolle eines Vaters der Nation sieht, an den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Realitäten. Infolgedessen die Mutation seines Regimes zur Diktatur und letztendlich sein blutiger Sturz – als verständnisloses Résumée seiner Amtszeit. Dt. (Aminata Sow Fall)

Themen

2002

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11. Wenige Gerechte? – Widerstand und Zivilcourage in Diktaturen. (Braunauer Zeitgeschichte-Tage)

Bücher

2004

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Rogue Regime: Kim Jong Il and the Looming Threat of North Korea über die Tragödie Nordkoreas und seines Diktators Kim Jong Il (Oxford University Press) (Jasper Becker)

Tagesgeschehen

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Havanna/Kuba: Mit dem Tod von Juan Almeida Bosque im Alter von 82 Jahren verliert der Revolutionsführer Fidel Castro einen langjährigen Weggefährten, der an seiner Seite gegen den DiktatorFulgencio Batista gekämpft hatte.
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Bagdad/Irak: Trotz anhaltender internationaler Proteste gegen die Todesstrafe werden zwei enge Vertraute des irakischen Ex-DiktatorsSaddam Hussein hingerichtet. Dabei beweisen offizielle Filmaufnahmen der Exekution, dass einem der Hingerichteten, dem Halbbruder Saddams, Barsan Ibrahim al-Tikriti, dem einstigen Geheimdienstchef durch den Strang der Kopf abgerissen wird. Von den Sunniten wird erneut kritisiert, dass die schiitische Regierung die Todesstrafe auch über Awad Hamed al-Bander wie einen Racheakt inszeniert habe. US-Außenministerin Condoleezza Rice äußert sich enttäuscht über die „Art der Durchführung der Exekution“, während EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der italienische Ministerpräsident Romano Prodi die Hinrichtung scharf verurteilen.
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Bagdad: Im Irak verdichten sich Gerüchte, wonach das Todesurteil am früheren DiktatorSaddam Hussein demnächst vollstreckt werden soll. Das Berufungsgericht hat am Dienstag das im November gefällte Urteil formal und inhaltlich bestätigt.
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Iraks früherer DiktatorSaddam Hussein wird in Bagdad zum Tod durch Hängen verurteilt. Die Schiiten des Landes, von denen Tausende unter Saddam ums Leben kamen, bejubeln das Todesurteil, während viele Sunniten protestieren. Auch die USA und die EU begrüßen das Urteil, letztere tritt jedoch für seine Aussetzung ein. Bei der Urteilsverkündung versuchte Saddam, den Richter zu überschreien. (SZ)
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USA: Der vermutliche Aufstieg Nordkoreas zur 9. Atommacht vermehrt die Kritik an US-Präsident George W. Bush: er habe die militante Diktatur 2001 durch das Einreihen in die „Achse des Bösen“ indirekt zu noch stärkeren Anstrengungen bei der Aufrüstung veranlasst. Im beginnenden Wahlkampf für die Novemberwahlen wird andrerseits die damalige Fehleinschätzung der irakischen Waffenprogramms von der Demokratischen Partei thematisiert.

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