Diplomatie

Diplomatie ist die Kunst und Praxis des Verhandelns zwischen bevollmächtigten Repräsentanten verschiedener Gruppen oder Nationen (Diplomaten). Der Begriff bezieht sich meist auf die internationale Diplomatie, also die Pflege zwischenstaatlicher und überstaatlicher Beziehungen durch Absprachen über Angelegenheiten wie Friedenssicherung, Kultur, Wirtschaft, Handel und Konflikte. Internationale Verträge werden in der Regel von Diplomaten ausgehandelt; dabei handeln diese im Auftrag ihrer Regierungen und vertreten deren Interessen.

Im übertragenen Sinne versteht man unter diesem Begriff auch die auf Verhandlungen oder Treffen beruhenden Kontakte zwischen zwei oder mehr Gruppen jedweder Art.



Geschichte




Die Fähigkeit, Diplomatie zu betreiben, ist eines der bestimmenden Elemente eines Staates. Die Anfänge finden sich schon bei den ersten Stadtstaaten, die sich vor Jahrtausenden bildeten. Für die meiste Zeit der menschlichen Zivilisation wurden Diplomaten nur für spezifische Verhandlungen entsandt, um nach deren Ende zügig zurückzukehren. Diplomaten waren üblicherweise Verwandte der Herrscherfamilien oder von hohem Rang, um ihnen die erforderliche Legitimität zu geben, wenn sie mit anderen Staaten verhandelten.Eine frühe dauerhafte Mission bildeten die päpstlichen Gesandten (apocrisiarii) am Hofe des byzantinischen Kaisers in Konstantinopel (Byzanz). Nach der Verschlechterung der Beziehungen am Ende des achten Jahrhunderts wurden diese jedoch abgebrochen. Später waren es die Ottonen, die im Zuge des Zweikaiserproblems durch Gesandtschaften wieder diplomatischen Kontakt zu Byzanz suchten und Gesandtschaften austauschten.Die Ursprünge der modernen Diplomatie gehen auf die norditalienischen Stadtstaaten der frühen Renaissance zurück, wobei die ersten Botschaften im dreizehnten Jahrhundert gegründet wurden. Dabei spielte Mailand unter Francesco I. Sforza eine führende Rolle. Er gründete Botschaften in den anderen Städten Norditaliens. Dort begannen viele Traditionen der modernen Diplomatie, so z. B. das Akkreditieren des Botschafters beim Staatschef des Gastgeberlandes....

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Johanna Nestor stirbt. Johanna Nestor war eine österreichische Botschafterin. Als eine der allerersten Botschafterinnen des Landes galt sie als Pionierin der modernen Diplomatie in Österreich.
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Gestorben: Peter Schubert (Diplomat) stirbt in Berlin. Peter Schubert war Albanologe. Er wirkte über 35 Jahre im diplomatischen Dienst der DDR und war unter anderem Botschafter in Albanien.
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Gestorben: Jan Karski stirbt in Washington, D.C.. Jan Karski, eigentlich Jan Kozielewski, war polnischer Offizier und Kurier der Polnischen Heimatarmee. Der studierte Jurist und Diplomat zählt u. a. neben Witold Pilecki zu den wichtigsten Zeugen des Holocaust.
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Geboren: Ivian Sarcos wird in Guanare, Venezuela geboren. Ivian Lunasol Sarcos Colmenares ist eine venezolanische Schönheitskönigin. Die in einer Klosterschule aufgewachsene Diplomatie-Studentin, die bei einem Rundfunksender arbeitet, wurde zunächst Miss Amazonas und dann Miss Venezuela im Jahr 2010 und am 6. November 2011 in London zur Miss World gewählt. Bei der Wahl in London setzte sie sich unter 120 Teilnehmerinnen durch. Auf den zweiten Platz kam die Philippinerin Gwendoline Gaelle Sandrine Ruais vor Miss Puerto Rico, Amanda Victoria Vilanova Perez, auf Rang drei.
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Geboren: Siruscho wird in Jerewan, Armenische SSR geboren. Sirusho ist eine armenische Popsängerin. Sie absolvierte ihren ersten Auftritt vor einem Publikum in Kanada im Alter von sieben Jahren. Mit neun Jahren gewann sie einen Preis für ihr Lied Lusabats. Sie lernte Klavier spielen und studierte später Diplomatie an der Staatlichen Universität Jerewan. Ihr Hauptfach ist Internationale Beziehungen. Sirusho ist die Tochter der armenischen Sängerin Susan Margarjan, ihr Vater ist ein Schauspieler und Regisseur. Ihr erstes Album mit dem Titel Sirusho wurde 1999 veröffentlicht. Im Jahr 2005 erschien Sheram.

Bedeutende Diplomaten

1991

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Hans-Dietrich Genscher: Entspannungspolitik in den 1980er Jahren, Anerkennung von Kroatien und Slowenien

1991

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Hans-Dietrich Genscher: Entspannungspolitik in den 80er Jahren, Anerkennung von Kroatien und Slowenien

1973

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Henry Kissinger und Lê ??c Th?: Beendigung des Vietnamkrieges

1815

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Charles-Maurice de Talleyrand: gilt als einer der bekanntesten Diplomaten aller Zeiten, besonderer Erfolg war auch für ihn der Wiener Kongress

Politik & Weltgeschehen

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US-Präsident Bill Clinton beschließt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Hanoi (Vietnam).
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Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Ägypten und Jordanien auf Anregung König Hussein I.
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: In Moskau enden Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion mit einer Vereinbarung über die Rückführung der letzten 9.628 deutschen Kriegsgefangenen und der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen.
Erlass über die Auflösung von Sondersiedlungen bzw. Kommandanturen für Russlanddeutsche. (13. September)

Tagesgeschehen

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Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Die Internet-Plattform WikiLeaks macht eine Sammlung von über 250.000 diplomatischen Depeschen US-amerikanischer Botschaften öffentlich zugänglich.
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UNO/New York. Die diplomatische Lösung scheint im Libanonkrieg vor dem Scheitern zu stehen. Sowohl die von Frankreich und den USA ausgehandelte UN-Resolution, als auch ein von Russland eingebrachter Entwurf kamen zur Wirkung. Der Botschafter Russlands, Tschurkin, kündigt einen eigenen Text an, der eine 72-stündige Feuerpause im Libanon fordert, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen. Diesen Vorschlag lehnte Israel jedoch ab, da sich die Hisbollah in dieser Phase nur erholen und reorganisieren könne.
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Iran, New York: Einen Tag vor der mit Spannung erwarteten Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vor der UN-Vollversammlung in New York droht US-Präsident George W. Bush im Atomstreit erneut mit UN-Sanktionen gegen Teheran. Er sei sich sicher, dass die internationale Staatengemeinschaft den Iran vor den Sicherheitsrat zitieren werde, sollte das Land seine Zusagen nicht einhalten, sagte Bush am Freitag nach einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Über den Zeitpunkt entscheide allerdings die Diplomatie.
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Brüssel/Belgien. Im Atomstreit mit dem Iran schließt US-Präsident George W. Bush einen Militärschlag nicht aus, bevorzugt aber eine diplomatische Lösung. „Ein Präsident sollte niemals nie sagen“, sagte George W. Bush in einem am Freitagabend ausgestrahlten Interview mit dem belgischen Fernsehen. „Aber eine Militäraktion ... ist niemals die erste Wahl des Präsidenten.“ Das sei vielmehr die Diplomatie, „zumindest ist das meine erste Wahl“.

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