Dirigent

Charles Lamoureux als Dirigent
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Der Dirigent (lateinischdirigere ‚ausrichten‘, ‚leiten‘) leitet ein musizierendes Ensemble (Chor oder/und Orchester) mittels des Dirigierens.



Geschichte




Bis in das 18. Jahrhundert wurden Ensembles meist von einem der aktiven Musiker geleitet (der oft auch der Komponist des aufgeführten Werkes war). Im 17. und 18. Jahrhundert, dem Generalbasszeitalter, wurde üblicherweise vom Cembalo oder von einer Violine aus die Leitung übernommen. In einer höfischen Kapelle war das die Funktion des „Konzertmeisters“, der sich oft mit dem Kapellmeister in der Einstudierung oder bei der Aufführung ablöste. Ein Beispiel, wie solcherart Orchesterleitung funktionierte, ist anhand der Geschichte der Dresdener Hofkapelle unter deren Konzertmeister Johann Georg Pisendel beschrieben. In besonderen Fällen trat der Leiter vor das Ensemble, zum Beispiel oft bei der Oper. Auf historischen Bildern ist er manchmal mit einer Notenrolle dirigierend dargestellt. Am Hofe Ludwigs XIV. gab er Anweisungen nicht nur mit Armbewegungen, sondern mit Hilfe eines Taktstockes, mit dem der Takt auch auf den Boden gestampft wurde. Bekannt geworden in diesem Zusammenhang ist Jean-Baptiste Lully, Hofmusiker von König Ludwig XIV., der sich mit seinem Taktstock so schwer am Fuß verletzte, dass er einige Monate später an Wundbrand starb.Den Dirigenten in Funktion und Gestalt oder auch als Berufsbezeichnung, wie man ihn heute kennt, gibt es erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Als erster Dirigent im heutigen Sinn gilt Felix Mendelssohn Bartholdy seit seiner Leitung des Gewandhausorchesters in Leipzig. Zunehmend größer werdende Chöre und Orchester machten die Leitung vom Instrument aus unmöglich. Bis zum 20. Jahrhundert wurden die meisten großen Orchester noch von Kapellmeistern dirigiert, die routinemäßig eigene Kompositionen und Musikbearbeitungen für ihr Ensemble erstellten.Der Dirigent vereint und konzentriert in seiner Person die Macht und (im Idealfall) auch die künstlerische Kompetenz der musikalischen Gestaltungshoheit. Er ist das „Nadelöhr“ zwischen dem ausübenden Musiker und dem, was als musikalisches Produkt zu hören ist. Gemeinsames Musizieren funktioniert hier nicht mehr über dezentrale Kommunikationsstrukturen unter den Musikern, sondern durch „Unterordnung“. Aufgrund dieser Kompetenzen entwickelte der Dirigent eine starke soziale Stellung, die die herausragende Prominenz späterer Stardirigenten möglich machte....

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Geboren & Gestorben

Geboren:
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Alfred Hertz, US-amerikanischer Dirigent deutscher Herkunft (+ 1942)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1996

Kompositionen:
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brachte er sein Werk “Viento de Libertad” unter dem Dirigenten Joan Albert Amargós in einer neuen Orchestrierung heraus. (José Antonio Rodríguez)

1991

Tonträger:
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Karl-Friedrich Beringer : Motetten der Romantik mit dem Amadeus-Chor. CD deutsch, Bayer Records

Kunst & Kultur

2009

Solistische Auftritte und Meisterkurse:
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Dirigent beim Internationalen Brucknerfest in Linz (Franz Schuberts Es-Dur-Messe) (Julian Gillesberger)

1973

Operetten / Filme:
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Das Land des Lächelns (Komponist: Franz Lehár, Regie: Arthur Maria Rabenalt, Dirigent: Wolfgang Ebert, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, Darsteller: René Kollo, Dagmar Koller, Heinz Zednik, Herbert Prikopa, Fred Liewehr u.a.) (Birgit Sarata)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2011

Preisträger:
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der DirigentKurt Masur und der Komponist und DirigentPierre Boulez (Preisverleihung am 20. Juni ) (Adenauer-de Gaulle-Preis)

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