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Drittes Reich

Als Drittes Reich wird seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Zeit des Nationalsozialismus beziehungsweise das Deutsche Reich von 1933 bis 1945 bezeichnet.

Der Ausdruck wurde von den Nationalsozialisten zeitweilig als Begriff in ihrer Propaganda benutzt, hat jedoch eine weitaus ältere christlich-theologische sowie philosophisch-utopische Tradition in der abendländischen Geschichte. Im christlich-theologischen Verständnis bezeichnet der Begriff ein Zeitalter der Herrschaft des Heiligen Geistes. Von den Nationalsozialisten wurde der Begriff weder staats- noch verfassungsrechtlich ausgearbeitet.

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Geboren & Gestorben

30.07.2009
Gestorben: Norbert Rohringer stirbt in Hamburg. Norbert Rohringer war ein österreichischer Schauspieler und ehemaliger Kinderstar im „Dritten Reich“.
06.07.2004
Gestorben: Walter Frentz stirbt in Überlingen. Walter Frentz war ein deutscher Kameramann, Filmemacher, Fotograf, Vortragsreisender und Kajakpionier. Frentz war maßgeblich an der Bildpropaganda des „Dritten Reiches“ beteiligt. Während des Nationalsozialismus arbeitete er zunächst als Kameramann für Leni Riefenstahl, von 1939 bis 1945 war er Kriegsberichterstatter für die Deutsche Wochenschau in unmittelbarer Umgebung Adolf Hitlers. Neben seiner offiziellen Filmtätigkeit fotografierte er in diesen Jahren privat Personen und Leben in den Führerhauptquartieren, in den letzten Jahren des Krieges hauptsächlich in Farbe. Nach 1945 prägten seine Filmaufnahmen und Fotografien wesentlich das öffentliche Bild vom Dritten Reich. Obgleich Frentz kein NSDAP-Mitglied war, stand er dem Nationalsozialismus grundsätzlich positiv gegenüber – er trat 1941 der SS bei – und hat sich von Hitler nie distanziert.
21.12.1998
Gestorben: Ernst Günther Schenck stirbt in Aachen. Ernst Günther Schenck war ein deutscher Arzt, der während des Dritten Reiches zahlreiche Funktionen in Wehrmacht und SS bekleidete, zuletzt als Obersturmbannführer. Durch seine Arbeit in einem Notlazarett in der ehemaligen Reichskanzlei während der letzten Kriegstage kam es zur Begegnung mit Adolf Hitler, den er hinsichtlich des beabsichtigten Suizids beriet, weswegen unter anderem Joachim Fest und James P. O’Donnell Schencks Erinnerungen in ihren Publikationen verwerteten. Einem breiteren Publikum wurde Schenck durch Bernd Eichingers Film Der Untergang bekannt, in dem er als vernünftiger, mahnender Gegenpol zu bis zum Schluss fanatisierten Nazis dargestellt wird. Diese positive Darstellung entspricht allerdings nur einem Teilaspekt der Persönlichkeit Schencks, der als SS-Arzt im KZ Mauthausen auch Menschenversuche durchführte, bei denen Häftlinge durch Hungerödeme umkamen.
22.06.1997
Gestorben: Hans Rößner stirbt in München. Hans Rößner war ein deutscher Germanist, im „Dritten Reich“ SS-Obersturmbannführer und Leiter des Referates III C 3 (Volkskultur und Kunst) im Reichssicherheitshauptamt, Lektor beim Verlag Gerhard Stalling Oldenburg, Lektor im Insel-Verlag und Leiter des Piper-Verlags in München.
08.05.1996
Gestorben: Hanns Hubmann stirbt in Ulm. Hanns Hubmann war ein deutscher Fotograf und Fotojournalist. Hubmann fotografierte überwiegend Ereignisse der Politik und des Sports. Vom Dritten Reich bis in die späten Jahre der alten Bundesrepublik hat er die Mächtigen mit der Kamera begleitet - von Adolf Hitler bis zu Helmut Kohl.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2004
Werk > Hörfunk > Feature: Der Kompaß pendelt sich ein. Von leichter Muse in schwerer Zeit: Unterhaltung und Kabarett im Dritten Reich. Feature, hr (Volker Kühn (Regisseur))
1993
Veröffentlichungen > Beiträge in "Berliner Dialog-Hefte": Heft 2/1994 (17): Rez.: Günther Heydemann/Lothar Kettenacker (Hg.), Kirchen in der Diktatur. Drittes Reich und SED-Staat. Fünfzehn Beiträge. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht (Gerhard Winter)
1987
Werke (unvollständig): Karljo Kreter: Bad Nenndorf im Dritten Reich. Lebenswege der Nenndorfer jüdischen Glaubens, in Zusammenarbeit mit der Dr.-Blumenberg-Initiative, Bad Nenndorf, Hannover: Hildesheimer Str. 87, K. Kreter (Eigenverlag) (Karljosef Kreter)

Rundfunk, Film & Fernsehen

2005
Film: Der Film Die letzte Schlacht ist ein halbdokumentarisches Werk, das die Endzeit des Dritten Reiches vom 20. April bis zum 2. Mai 1945 behandelt.

Stab:
Regie: Hans-Christoph Blumenberg
Drehbuch: Hans-Christoph Blumenberg
Produktion: Ulrich Lenze
Musik: Nikolaus Glowna, Siggi Mueller
Kamera: Daniel Koppelkamm
Schnitt: Daniel Koppelkamm

Besetzung: Tim Bergmann, Fabian Busch, Anna Maria Mühe, Tom Schilling, Christian Redl, Katharina Wackernagel, Jörg Schüttauf, Marek Harloff, Jan Gregor Kremp, Ludwig Blochberger
2003
Film: Mariannes Heimkehr bzw. Mariannes Heimkehr -Die Jüdin, der Beamte und das Dorf ist ein deutscher Dokumentarfilm der WDR-Autoren Stefan Röttger und Gert Monheim. Der Film beschreibt insbesondere die Shoah, die „Arisierung“ und die deutsche Wiedergutmachungspolitik am Leben der jüdischen Einwohner von Hemmerden Ilse Rübsteck, Karl Winter und Marianne Stern (geb. Winter) und dem Finanzbeamten Josef Krüppel und andere Einwohner des Dorfes Hemmerden im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit.

Stab:
Regie: Stefan Röttger, Gert Monheim
Produktion: WDR - Westdeutscher Rundfunk
Musik: Joachim Dürbeck
1998
Film: Die letzten Tage ist der Titel eines 1998 produzierten Dokumentarfilmes, der sich mit dem Thema Holocaust und der Judenverfolgung im Dritten Reich befasst.

Stab:
Regie: James Moll
Produktion: June Beallor Ken Lipper
Musik: Hans Zimmer
Kamera: Harris Done
Schnitt: James Moll
1981
Film: Mephisto ist ein deutsch-ungarisches Filmdrama von István Szabó aus dem Jahr 1981. Sein Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman, den Klaus Mann 1936 im Exil geschrieben und veröffentlicht hatte. Der Roman zeichnet schwach verhüllt den beruflichen Aufstieg des Theaterschauspielers, -regisseurs und -intendanten Gustaf Gründgens im Dritten Reich nach. Eine frühere Ausgabe des Romans wurde 1966 in der Bundesrepublik Deutschland gerichtlich verboten; im Frühjahr 1981, als der Film in Cannes aufgeführt wurde und den Preis für das beste Drehbuch und den FIPRESCI-Preis erhielt, erschien der Roman in der Bundesrepublik erneut. Der Film reduziert die Bezüge zu Gründgens und verdichtet die fiktionalisierte Hauptfigur Hendrik Höfgen zur Beispielhaftigkeit, zum Typus des anpasserischen Charakters und korrumpierbaren Künstlers, der seine Überzeugungen dem beruflichen Erfolg opfert. Gedreht wurde die Koproduktion mit dem Fernsehen in den DEFA-Studios, in Budapest und in Paris. Neben Szabós Inszenierung erregte vor allem Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle Aufsehen und wurde von der Kritik gelobt.

Stab:
Regie: István Szabó
Drehbuch: István Szabó, Péter Dobai
Produktion: József Marx, Lajos Óvári, Manfred Durniok
Musik: Zdenkó Tamássy
Kamera: Lajos Koltai
Schnitt: Zsuzsa Csákány

Besetzung: Klaus Maria Brandauer, Krystyna Janda, Ildikó Bánsági, Rolf Hoppe, György Cserhalmi, Péter Andorai, Karin Boyd, Christine Harbort, Tamás Major, Ildikó Kishonti, Sandór Lukács, Sári Gencsy, Zdzisław Mrożewski, Martin Hellberg, Christian Grashof, Teri Tordai
1975
Film: Berlinger ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1975 mit Martin Benrath in der Haupt- und Titelrolle und Peter Ehrlich als sein Widersacher Roeder. Erzählt wird, anhand der beiden grundverschiedenen Charaktere Lukas Berlinger und Johannes Roeder, auf mehreren Zeitebenen und nicht chronologisch die Geschichte einer Freundschaft, die in tiefer Gegnerschaft endet. Der Film ist konzipiert als ein Lehrstück über Widerstand und Anpassung, über Individualität und Karrierismus, als Parabel von möglichen Verhaltensweisen und Lebenswegen im unruhigen Deutschland des 20. Jahrhunderts: in der Diktatur des Dritten Reichs und in der Nachkriegszeit.

Stab:
Regie: Alf Brustellin Bernhard Sinkel
Drehbuch: Alf Brustellin
Bernhard SinkelMonika Grube
Produktion: Heinz Angermeyer
Alf Brustellin
Bernhard Sinkel
Musik: Joe Haider
Kamera: Dietrich Lohmann
Schnitt: Heidi Genée

Besetzung: Martin Benrath, Peter Ehrlich, Hannelore Elsner, Tilo Prückner, Martin Lüttge, Elisabeth Volkmann, Max Mairich, Hugo Lindinger, Dan van Husen, Lina Carstens, Benno Hoffmann, Walter Ladengast, Helmut Brasch, Alfred Edel, Wichart von Roell, Uli Steigberg, Dagobert Walter, Evelyn Künneke

"Drittes Reich" in den Nachrichten

Weiterführende Informationen

Literatur

  • Ernst Bernheim: Mittelalterliche Zeitanschauungen in ihrem Einfluß auf Politik und Geschichtsschreibung. Tübingen 1918. (Neudruck, Tübingen 1964, DNB.)
  • Gerhard Bauer: Reich Gottes und Drittes Reich. Göttingen 1934. DNB
  • Heinz Hertl: Das dritte Reich in der Geistesgeschichte. Hamburg 1934. DNB
  • Julius Peterson: Die Sehnsucht nach dem Dritten Reich in deutscher Sage und Dichtung. Stuttgart 1934. DNB
  • Jean Frederic Neurohr: Der Mythos vom Dritten Reich. Cotta, Stuttgart 1957. DNB
  • Norman Cohn: Das Ringen um das Tausendjährige Reich. Revolutionärer Messianismus im Mittelalter und sein Fortleben in den modernen totalitären Bewegungen. Übertr. von Eduard Thorsch. Bern/München 1961. DNB
  • Jacques Solé: Christliche Mythen. Von der Renaissance bis zur Aufklärung. Frankfurt a.M./Berlin/Wien 1982, ISBN 3-548-35155-7.
  • Johan Hendrik Jacob van der Pot: Sinndeutung und Periodisierung der Geschichte. Eine systematische Übersicht der Theorien und Auffassungen. Leiden 1999, ISBN 90-04-11605-2.
  • Willy Kling: Wie kämpfen wir gegen ein Drittes Reich? Einheitsfront gegen das Hakenkreuz, Berlin 1931. DNB
  • Friedrich Planck: Weltkrieg und Drittes Reich. Erkenntnisse und Folgerungen, Stuttgart 1934. DNB
  • Léon Poliakov/Josef Wulf: Das Dritte Reich und die Juden. Dokumente und Aufsätze. arani Verlags-GmbH, Berlin-Grunewald 1955. DNB (Wiesbaden 1989, ISBN 3-925037-44-6.)
  • Dieter Gunst: Hitler wollte kein „Drittes Reich“. In: Geschichte, Politik und ihre Didaktik 17, 1989, S. 299–306.
  • Eric Voegelin: Die neue Wissenschaft der Politik, München 1959. DNB (Paderborn 2004, ISBN 3-7705-4015-8.)
  • Franz Neumann: Behemoth. Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933–1944. Fischer (Tb.), Frankfurt a.M. 1984 (5. Aufl. Juli 2004), ISBN 3-596-24306-8.
  • Jost Hermand: Der alte Traum vom neuen Reich. Völkische Utopien und Nationalsozialismus. Frankfurt a.M. 1988. (2. Aufl., Weinheim 1995, ISBN 3-89547-709-5.)
  • Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. Berlin 1998, ISBN 3-11-013379-2, S. 157–160 (Google Books).
  • Burchard Brentjes: Der Mythos im dritten Reich. Drei Jahrtausende Traum von der Erlösung. Fackelträger, Hannover 1999, ISBN 3-7716-2112-7.
  • Herrmann Butzer: Das „Dritte Reich“ im Dritten Reich. Der Topos „Drittes Reich“ in der nationalsozialistischen Ideologie und Staatslehre. In: Der Staat. Zeitschrift für Staatslehre und Verfassungsgeschichte, deutsches und europäisches Öffentliches Recht, 42. Bd., 2003, S. 600–627.
  • Georg Stötzel: Zeitgeschichtliches Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 2., erweiterte und aktualisierte Aufl., Hildesheim 2003, ISBN 3-487-11759-2 (Google Books).
  • Ernst Klee: Das Personen-Lexikon zum Dritten Reich – Wer war was vor und nach 1945, Edition Kramer, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-9811483-4-3.
  • Nazi-Worte im SprachgebrauchSüddeutsche Zeitung vom 25. Juli 2008

Weblinks

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