Eiserner Rhein

Strecke – geradeaus

Als Eiserner Rhein wird eine über Mönchengladbach und Roermond führende Eisenbahnstrecke vom Duisburger Hafen zum Hafen von Antwerpen bezeichnet. Sie war bis zur Einstellung des grenzüberschreitenden Güterverkehrs auf dem Teilstück zwischen Dalheim und Roermond im Jahr 1992 die kürzeste Bahnverbindung vom Ruhrgebiet zu den belgischen Seehäfen und ist 60 Kilometer kürzer als die Verbindung über die Montzenroute zwischen Aachen und Tongeren. Oft wird mit der Bezeichnung Eiserner Rhein nur die Eisenbahnstrecke von Rheydt Hauptbahnhof nach Antwerpen gemeint, da zur Gesamtverbindung Teile der bereits früher gebauten Strecken Aachen–Mönchengladbach und Duisburg-Ruhrort–Mönchengladbach sowie die Güterumgehungsbahn Mönchengladbach gehören.

Ursprünglich wurde der Name Eiserner Rhein für die Stammstrecke Köln–Aachen der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft zwischen Köln und dem Grenzbahnhof Herbesthal der Verbindung nach Antwerpen über Düren, Eschweiler, Aachen, Verviers, Lüttich und Löwen verwendet, später bürgerte sich der Ausdruck für die Strecke über Mönchengladbach und Roermond ein.



Geschichte




Das heutige Belgien, das vom Wiener Kongress dem Vereinigten Königreich der Niederlande zugeschlagen worden war, wurde nach der Julirevolution von 1830 unabhängig, was im Vertrag von London vom 19. April 1839 von den Niederlanden anerkannt wurde. In diesem Vertrag wurde den Belgiern das Recht zugesichert, auf eigene Kosten eine Landverbindung als Kanal oder Straße durch das niederländische Limburg bis zur Grenze Preußens zu schaffen. Dies geschah als Ausgleich für den Verlust von Sittard, das nach der Revolution zunächst zu Belgien gehört hatte.Erst 1868 begann man mit der Wahrnehmung dieses Rechts. Preußische Interessen (bzw. ab der Reichsgründung 1871 deutsche Interessen) an einer schnellen Bahnverbindung zwischen dem entstehenden Industriegebiet an Rhein und Ruhr unter Umgehung der Niederlande, ausgedrückt v. a. durch Ludolf Camphausen, spielten eine entscheidende Rolle für die Realisierung des Projekts. Man baute aber keinen Kanal, sondern eine Eisenbahnstrecke. 1873 wurde der Vertrag über den Eisernen Rhein geschlossen, und 1879 verkehrten die ersten Züge. Diese Strecke stellt die kürzeste Verbindung vom Ruhrgebiet nach Antwerpen dar. Sie wurde überwiegend von Güterzügen genutzt. Im Personenverkehr war sie vor dem Ersten Weltkrieg vor allem für eine große Zahl von Auswanderern in die USA von Bedeutung.Im Ersten Weltkrieg wurde die Strecke von den Niederlanden mit Verweis auf ihre Neutralität geschlossen. Als Ersatz wurde weiter südlich die Montzenroute gebaut, die zwar 50 km länger ist, aber niederländisches Territorium nicht berührt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam der Betrieb weitgehend zum Erliegen. Seit 1953 verkehren im grenzüberschreitenden Verkehr keine regulären Personenzüge mehr, doch fuhren vereinzelt noch Personen-Sonderzüge, so in den 1960er Jahren ein Klingender Rheinländer von Roermond nach Altenahr. Die ursprünglich zweigleisige Strecke Rheydt – Roermond wurde von 1958 an abschnittsweise auf ein Gleis zurückgebaut....

mehr zu "Eiserner Rhein" in der Wikipedia: Eiserner Rhein

Geschichte > Aufbauzeit > Streckeneröffnungen

1879

thumbnail
AntwerpenGeelLommelRoermond (NL)–Rheydt (D), sog. Eiserner Rhein (Nationale Gesellschaft der Belgischen Eisenbahnen)

Fälle

2005

thumbnail
Niederlande gegen Belgien wegen des Streits um den Eisernen Rhein (Ständiger Schiedshof)

"Eiserner Rhein" in den Nachrichten