El Capitan (Kalifornien)

El Capitan
Südwestwand des El Capitan

Südwestwand des El Capitan

Hhe2307m
LageMariposa County, Kalifornien, USA
GebirgeSierra Nevada
Koordinaten3744?2?N, 11938?13?WKoordinaten:3744?2?N, 11938?13?W
TypFelsvorsprung
Gesteinberwiegend Granit
Alter des GesteinsGrenzbereich Unterkreide-Oberkreide (ca. 100 Mio. Jahre)
Blick von Westen das Yosemite-Tal hinauf, mit El Capitan links im Bildmittelgrund und dem Merced River im Vordergrund.
Bild:
Lizenz: CC-BY-SA-2.0
El Capitan von Süden, vom Südufer des Merced River aus gesehen.
Bild:
Lizenz: CC-BY-SA-2.0
Die Südkante des El Capitan von Südosten: die Route „The Nose“ verläuft in dem Bereich zwischen der Licht-Schatten-Grenze und der Kiefer rechts im Vordergrund.
Bild:
Lizenz: CC-BY-SA-2.0
Video mit Impressionen vom El Capitan und Aufnahmen von Klettersportlern. Laufzeit: 3 mins 13 sec
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El Capitan ist ein markanter Felsvorsprung im Yosemite-Nationalpark im US-Bundesstaat Kalifornien. Seine teilweise senkrecht abfallenden Flanken erheben sich bis zu 1000 Meter über dem Yosemite-Tal, an dessen Nordseite er liegt. Der höchste Punkt des Felsens befindet sich auf 2307 Meter über dem Meeresspiegel. Durch seine Abmessungen ist El Capitan eine auffällige Landmarke im Yosemite-Tal. Er gilt als eines der Wahrzeichen des Nationalparks. Seine Felswände machen ihn zu einem Anziehungspunkt für Freikletterer.



Inhaltsverzeichnis



Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name El Capitan kommt aus dem Spanischen und bedeutet so viel wie ‚Anführer‘ oder ‚Hauptmann‘. Er soll im Jahr 1851, relativ kurz nach der Annexion Kaliforniens durch die USA, von Angehörigen des Mariposa-Bataillons geprägt worden sein, einer Freischärlertruppe aus US-Siedlern, die seinerzeit als erste Weiße das Yosemite-Tal betraten. Die Überlieferung der Etymologie stammt von Lafayette Bunnell, einem Mitglied dieser Truppe. Ihm zufolge soll sich El Capitan vom Namen Tu-tock-ah-nu-lah aus der Sprache der Ahwahnee ableiten, einer Volksgruppe der Paiute-Indianer und Ureinwohner des Yosemite-Tales. Tu-tock-ah war der Name eines Häuptlings der Ahwahnee. Die Ureinwohner hatten also den Felsen nach einem ihrer Häuptlinge benannt, woraus die Weißen dann den ‚Häuptlingsfelsen‘ El Capitan machten.



Morphologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

El Capitan ist kein Berg im eigentlichen Sinn. Er fällt nach Westen, Südwesten und Südosten faktisch senkrecht und nach Osten relativ sanft zum Merced River im Yosemite-Tal bzw. in die Schluchten seiner Zuflüsse ab. Im Westen ist dies ein Zufluss des Ribbon Creek, im Osten Eagle Creek. Seine „Kammlinie“ verläuft nahe der Westflanke ungefähr Nordnordost-Südsüdwest. Nach Nordosten schließt El Capitan allerdings weitgehend unauffällig an das Hochplateau an, das vom Yosemite-Tal durchschnitten wird. Zudem setzt sich die Steilwand sowohl nach Osten als auch nach Westen im Talverlauf fort. Man kann also genaugenommen nur von einem Felsvorsprung in der steilen Talwand sprechen, wenngleich dieser mit insgesamt knapp 2500 Metern Breite* und bis zu 1000 Metern Höhe beachtliche Dimensionen aufweist.



Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gestein des El Capitan ist Teil des Sierra-Nevada-Batholiths, eines komplexen magmatischen Gesteinskörpers, der einen Großteil der Sierra Nevada aufbaut. Der Batholith entstand im Mesozoikum und gilt als Zeugnis der Subduktion der Farallon-Platte unter die Nordamerikanische Platte. El Capitan besteht aus zwei im Mineralbestand leicht voneinander abweichenden Graniten: dem etwa 105 Millionen Jahre alten El-Capitan-Granit und dem mit ca. 103 Millionen Jahren etwas jüngeren Taft-Granit. Darüber hinaus wird er von Gängen aus Granodiorit und mafischeren Gesteinen durchschlagen, die mit rund 99 Millionen Jahren zu den jüngsten Bildungen gehören. Weiterhin nachweisbar sind spätmagmatische aplitische und pegmatitische Gänge.

El Capitan wird, vor allem in populärem Zusammenhang, oft als „Monolith“ bezeichnet. Jedoch besteht der Felsen gar nicht nur aus einer Gesteinsart, sondern aus mehreren magmatischen Gesteinstypen, die sich kompositionell und/oder vom Gefüge her unterscheiden. Auch ist er morphologisch nicht wirklich eigenständig, im Gegensatz zu anderen Objekten, die oft als Monolith angesprochen werden wie beispielsweise der Mount Augustus in Australien. Da der Begriff „Monolith“ nicht eindeutig definiert ist und in verschiedenen Zusammenhängen unterschiedlich verwendet wird, sollte die Bezeichnung „Monolith“ bei Bergen, Felsen usw. generell vermieden werden.



Klettern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl der höchste Punkt des El Capitan auf einem einfachen Wanderweg erreicht werden kann, besteht die Herausforderung für Kletterer darin, eine der steilen Granitwände zu durchsteigen, die von zahlreichen langen und schwierigen Kletterrouten durchzogen werden.

Die bekannteste Route am El Cap, wie er unter Kletterern oft abgekürzt wird, ist wahrscheinlich The Nose an der Südkante, die 1958 von Warren Harding, Wayne Merry und George Whitmore nach insgesamt 47 Klettertagen verteilt über 17 Monate in technischer Kletterei eröffnet wurde. Wegen der natürlichen Linie, der sie folgt, und ihrer Länge und Ausgesetztheit ist sie auch heute noch das Traumziel vieler Kletterer.

Im Laufe der 1960er Jahre wurden zahlreiche Anstrengungen an allen Wänden des El Capitan unternommen, die schließlich zu der Erkenntnis führten, dass jede der Wände mit genügend Hartnäckigkeit und Bohrhaken bezwungen werden konnte. Nach dieser Erkenntnis fingen einige der Kletterer an, die Fortbewegung an Bohrhaken abzulehnen und Routen zu suchen, die frei oder mit möglichst wenig technischer Kletterei durchstiegen werden konnten. Obwohl sich diese Ethik durchsetzte und die Anzahl der Freikletterversuche immer mehr wurden, dauerte es bis 1979, bis die ausgesetzte Westwand eine frei begangene Route aufwies. Diese Begehung gelang Ray Jardine. Die Nose konnte erst 1993 durch Lynn Hill zum ersten Mal frei durchstiegen werden.

Auch heute noch ist der El Capitan immer wieder Schauplatz herausragender Kletterleistungen: Immer noch werden neue und schwierigere Linien erschlossen oder alte, früher nur technisch kletterbare Routen frei geklettert:

Am 17. Juni 2004 konnten die Brüder Alexander und Thomas Huber in der Route Zodiac ihren eigenen Rekord für den schnellsten Durchstieg einer Route am El Capitan auf 1:51:34 Stunden drücken. Üblicherweise benötigen Seilschaften für eine solche Route drei bis vier Tage. Noch bedeutender für das Speedklettern ist aber The Nose: Die derzeitige Bestzeit liegt bei 2:23:46 und wurde von Hans Florine zusammen mit Alex Honnold im Juni 2012 erreicht.

Vom 27. Dezember 2014 bis zum 14. Januar 2015 gelang Tom Caldwell und Kevin Jorgeson die Erstbegehung der Route Dawn Wall im freien Stil. Die Route gilt als eine der schwersten Mehrseillängenrouten der Welt.

Am 3. Juni 2017 gelang Alex Honnold die erste Free Solo Begehung der Route Freerider am El Capitan in einer Zeit von unter vier Stunden.



Base-Jumping[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1000 Meter hohe, oben teilweise überhängende Südwestwand des El Capitan macht ihn zu einem idealen Ort für Basejumps. Den ersten Basejump vom Gipfel des El Capitan machten Michael Pelkey und Brian Schubert am 24. Juli 1966, wobei sich beide Springer Knochenbrüche zuzogen. Nachdem sich in den 1970er Jahren Ausrüstung und Technik wesentlich verbessert hatten, sprangen viele Basejumper erfolgreich und sicher vom El Capitan.

1980 versuchte die Nationalpark-Verwaltung, die Anzahl der Sprünge durch die Vergabe von Sprungerlaubnissen zu regulieren. Da in der Folge einige der Springer die im Nationalpark geltenden Regeln grob verletzten, stellte die Verwaltung die Vergabe von Erlaubnissen schließlich wieder ein und verbot das Base-Jumping am El Capitan und im gesamten Nationalpark. Seitdem hat sich eine Reihe von Gruppen gebildet, die sich für die Wiederöffnung einsetzen. Am 23. Oktober 1999 kam die Basejumperin und Stuntfrau Jan Davis bei einem als Protest gegen das Verbot unternommenen illegalen, aber von den Park-Offiziellen geduldeten Sprung ums Leben.



Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

* Distanz zwischen Ribbon Creek und Eagle Creek auf Höhe der Südwest- und Südostwand des Capitan parallel zum Talverlauf


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Peter Browning: Yosemite Place Names: The Historic Background of Geographic Names in Yosemite National Park. 2. Auflage. Great West Books, Lafayette (CA) 2005, ISBN 0-944220-19-3, S.41 (englisch).
  2. ?Roger Putnam, Allen F. Glazner, Drew S. Coleman, Andrew R. C. Kylander-Clark, Tamlin Pavelsky, Miquela I. Abbot: Plutonism in three dimensions: Field and geochemical relations on the southeast face of El Capitan, Yosemite National Park, California. Geosphere, Juli 2015, doi:10.1130/GES01133.1; siehe auch Roger Putnam: Understanding plutonism in three dimensions: Field and geochemical relations on the southeast face of El Capitan, Yosemite National Park, California. MSc-Thesis, University of North Carolina at Chapel Hill, 2013 (online) (beide englisch).
  3. ?Robert P. Bourman, Clifford D. Ollier, Solomon Buckman: Inselbergs and monoliths: a comparative review of two iconic Australian landforms, Uluru (Ayers Rock) and Burringurrah (MountAugustus). Zeitschrift fr Geomorphologie. Bd.59, Nr.2, 2015, S.197?227, doi:10.1127/0372-8854/2014/0148, (alternativer Volltextzugriff: ResearchGate) (englisch).
  4. ?Tom Frost: A Climber Returns to El Capitan. Yosemite Guide. Bd.30, Nr.2, 2005, S.0?1 (PDF (Memento vom 10. Juli 2007 im Internet Archive) 1,3MB) (englisch).
  5. ?New Speed Record on the Zodiac. In: bergsteigen.com.2. Juli 2004, abgerufen am 11. Mai 2007.
  6. ?Neuer Speed-Rekord an der "Nose": Alex Honnold und Hans Florine. In: klettern.de.28. Juni 2012, abgerufen am 13. August 2015.
  7. ?El Capitan in Kalifornien: Kletterer bezwingen legendre Felswand. In: Spiegel Online, 15. Januar 2015.
  8. ?El Capitan?s Dawn Wall: Coverage of the Ascent at Yosemite. In: New York Times, 14. Januar 2014 (englisch).
  9. ?Chris Van Leuven: Free at Last: Caldwell, Jorgeson Top Out the Dawn Wall. In: alpinist.com. 14. Januar 2014, abgerufen am 15. Januar 2015 (englisch).
  10. ?BASEjumping. In: baseclimb.com. Archiviert vom Original am 3.April 2013, abgerufen am 13.August 2015 (englisch).
  11. ?Marianne Costantinou, Gregory Lewis: Death fall from El Capitan. In: San Francisco Chronicle, 23. Oktober 1999 (englisch).
  12. ?Apple OS X Preview auf apple.com, abgerufen am 9. Juni 2015.

Blick von Westen das Yosemite-Tal hinauf, mit El Capitan links im Bildmittelgrund und dem Merced River im Vordergrund.Bild: Lizenz: CC-BY-SA-2.0
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El Capitan von Süden, vom Südufer des Merced River aus gesehen.Bild: Lizenz: CC-BY-SA-2.0
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Die Südkante des El Capitan von Südosten: die Route „The Nose“ verläuft in dem Bereich zwischen der Licht-Schatten-Grenze und der Kiefer rechts im Vordergrund.Bild: Lizenz: CC-BY-SA-2.0
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Video mit Impressionen vom El Capitan und Aufnahmen von Klettersportlern. Laufzeit: 3 mins 13 secBild: Lizenz: CC-BY-SA-2.0
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El Capitan ist ein markanter Felsvorsprung im Yosemite-Nationalpark im US-Bundesstaat Kalifornien. Seine teilweise senkrecht abfallenden Flanken erheben sich bis zu 1000 Meter über dem Yosemite-Tal, an dessen Nordseite er liegt. Der höchste Punkt des Felsens befindet sich auf 2307 Meter über dem Meeresspiegel. Durch seine Abmessungen ist El Capitan eine auffällige Landmarke im Yosemite-Tal. Er gilt als eines der Wahrzeichen des Nationalparks. Seine Felswände machen ihn zu einem Anziehungspunkt für Freikletterer.

mehr zu "El Capitan (Kalifornien)" in der Wikipedia: El Capitan (Kalifornien)

Geboren & Gestorben

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Gestorben: Todd Skinner stirbt. Todd Skinner war ein US-amerikanischer Freikletterer aus dem US-Staat Wyoming. In der Kletterszene wurde er vor allen Dingen durch die erste freie Begehung der Route Salathe am El Capitan in den achtziger Jahren bekannt. Nach eigenen Angaben absolvierte der Extremkletterer über 300 Erstbesteigungen in 26 Ländern in den höchsten Schwierigkeitsgraden.
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Geboren: Lynn Hill wird in Detroit geboren. Lynn Hill ist eine US-amerikanische Kletterin. Berühmt wurde sie in den 1980er-Jahren, als sie zu den weltbesten Sportkletterern überhaupt gehörte. Spätestens seitdem sie als erster Mensch die Route „The Nose“ am El Capitan im Yosemite-Nationalpark frei klettern konnte, zählt sie zu den besten und bekanntesten Sportkletterern.
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Geboren: Todd Skinner wird in Pinedale, Wyoming geboren. Todd Skinner war ein US-amerikanischer Freikletterer aus dem US-Staat Wyoming. In der Kletterszene wurde er vor allen Dingen durch die erste freie Begehung der Route Salathe am El Capitan in den achtziger Jahren bekannt. Nach eigenen Angaben absolvierte der Extremkletterer über 300 Erstbesteigungen in 26 Ländern in den höchsten Schwierigkeitsgraden.

Besondere alpinistische Leistung > Erstbegehungen

1961

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„Salathé Wall“, El Capitan, Yosemite (damals schwierigste Bigwall-Route im „Grad VI“). (Royal Robbins (Bergsteiger))

Geschichte

1966

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Michael Pelkey und Brian Lee Schubert springen vom El Capitan, einer Felswand im Yosemite-Nationalpark. (Base-Jumping)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1968

alpinistische Erfolge:
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El Capitan, "The Nose" 1. freie Begehung der "Stove leg cracks", 1. Begehung in 2 Tagen VI (Jim Bridwell)

Tourenliste

1999

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YosemiteEl Capitan; Die Route The Nose (Ines Papert)

Tagesgeschehen

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Yosemite-Nationalpark/Vereinigte Staaten: Bei einem illegalen Protestsprung gegen ein Verbot von Basejumps am El Capitan strirbt die Stuntfrau Jan Davis.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2000

Fotografie und Film:
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Erstes eigenes Video über die Bigwall-Kletterei der Route Mescalito am El Capitan (Produzent und Kamera). Dieser Film gewann den Preis des Italienischen Olympia-Komitees am Internationalen Berg- und Abenteuerfilmfestival von Trient, Italien, und kam in das Finale des Banff Mountainfilm Festival in Kanada. (Thomas Ulrich (Abenteurer))

Bedeutende Felsfahrten

2008

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The Nose an der Südostkante des El Capitan mit Peter Wurzer (Peter Ortner (Bergsteiger))

"El Capitan (Kalifornien)" in den Nachrichten