Elektrischer Strom

Der elektrische Strom (oft auch nur Strom) ist ein Phänomen der Elektrizitätslehre. In der alltäglichen Bedeutung des Begriffs ist damit der Transport von elektrischen Ladungsträgern gemeint, also beispielsweise von Elektronen in Leitern oder Halbleitern oder von Ionen in Elektrolyten. Diese Form des Stroms bezeichnet man auch genauer als Konvektionsstrom. Er macht sich gemäß dem ampereschen Gesetz durch ein magnetisches Feld bemerkbar und führt meist zu einer Erwärmung des Leiters. In einem elektrischen Stromkreis fließt ein Strom, sobald zwischen den Anschlüssen der Quelle eine elektrische Spannung herrscht und eine leitende Verbindung besteht.

Darüber hinaus zählt man zum elektrischen Strom den so genannten Verschiebungsstrom. Dieser entsteht nicht durch die Bewegung elektrischer Ladungen, sondern durch die Änderungen des Flusses eines elektrischen Feldes. Er tritt z. B. zwischen den Platten eines Kondensators beim Be- oder Entladen auf und erzeugt genau wie der Konvektionsstrom ein Magnetfeld.



Geschichte




Bereits Thales von Milet soll im 6. Jahrhundert v. Chr. entdeckt haben, dass Bernstein leichte Körper anzieht, wenn er vorher mit Tüchern gerieben wird. Eine Erklärung dafür konnte er zwar nicht finden, das Wort Elektrizität (vom griechischen „elektron“ für „Bernstein“) weist aber immer noch auf diese antike Entdeckung zurück.Die technische Nutzung des elektrischen Stromes begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Telegrafie und der Galvanik. Für beide Anwendungen reichte zunächst die Leistung von Batterien aus. Um 1866 fand Werner von Siemens das dynamoelektrische Prinzip und nutzte es bei der Entwicklung des ersten elektrischen Generators, den er als Zündmaschine für die Zündung von Sprengladungen vermarkten konnte. Ab 1880 entwickelten sich diese Generatoren immer mehr zu Großmaschinen, um den Strombedarf der immer größer werdenden Stromnetze befriedigen zu können. In erster Linie dienten diese Netze zur Bereitstellung von elektrischem Strom für die Beleuchtung mit Bogen- und Glühlampen in der Öffentlichkeit und den ersten Privathaushalten. Eine weitere Anwendung des elektrischen Stromes bestand in seinem Einsatz in Leuchttürmen, da die Bogenlampe eine wesentlich höhere Lichtstärke besitzt als die zuvor verwendeten Kerzen oder Petroleumlampen. Infolgedessen entstanden die ersten Kraftwerke, die zunächst noch mit einfachen Wasserturbinen und Dampfmaschinen angetrieben wurden. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts stehen leistungsfähige Dampfturbinen zur Verfügung, die bis in die Gegenwart als Kraftmaschinen bei der Stromerzeugung dominieren.In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts fiel nach dem sogenannten Stromkrieg die Entscheidung zwischen Gleichstrom- und Wechselstromsystem zugunsten des Wechselstroms.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Rudolf Schulten stirbt in Aachen. Rudolf Schulten war ein deutscher Physiker und Visionär einer Energiewirtschaft, die durch nukleartechnische Spitzentechnologie geprägt ist. Schulten war der Überzeugung, dass langfristig der Bedarf an elektrischer Energie, an Heizwärme/Prozesswärme und an Kraftstoff im Wesentlichen durch Kernenergie und Sonnenenergie gedeckt wird, beide zur Nutzung umgewandelt in elektrischen Strom oder Chemische Energie, vor allem von Wasserstoff. Auch für Kernbrennstoff galt für ihn das Postulat des sparsamen Umgangs mit Energieträgern.
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Geboren: Reinhard Habeck wird in Wien geboren. Reinhard Habeck ist ein österreichischer Autor, Comiczeichner und Cartoonist. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine, gemeinsam mit Peter Krassa entwickelte und 1982 veröffentlichte Hypothese, dass bereits die Alten Ägypter elektrischen Strom gekannt und genutzt haben sollen. Bei den auf einigen Reliefs im Hathortempel von Dendera abgebildeten Objekten habe es sich um eine Art von Leuchtkörpern gehandelt (populäre Bezeichnung: Glühbirnen von Dendera).
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Geboren: Rudolf Schulten wird in Oeding, Kreis Ahaus, heute Teil des Kreises Borken/Westfalen geboren. Rudolf Schulten war ein deutscher Physiker und Visionär einer Energiewirtschaft, die durch nukleartechnische Spitzentechnologie geprägt ist. Schulten war der Überzeugung, dass langfristig der Bedarf an elektrischer Energie, an Heizwärme/Prozesswärme und an Kraftstoff im Wesentlichen durch Kernenergie und Sonnenenergie gedeckt wird, beide zur Nutzung umgewandelt in elektrischen Strom oder Chemische Energie, vor allem von Wasserstoff. Auch für Kernbrennstoff galt für ihn das Postulat des sparsamen Umgangs mit Energieträgern.
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Gestorben: Jean-Baptiste Biot stirbt in Paris. Jean-Baptiste Biot war ein französischer Physiker und Mathematiker, der im frühen 19. Jahrhundert den Zusammenhang zwischen elektrischem Strom und Magnetismus untersuchte (Biot-Savart-Gesetz), sowie die Drehung polarisierten Lichtes beim Durchgang durch optisch aktive, chemische Lösungen (optische Aktivität).
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Geboren: Félix Savart wird in Charleville-Mézières, Ardennes geboren. Félix Savart /saˈvaːr/ war ein französischer Arzt und Physiker, der im frühen 19. Jahrhundert gemeinsam mit Jean-Baptiste Biot den Zusammenhang zwischen elektrischem Strom und Magnetismus untersuchte (Biot-Savart-Gesetz).

Wissenschaft & Technik

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Das nahe Moskau gelegene Kernkraftwerk Obninsk, das erste kommerzielle Kernkraftwerk der Welt, beginnt mit dem Einspeisen von Strom in das sowjetische Stromnetz.

1820

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Hans Christian Ørsted erkennt in seinen Versuchen die Ablenkung einer Magnetnadel durch elektrischen Strom.

Natur & Umwelt

2006

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27. März: Als endlich die Temperaturen in Deutschland dem Frühling nahe sind, gibt es auch schon den ersten großen Sturm. Eine kurze aber sehr starke Windhose fegt am Abend über den Osten und Süden der Hansestadt Hamburg hinweg und hinterlässt Schäden in Millionenhöhe. Zwei Kranfahrer werden getötet, als ihre Kräne durch die Wucht des Windes umgeworfen werden. Rund 300.000 Hamburger waren zeitweilig ohne Strom.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

2002

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Auflösung: Die Hamburgische Electricitäts-Werke AG (HEW) waren ein Unternehmen zur Strom- und Fernwärmeversorgung in Hamburg. Die HEW wurden am 15. März 1894 gegründet, um zusammen mit der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, die als Schuckert & Co. seit 1893 mit der Hamburger Stromversorgung beauftragt war, die Versorgung Hamburgs mit elektrischer Energie zu übernehmen. Von 1914 bis 2002 war der Staat Hamburg an der HEW beteiligt und das Versorgungsmonopol wurde auf ganz Hamburg ausgedehnt. 2002 ging das Unternehmen in der Vattenfall Europe AG auf, einer Tochter der schwedischen Konzerns Vattenfall AB. Seit 2006 besteht auch der alte Markenname nicht mehr.

1999

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Gründung: Die Essent NV ist der führende niederländische Energieversorger. Das Unternehmen ist auch in Belgien tätig. Es unterhält Kraftwerke, in denen es einen großen Teil der an die Abnehmer gelieferte elektrische Energie selbst herstellt. Seit 2009 ist Essent Teil der RWE-Gruppe.

1999

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Gründung: Die EnBW ODR ist eine Tochtergesellschaft der EnBW und ein Dienstleistungsunternehmen im Bereich Strom, Erdgas, Telekommunikation, Informationstechnologie und Umwelt. Sie ging im Jahre 1999 aus der Fusion der beiden Energieversorger UJAG und MÜAG hervor und hat ihren Sitz in der württembergischen Stadt Ellwangen.

1997

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Gründung: Die DB Energie GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Deutsche Bahn AG, deren Aufgabenfeld in der Erzeugung, Beschaffung und Bereitstellung von Energieträgern, hauptsächlich Strom und Diesel, aber auch von Erdgas, Heizöl und Fernwärme liegt. Das Unternehmen betreut neben dem DB-Konzern auch andere Kunden aus Industrie und Gewerbe. Die Instandhaltung, Planung und Errichtung von energietechnischen Einrichtungen, wie z.? B. Zugvorheizanlagen, gehört ebenfalls zum Aufgabengebiet.

1992

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Gründung: Die Stadtwerke Leipzig GmbH ist ein kommunales Energieversorgungsunternehmen, das Strom, Erdgas sowie Fernwärme bereitstellt.

Tagesgeschehen

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Berlin/Deutschland: Der Deutsche Bundestag verabschiedet ein Gesetz zur Neuregelung des Rechts der Erneuerbaren Energien im Strombereich, wonach der Anteil Erneuerbarer Energien an der deutschen Stromversorgung auf 25 bis 30 Prozent im Jahre 2020 erhöht werden soll.
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Miami/Florida: Nach den Verwüstungen in Cancún und der Halbinsel Yucatán erreicht der Hurrikan Wilma nun auch Florida. Bisher wird von sieben Toten und zahlreichen Sachbeschädigungen berichtet: Häuser seien abgedeckt und viele Yachten in den Buchten durch die Wucht des Sturms zerstört worden. Die meisten Touristen und Anwohner auf dem Festland seien den Aufforderungen zur Evakuierung nachgekommen. Doch hätten auf den Florida Keys rund 80 % der Einheimischen die Aufforderungen ignoriert. Viele feierten demonstrativ „Hurrikanpartys“ oder verwendeten die großen Wellen zum Surfen. Dadurch seien viele vom Festland abgeschnitten worden. Fast 2,5 Millionen Haushalte sind weiterhin ohne Stromversorgung. Die Zahl der Hurrikan-Toten in Florida hat sich auf 10 erhöht. (AP)
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Columbus (Ohio)/USA. Mehr als 20 Menschen sterben bei einem Schneesturm, der seit Tagen den Mittleren Westen der USA heimsucht. Betroffen sind die Bundesstaaten Indiana, Kentucky, Missouri und Ohio. Über 300.000 Haushalte sind ohne Strom.
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USA, Kanada. An der Ostküste der USA und in Kanada fiel am Nachmittag der Strom aus. Davon waren auch die Städte Detroit, Cleveland, New York City und Toledo in den USA und Ottawa und Toronto in Kanada betroffen. Das Netz des Stromversorgers wurde in einer Kettenreaktion automatisch wegen Überlastung abgeschaltet. Etwa 50 Millionen Menschen, in einem Gebiet das größer als die Fläche von Deutschland ist, waren von dem Ausfall betroffen. Es war nach den Stromausfällen vom 9. November 1965 und 13. Juli 1977 der dritte derartige Zwischenfall in den USA, Kanada ist nach 1965 zum zweiten Mal davon betroffen.

"Elektrischer Strom" in den Nachrichten

Weiterführende Informationen

Literatur

  • Karl Küpfmüller, Wolfgang Mathis, Albrecht Reibiger: Theoretische Elektrotechnik und Elektronik. 19. Auflage. Springer-Vieweg, Berlin / Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-37939-0.
  • Heinrich Frohne, Karl-Heinz Löcherer, Hans Müller, Thomas Marienhausen, Dieter Schwarzenau: Moeller Grundlagen der Elektrotechnik. 23. Auflage. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-8348-1785-3.

Weblinks