Entente cordiale

Die Entente cordiale (französisch für herzliches Einverständnis) ist ein am 8. April 1904 zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich geschlossenes Abkommen. Ziel des Abkommens war eine Lösung des Interessenkonflikts beider Länder in den Kolonien Afrikas („Wettlauf um Afrika“). 1907 entwickelte sich die Entente cordiale durch Beitritt Russlands zur Triple Entente, die eine der Kriegsparteien im Ersten Weltkrieg verkörperte.



Geschichte




Aufgrund der angespannten Gesamtsituation Europas am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts hielt das Vereinigte Königreich es für sinnvoll, aus der Splendid isolation herauszutreten und sich aktiv nach Bündnispartnern umzuschauen. Man nahm Verhandlungen mit dem Deutschen Kaiserreich auf, die aber 1901 wieder beendet wurden, da der deutsche Kaiser Wilhelm II. nicht bereit war, seine Flottenaufrüstung einzuschränken. Stattdessen glaubte die deutsche Regierung, aus einer starken Position heraus jederzeit die Gegensätze zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich einerseits und die Gegensätze zwischen dem Vereinigten Königreich und Russland andererseits ausnutzen zu können (Politik der freien Hand).Daraufhin schloss Großbritannien am 30. Januar 1902 mit Japan die Anglo-Japanische Allianz. Aufgrund der Unterstützung des Vereinigten Königreichs griff Japan 1904 Russland an, womit der Russisch-Japanische Krieg begann. Nun sah sich das Vereinigte Königreich als Bündnispartner Japans in einen drohenden Krieg mit Russland und dessen Bündnispartner Frankreich verwickelt. Um diesem Krieg zu entgehen, bemühte sich Großbritannien ab 1902 verstärkt um einen Ausgleich mit Frankreich. Schwerpunkt des Interessenkonflikts mit Frankreich waren die afrikanischen Kolonien Ägypten und Marokko. Um diesen Konflikt zu lösen, wurde am 8. April 1904 die Entente cordiale unterschrieben. Sie wurde nach dem britisch-russischen Interessenausgleich im Jahr 1907 um Russland zur Triple Entente erweitert.

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Vorgeschichte und Ausgangssituation > Krisen

1906

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In der Ersten Marokkokrise (1904–) versuchte Deutschland, das durch Russlands Schwäche (Russisch-Japanischer Krieg 1904/05, Russische Revolution 1905) isolierte Frankreich aus der Entente cordiale herauszubrechen, scheiterte jedoch auf der Algeciras-Konferenz. Der Versuch führte ganz im Gegenteil zur unübersehbaren Isolierung des Deutschen Reiches, das sich in der Folge umso stärker an Österreich-Ungarn band. (Erster Weltkrieg)

Europa

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Weitere Ereignisse in Europa: Zum 10-jährigen Bestehen der Entente cordiale besucht das englische Königspaar Paris.
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Die Entente cordiale wird durch Russland zur Triple Entente erweitert.

1907

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21. März: Das Vereinigte Königreich lehnt Vorschläge zu einem Tunnelbau unter dem Ärmelkanal ab, da es trotz der Entente cordiale eine französische Invasion fürchtet.
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Bildung der Entente cordiale zwischen Großbritannien und Frankreich
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Der Staatsbesuch König Edwards VII. in Frankreich leitet die britisch-französische Annäherung ein; am 6. Juli folgt der Gegenbesuch des französischen Präsidenten Émile Loubet mit seinem Außenminister Delcassé. Das Verhältnis beider Staaten war seit der Faschoda-Krise 1898 getrübt, mündet nun aber 1904 in den Abschluss der Entente Cordiale.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1920

Geschichte einiger Bauwerke in der Behrenstraße und ihrer Bewohner > Behrenstraße 1–20:
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befand sich hier die Entente-Kommission des Auswärtigen Amtes. (Behrenstraße)

"Entente cordiale" in den Nachrichten