Entmündigung

Bei der Entmündigung handelt bzw. handelte es sich um eine gerichtliche Anordnung, nach welcher der Betroffene seine Geschäftsfähigkeit einbüßt und einen gesetzlichen Vertreter erhält. Dieser wird auch Vormund genannt, der Betroffene hingegen war sein Mündel und wurde bevormundet.

In Österreich ist die Entmündigung im Jahre 1984 durch die Sachwalterschaft ersetzt worden, in Deutschland zum 1. Januar 1992 durch den Einwilligungsvorbehalt, der im Rahmen eines Betreuungsverfahrens angeordnet werden kann. In der Schweiz wurde 2013 die Entmündigung durch die umfassende Beistandschaft abgedeckt. Seit 2013 gibt es eine Entmündigung im deutschsprachigen Raum nur noch im italienischen Südtirol und in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

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Portugal & seine Kolonien

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Königin Maria I. wird wegen Wahnsinnentmündigt, ihr Sohn Johann VI. übernimmt für sie die Regentschaft in Portugal.

Geschichtliche Entwicklung

1877

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Zivilprozessordnung (ZPO) regelt das Entmündigungsverfahren (bleibt bis 1991 im Wesentlichen unverändert)

1875

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preußische Vormundschaftsordnung führt Unterscheidung von Vormundschaft und Pflegschaft ein

1803

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Code Civil regelt Entmündigungsverfahren als Voraussetzung der Vormundschaft (bis 1899 im Rheinland gültig)

1794

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preußisches allgemeines Landrecht sieht Vormundschaft und gerichtliches Verfahren vor

"Entmündigung" in den Nachrichten