Entstalinisierung

Entstalinisierung ist der ursprünglich nur im Westen übliche Begriff für eine Reihe von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Reformen seitens der Staats- und Parteiführung der Sowjetunion, die den Stalinismus beendeten. Dabei sollte der Personenkult um den 1953 verstorbenen Josef Stalin beendet, die staatlich ausgeübte Gewalt eingeschränkt, die Konsumwirtschaft gefördert und Raum für Ambivalenzen in Partei und Kultur geschaffen werden. Nach zögerlichen Anfängen wurde die Entstalinisierung mit Chruschtschows Rede auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 offizielle Parteilinie. In anderen Ländern des Ostblocks wurden sie mit unterschiedlicher Intensität nachvollzogen.

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Rundfunk, Film & Fernsehen

1956

Rundfunk:
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Klaus Mehnert vom SDR wird erster Hörfunkkorrespondent der ARD in Moskau, wo er über den XX. Parteitag der KPdSU und der Einleitung der Entstalinisierung berichtet. Klaus Bölling, ebenso für den SDR tätig, übernimmt die Vertretung der ARD in Belgrad.

Politik & Weltgeschehen

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Das Massaker von Tiflis fordert mindestens 80 Tote. Die sowjetische Armee eröffnet das Feuer auf antisowjetische Demonstranten, die das Telegrafenamt und die Radiostation stürmen wollen. Radikale aufständische Pro-Stalin-Studenten hatten nach der eingeleiteten Entstalinisierung die Unabhängigkeit Georgiens gefordert. (9. März)
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In der Sowjetunion billigt der XX. Parteitag der KPdSU die von Parteichef Nikita Chruschtschow verfolgte außenpolitische Linie, durch friedliche Koexistenz der Systeme die Entscheidung zwischen Kapitalismus und Sozialismus zu suchen; am folgenden Tag kritisiert Chruschtschow in einer geheimen Rede offen die Verbrechen der Stalinära und leitet damit die Entstalinisierung ein.

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