Ergometrie

Mit verschiedenen Methoden der Ergometrie sind körperliche Leistungen genau vorzugeben, unter gleichen Bedingungen zu wiederholen und die Resultate objektiv einzuschätzen. Das Wort Ergometrie ist ein zusammengesetztes Wort aus den altgriechischen Wörtern ἔργονérgon, deutsch‚Arbeit‘ und μέτρονmétron, deutschMaß, ‚Maßstab‘ und bedeutet Arbeitsmessung. Mit verschiedenen Ergometern kann die individuelle körperliche Leistungsfähigkeit im Rahmen einer Leistungsdiagnostik per Stufen- oder Dauertest sowie in Quer- und Längsschnittuntersuchungen dokumentiert werden. Ergometrie-Geräte werden darüber hinaus sowohl im Sport wie in der ärztlichen Praxis und Rehabilitation als Trainingsmittel verwendet. Gleichartige Geräte haben als Hometrainer bzw. Bewegungstrainer auch im privaten Bereich weite Verbreitung gefunden.



Geschichte




Eine Übungsmaschine, genannt Gymnasticon, ließ sich der Engländer Francis Lowndes Ende des 18. Jahrhunderts patentieren. Das Gerät war primär für die Beübung von Gelenken entwickelt worden. Die ersten Versuche mit einer gebremsten Drehkurbel wurden 1866 von Max von Pettenkofer und 1886 von Charles Richet durchgeführt.In Deutschland wurden die ersten Ergometer Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Der hessische Arzt C. Speck erstellte 1883 eine Apparatur zwecks exakter Dosierbarkeit und präziser Reproduzierbarkeit einer körperlichen Arbeit. Es war ein Drehkurbel-Ergometer mit Arbeit im Stehen. Vier Jahre später stellte der Wiener Arzt Gustav Gaertner auf dieser Basis ein mechanisch gebremstes Ergometer vor. Dieses Ergostat genannte Gerät wurde später mehrfach produziert.Das erste Laufband der Welt entwickelte Nathan Zuntz 1889. Als Professor für Physiologie an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin hatte er es zunächst nur für Untersuchungen mit Pferden bestimmt. In der Folgezeit wurden weitere Ergometer von ihm und seinen Mitarbeitern für Messungen am Menschen erstellt.Die Konstruktion des ersten Fahrradergometers wird dem französischen Physiologen Elisée Bouny 1896 zugeschrieben. Er versah ein vorderradloses, aufgebocktes Fahrrad mit einer mechanischen Bremse am Hinterrad.Die Amerikaner Wilbur O. Atwater und Francis G. Benedict ließen 1899 Probanden eine dosierte Arbeit auf einem Fahrradergometer verrichten. Dieses trieb einen Dynamo an, dessen Stromerzeugung und Erwärmung als Maß für die erbrachte Arbeit diente. Diese Arbeitsgruppe entwickelte 1912 auch die erste elektromagnetische Bremse an einem Fahrradergometer.Im Jahr 1951 ließ sich Kurt Mix beim deutschen Patentamt ein Fahrradergometer patentieren (Urkunden-Nr. 880871). Erst Jahre später nach dem Verkauf des Patentes wurde das Produkt weithin bekannt.Heute existiert auf dem Markt ein nahezu unübersehbares Angebot der unterschiedlichsten Geräte für die einzelnen Anwendungsbereiche.
  • In Serie hergestellte Drehkurbelergometer

  • Tretradarbeit für Strafgefangene

  • Das erste Fahrradergometer der Welt

  • Von Voigt und Zuntz in Berlin um 1900 entwickeltes Fahrradergometer

  • Fahrradergometrie mit Untersuchung des Gasstoffwechsels

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